Der Winter kommt und mit ihm die Zeit der kurzen Tage und spärlichen Sonnenstunden. Während die einen sich auf die eisige Jahreszeit freuen, leiden andere unter saisonal abhängigen Depressionen. Eine Linderung dieses Leidens verspricht die Photo- oder Lichttherapie.
Vielen Menschen fällt der Abschied vom Sommer nicht gerade leicht, andere geben sich von der kalten Jahreszeit wenig beeindruckt. Doch für manche Menschen ist die dunkle Jahreszeit besonders belastend. Sie leiden unter SAD, der saisonal abhängigen Depression. Regelmäßig wenn der Winter vor der Tür steht, stellen sich Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Heißhungerattacken ein. Ein auffälliges Merkmal der SAD ist die Verbesserung der Symptome wenn die Betroffenen genug Licht tanken. Aber auch Personen mit anderen Depressionsformen sprechen auf Licht an. Da Sonnenlicht im Winter sehr spärlich gesät ist, sind künstliche Lichtquellen eine gute Möglichkeit, um das Wohlbefinden zu steigern. Gerade Menschen, die herkömmliche Antidepressiva nicht vertragen oder einnehmen dürfen, profitieren von den künstlichen Lichtbädern.
Und das funktioniert so: Die Photonen, die gewissermaßen die Bausteine des Lichts darstellen, gelangen über den Sehnerv in unser Gehirn. Dieses reagiert mit dem Ausschütten zahlreicher Hormone wie etwa Serotonin und Noradrenalin. Der Neurotransmitter Serotonin verbessert das allgemeine Befinden und die Stimmungslage und hat eine positive Wirkung auf den Tiefschlaf.
Bereits nach einer Behandlungsdauer von vier Tagen sorgt der Hormoncocktail dafür, dass Konzentrationsmängel, Gefühlshemmungen und Schlafstörungen abgebaut werden. Doch nicht nur Menschen mit Depressionen profitieren von der Lichttherapie. Jeder kann - ins recht Licht gerückt - seine Konzentration verbessern und das Wohlbefinden steigern.
Eher durch Zufall konnte unlängst belegt werden, dass die Lichttherapie auch Menschen mit Neurodermitis helfen kann. Denn Licht hat bei einer bestimmten Wellenlänge die Eigenschaft, entzündete Hautzellen abzutöten. Diese werden dann von körpereigenen Fresszellen aufgenommen und zu den Lymphknoten transportiert. Über den Lymphknoten erhält das Knochenmark das Signal, die Produktion von Neurodermitis auslösenden Zellen zu stoppen. So kann sich die Haut nach und nach erholen und schließlich ganz ausheilen.
Die Lichttherapie kann in speziellen Zentren, in Arztpraxen oder in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden. Eine entsprechende Lampe mit mindestens 2.000 Lux kann man im Fachhandel erwerben. Das verwendete Vollspektrumlicht kommt ohne UV-Strahlen aus und ermöglicht damit eine schonende Anwendung.
Je nach Lichtstärke werden zwei Stunden bis 30 Minuten Behandlung empfohlen. Die Behandlung sollte gerade in den Morgenstunden erfolgen um Geist und Körper Energie für den Tag zu spenden.
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15.05.13 | |
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Der Ratgeber Licht-Therapie von Norman E. Rosenthal und Siegfried E. Kasper.

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