Unterschiedliche Anwendungsgebiete, Geschichte und Ablauf einer Hypnose-Behandlung

Pendel zeigt auf ein Symbol

Die Hypnose zur Behandlung von psychischen und körperlichen Krankheiten

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  • von Paradisi-Redaktion

Zur Behandlung von geistigen oder körperlichen Erkrankungen, kann eine Hypnose-Behandlung zur Anwendung kommen. Als Hypnose wird eine spezielle psychotherapeutische Behandlungsmethode bezeichnet. Dabei wird durch Suggestion ein bestimmter Bewusstseinszustand erzeugt.

Ziel und Zweck der Hypnose ist die Behandlung von psychischen oder physischen Krankheiten, indem man bei einem Patienten vorübergehend einen veränderten Bewusstseinszustand erzeugt. Auf diese Weise kann der Zugang zu emotionalen oder körperlichen Prozessen erleichtert werden.

Durch eine Hypnose ist es zudem möglich Dinge, die dem Patienten unbewusst sind, in den Vordergrund zu rücken. Dabei sind das Bewusstsein und der Bezug zur Realität bei dem Patienten während der Behandlung eingeschränkt.

Hypnose kein Hokuspokus, sondern anerkannte Therapie

Anhand der Anwendung von Hypnose können zahlreiche Schmerzen und die Psyche behandelt werden

Bärtiger Mann mit Halbglatze, blauem Hemd und Krawatte lässt ein Pendel schwingen
hypnosis © Kirill Zdorov - www.fotolia.de

Hypnose ist in der Medizin inzwischen eine anerkannte und etablierte Therapiemethode.

Man ist davon überzeugt, dass die psychische Verfassung direkt mit der körperlichen Fitness zusammenhängt und Erkrankungen im einem Bereich auch auf den anderen wirken. Die klassische Organmedizin kann nur die Erreger im Körper und deren Symptome behandeln, doch oft benötigt auch die Psyche eine Therapie.

Neben der Psychotherapie kann man dabei nun auch auf Hypnose zurückgreifen. Eine ganzheitliche Medizin sieht in diesem Vorgehen eine effektive Möglichkeit, um die Balance auf körperlicher und geistiger Ebene wieder herzustellen. Unter Hypnose kann ein Patient neues Körpergefühl erfahren und seinen eigenen Körper auch mit Schmerzen als Freund erleben.

Behandlung von Schmerzen und psychischen Störungen

Man lernt, dem Körper und seinen Signalen zu vertrauen und vor allen Dingen Schmerz nicht als Gegner zu sehen, sondern als Helfer, um Probleme zu erkennen. Im Grunde lernt man unter Hypnose die ganz eigene Sprache des Körpers kennen. Mittels Hypnose können zudem Ängste abgebaut werden. Basieren Nacken- und Rückenschmerzen auf psychischen Verspannungen, kann eine Hypnose hier besser wirken, als Schmerzmedikamente.

Veränderung in der Tiefe – wie wirksam oder gefährlich ist Hypnose?

Therapeutin macht Notizen während ihr hypnotisierter Patient, ein junge Mann mit weißem Shirt, auf einer Couch liegt
Therapist working with patient on hypnosis © Photographee.eu - www.fotolia.de

Filme und spektakuläre Shows wollen uns glauben machen, Hypnose sei ein Zustand tiefster Entspannung, in dem wir willenlos fremden Befehlen folgen. Die Realität in therapeutischen Praxen sieht anders aus, denn wer sich hypnotisieren lässt, behält jederzeit die Kontrolle und wird keine Dinge tun, die er im Wachzustand ablehnt. Dennoch sollten Interessierte einiges beachten.

Für wen ist die Hypnose geeignet?

Hypnose funktioniert durch die Kraft der Vorstellung. Gegen den eigenen Willen lässt sich diese nicht mobilisieren. Besonders empfänglich sind offene Menschen, die sich etwas vorstellen und darauf konzentrieren können. Wichtig ist, Personen mit psychotischen Beschwerdebildern sollten auf eine Hypnose verzichten.

Wie fühlt sich eine Trance an?

Die meisten Menschen empfinden Hypnose als angenehme Entspannung, ähnlich einer tiefen Meditation, während der Geist ganz auf seine inneren Bilder konzentriert ist. Auf der körperlichen Ebene nehmen Blutdruck und Pulsschlag ab, Schmerzen und Atemfrequenz sinken.

Da der Hypnotisierte nicht schläft, kann er auch nicht in der Trance stecken bleiben. Im Gegenteil, die Hypnose lässt sich auf eigenen Wunsch jederzeit beenden. Durch die körperliche Entspannung fällt es Menschen mit Schlafproblemen allerdings leichter, einzuschlafen.

Wobei hilft Hypnose?

Ob Rauchen, Abnehmen oder die Überwindung von Ängsten – das Ziel der Hypnose ist es, bewusste Abwehrhaltungen oder festgefahrene Denkmuster zu umgehen und direkt im Unterbewusstsein Veränderungen anzustoßen. Je offener der Betroffene für diese Veränderungen ist, desto besser können Suggestionen und Bilder wirken. Oft verschwinden Symptome bereits nach der ersten Hypnosesitzung. In aller Regel sind drei bis fünf Termine nötig. Mit etwas Übung können Interessierte sich auch selbst in Trance versetzen und damit Unterstützung vom Unterbewusstsein holen, etwa wenn Drang nach einer Zigarette oder Süßigkeiten aufkommt.

Hypnosezustand und Wirkungsweise

Während der Hypnose verändert sich der Bewusstseinzustand. Im Gegensatz zu unserem normalen Wachzustand ist in der so genannten hypnotischen Trance die gesamte Aufmerksamkeit auf eine Sache gerichtet. Es ist möglich die Gehirnaktivität auf einen kleinen Bereich zu beschränken.

Man ist nicht wie in einigen Hypnoseshows dargestellt bewusstlos und willenlos, sondern wach und konzentriert. Das Fühlen und Wahrnehmen ist im Trancezustand verändert. Dieser Zustand ist in etwa vergleichbar mit einer tiefen Meditation, welche jedoch viel Zeit und Übung erfordert.

Vorausgesetzt das Klienten-Patienten-Verhältnis ist in Ordnung kann der Trancezustand bei der Hypnose meist problemlos erreicht werden. Dies wird dadurch erreicht, dass der Fokus des Erlebens vom Äußeren auf das Innere gerichtet wird.

Wie in einem Traum laufen Bilder vor dem inneren Auge ab. Da es dem Klienten möglich ist sich von allen Gedanken zu lösen, ist in diesem Zustand das Unbewusste ansprechbar und kann Informationen bewusster aufnehmen. So ist es dem Hypnosetherapeuten möglich dem Unbewussten durch Metaphern und Bilder neue Impulse zu geben.

Die Hypnose ist jedoch keineswegs eine Manipulation sondern nur eine Hilfestellung bei der Findung eines eigenen Lösungwegs. Der Klient ist zu keiner Zeit willenlos, er kann die Sitzung jederzeit unterbrechen.

Meist bekommt der Klient im Laufe der Therapie die Technik der Selbsthypnose beigebracht. So ist es ihm möglich sich in Therapiepausen oder nach Abschluss der Therapie gezielt selber helfen zu können.

Was bei Hypnose in unserem Gehirn passiert

Grafik Gehirn Neurologie in blau
the brain © ktsdesign - www.fotolia.de

Mit Hilfe von der Magnetresonanztomographie (MRT) konnten Wissenschafter von der Universität in Genf nachweisen, welche Nervenzellen unter Hypnose aktiv sind. Bei der Studie wurde allen Teilnehmern gesagt, dass sie auf ein bestimmtes akustisches Zeichen eine Hand bewegen oder nicht bewegen sollen. Danach wurden einige der Teilnehmer hypnotisiert und ihnen gesagt, dass sie vollkommen gelähmt seien.

Bei dem verabredeten Signal zeigten aber die Nervenzellen, für die Bewegungssteuerung des Armes zuständig sind, bei den unter Hypnose stehenden Teilnehmer die gleiche Aktivität wie bei der zweiten Gruppe, die nicht unter Hypnose standen.

Als Folgerung wird also bei der Hypnose nur die Verbindung zwischen den "Befehl gebenden" und den "ausführenden" Nervenzellen, die dann die Muskeln aktivieren, unterbrochen. Weiter stellte man fest, dass während der Hypnose die Hirnregion Precuneus aktiv ist, im Gegensatz beim normalen Schlafzustand, so dass nur die Verbindung zur Außenwelt unterbrochen wird.

Die fünf größten Hypnose-Mythen: Eine Trance lässt nicht willenlos werden

Hypnose-Shows sind bei vielen sehr beliebt, doch das Wissen darüber eher begrenzt

Bärtiger Mann mit Halbglatze, blauem Hemd und Krawatte lässt ein Pendel schwingen
hypnosis © Kirill Zdorov - www.fotolia.de

Über Jahre wurde durch die zahlreich stattfindenden Hypnose-Shows bei vielen Menschen gewisse Vorbehalte und auch Ängste geschürt. Durch eine Hypnose willenlos dem Hypnotiseur ausgeliefert zu sein, zählt unter anderem zu den Befürchtungen, wenn es um das Thema Hypnose geht. Besonders häufig sind folgende Irrtümer vertreten, die sich über die Jahre in der Denkweise von Frauen und Männern ausgebreitet haben.

  1. Nicht jeder kann hypnotisiert werden. Diese Aussage ist in dieser Form nicht korrekt, denn rein grundsätzlich kann jeder Mensch in Trance versetzt werden sofern er sich mental nicht dagegen wehrt. Allerdings ist die Intensität durchaus verschieden, da diese von Mensch zu Mensch variieren kann.

  2. Unter einer Hypnose verliert man seine Kontrolle. Auch das ist ein Mythos, denn zumeist vieles aus der Trance mitbekommen wird und auch eine Hypnose selbständig beendet werden kann.

  3. Eine Hypnose ist wie eine Narkose. Diese Aussage ist nun wirklich nicht richtig. Während bei einer Narkose ein regelrechtes Koma mit der Hemmung des Nervensystems entsteht, befindet man sich bei einer Trance in einem ähnlichen Zustand wie kurz vor dem Aufwachen oder Einschlafen.

  4. Bei einer Tiefenhypnose können einem unerwünschte Dinge suggeriert werden. Das ist ebenfalls ein irrtümlicher Gedanke, denn auch bei einer tiefen Trance werden weder die persönlichen Moralvorstellungen noch irgendwelche Charakterzüge veränderbar.

Richtig ist hingegen, dass das Verhalten von Gewohnheiten, wie etwa dem Rauchen, auf Wunsch des Teilnehmers positiv beeinflusst werden können. Zu guter Letzt bleibt noch die Sorge darüber, dass man ohne Hilfe nicht aus der Trance erwachen kann. Ein wahres Märchen, denn neben der Tatsache, dass jeder eine Hypnose eigenständig beenden kann, kommt es allenfalls zu einem Einschlafen aufgrund des entspannten Zustandes.

Irrtum zu Hypnose entdeckt - Studie zeigt, dass Hypnotisierte schlechter Informationen speichern

Grafik menschlicher Kopf mit Gehirn, Migräne
transparenter schädel mit gehirn und migräneanfall © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Eine Studie mit 56 Probanden beschäftigte sich mit dem Thema Hypnose. Während eine Gruppe in den Zustand einer Trance versetzt wurde, blieb die andere Gruppe bei klaren Bewusstsein. Alle Teilnehmer wurden dazu aufgefordert, einen Text mittlerer Länge zu lesen und sich einzuprägen, worum es ging. Dabei zeigte sich, dass die Menschen unter Hypnose sich anschließend kaum an etwas aus dem Text erinnern konnten. Das überraschte die Forscher.

Bisher ging man davon aus, dass durch Trance eine tiefere Ebene im Hirn angesprochen wird und sich Menschen in diesem Zustand daher später besser an Informationen erinnern können. Dem scheint jedoch nicht so zu sein.

Mediziner, die sich ernsthaft mit dem Thema Hypnose auseinander setzen, sehen diese Studie als einen guten Beleg dafür, dass Hypnose weder Zauberei noch ein Alleskönner ist. Eine seriöse Auseinandersetzung mit der Thematik ist wichtig, denn Hypnose kann eine therapeutische Maßnahme bei Angststörungen und chronischen Schmerzen sein.

Beweis für Hypnose gefunden?

Wissenschaftler führen eine messbare Veränderung der automatischen Augenreflexbewegungen als Hypnosebeweis an

Nahaufnahme rechtes Auge einer Frau, Augenfarbe grün-braun
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Schwedische und finnische Wissenschaftler haben jetzt den Beweis erbracht, dass ein hypnotischer Zustand tatsächlich existiert. Als Beleg für ihre These dient den Forschern ein Merkmal, das viele Hypnotisierte (Hypnotisanden) aufweisen: der starre Blick.

Die automatische Augenreflexbewegungen

Paradoxerweise hat die Fachwelt dieses Phänomen nie genauer untersucht. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich in dem Umstand, dass sich der starre Blick nicht bei allen Hypnotisierten einstellt.

Bei ihrem Experiment bemerkten die Wissenschaftler der finnischen Universitäten in Turun und Aalto und der Hochschule von Skövde während der Hypnose eine objektiv messbare Veränderung der automatischen Augenreflexbewegungen. Ein Verhalten, das nicht hypnotisierte Personen nicht bewusst herbeiführen können.

Zweifel am "Mythos Hypnose"

Doch auch diese Erkenntnisse werden die Diskussionen über die Hypnose nicht verstummen lassen. So erklärten die skandinavischen Forscher, dass sich die Fachwelt seit über 100 Jahren uneins sei, ob es einen speziellen Hypnosezustand überhaupt gibt. Manche Psychologen zweifeln die Hypnose an und bezeichnen sie als einen Mythos.

Nach dem psychologischen Ansatz wendet der Hypnotisand verschiedene kognitive Strategien an. Hypnose basiert beim kognitiv-sozialpsychologischen Ansatz auf verschiedenen sozialpsychologischen Faktoren. So muss die Testperson beispielsweise gewillt sein, sich hypnotisieren zu lassen. Rund zehn Prozent aller Menschen gelten als sehr leicht hypnotisierbar. Praktisch nicht hypnotisiert werden können lediglich fünf Prozent.

Wissenschaftler haben Gehirnzentrum für Erinnerung nach Gedächtnisverlust entdeckt

Model menschliches Gehirn, bunt, beschriftet
Model Brain © Karen Roach - www.fotolia.de

Mit Hypnose haben Forscher aus Israel diejenigen Gehirnregionen identifizieren können, mit denen man seine Erinnerung wiedererlangen kann, die man nach einem kurzzeitigen Gedächtnisverlust verloren hat.

Durch einen Trancezustand ließen die Forscher die Probanden einen vorher gesehen Kurzfilm vergessen. Währenddessen wurden die aktiven Hirnregionen bestimmt. Die Probanden, die in den Trancezustand versetzt werden konnten, wurden bei der Hypnose darauf konditioniert, den Film zu vergessen, bis ein Signal gegeben wird. Nach Ende des Trancezustand und Einsatz des Signals konnten sich die Probanden wieder erinnern. Während diesem Erinnern konnten die Wissenschaftler dann feststellen, welche Hirnregionen dabei aktiv waren.

Es besteht Hoffnung, diese Erkenntnisse nach weiterer Forschung bei akutem Gedächtnisverlust einsetzen zu können.

Geschichte der Hypnose

Mann kann Haie durch Streicheln der Schnauze hypnotisieren

Nahaufnahme grauer Hai unter Wasser
Grey whaler Shark © cbpix - www.fotolia.de

Andre Hartman gilt als Haiflüsterer. Er schafft es, weiße Haie zu hypnotisieren und sie in einen Trancezustand zu versetzen, sodass sie nichts mehr von einer gefährlichen Bestie an sich haben. In Südafrika entstanden beeindruckende Fotos, die Hartman dabei zeigen, wie er die Schnauze der Haie streichelt.

Diese Körperstelle gilt als empfindlichste Region bei Haie und machen sie augenblicklich zahm. Der Haiflüsterer lockte die Tiere zunächst mit einem Köder an und besänftigte sie anschließend mit dieser einzigartigen Technik.

Hypnose ist ein Begriff aus dem Griechischen (Hypnos) und bedeutet übersetzt Schlaf. Diese Methode kann auf eine lange Tradition zurückblicken, denn bereits vor viertausend Jahren benutzten indische Yogis und Fakire Hypnose, um dadurch zu einem Zustand innerer Versunkenheit zu gelangen.

Während des 16. Jahrhunderts bediente sich der Mediziner Paracelsus (1494-1541) der Hypnose, um damit Nervenkrankheiten zu behandeln.

Ab dem 20. Jahrhundert wurde die Hypnose schließlich systematisch angewandt. Auch der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856-1939) bediente sich ihrer. In beiden Weltkriegen behandelte man Soldaten mit Hypnose, damit diese ihre schrecklichen Kriegserlebnisse besser verarbeiten konnten.

Anwendungsgebiete

In der heutigen Zeit setzt man Hypnose im Rahmen unterschiedlicher Behandlungen ein, beispielsweise im Rahmen:

Die Wirkung der Hypnose kann jedoch individuell unterschiedlich sein.

Zur weiteren Anwendung kommt Hypnose bei psychischen Problemen wie:

Aber auch körperliche Beschwerden können behandelt werden, wie etwa:

Ebenso kann Hypnose zur Raucherentwöhnung und der Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Auch zur Blutstillung, Wundheilung sowie zur Geburtshilfe wird Hypnose angewandt.

Wann eine Hypnose nicht zur Anwendung kommen sollte

Nicht zur Anwendung kommen sollte eine Hypnose-Behandlung dagegen bei:

Besonders in Kombination mit anderen Therapien wie beispielsweise der systemischen Therapie oder der Verhaltenstherapie ist die Hypnosetherapie sehr effektiv.

Die Kosten für eine Hypnose-Therapie werden von vielen Krankenkassen übernommen.

Kreativhypnose als heilunterstützende Therapie

Hypnose und die Kreativhypnose werden therapeutisch eingesetzt bei z.B. Ängsten und Panikattacken

Geschäftsmann in rosa Hemd sitzt bei einer Psychotherapie auf der Couch, gegenüber die Psychotherapeutin mit Klemmbrett
Businessman on psychotherapy session © Photographee.eu - www.fotolia.de

Knapp 2000 Jahre alt ist die Therapieform der Hypnose, denn schon im Mittelalter setzten die alten Ägypter die Beeinflussung des Unterbewussten zu heilunterstützenden Zwecken ein. Hierzulande wurde dank dubioser Hypnoseshows zunächst die Hypnose als fauler Zauber betrachtet, um sich dann aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse wieder langsam in den Bereich der Heilung unterschiedlicher Erkrankungen einen Namen zu machen.

Einsatzbereiche der Hypnose

Besondere Hilfestellung kann man mit einer therapeutischen Hypnose bei Ängsten, Depressionen, Krebsleiden, sexuellen Störungen, Panikattacken, Suchterkrankungen, Bettnässen (Enuresis), sowie bei Übergewicht, nach Operationen oder auch beim Aufhören des Rauchens erhalten. Allerdings sind diese Erkrankungs- und Beschwerdefelder bei weitem noch nicht alle, die mittels einer zwei- bis zehnmaligen Hypnosesitzung behandelt werden können.

Kreativhypnose hat eine hohe Erfolgsquote

Eine besondere Form stellt hierbei die Kreativhypnose dar, die den Patienten dazu verhilft selbst das Unterbewusstsein anzusprechen und mit der Zeit zu verändern. Rund 80% Erfolgsquote und eine relativ kurze Behandlungsdauer zeichnen diese Hypnosetherapie aus. Von einem Hokuspokus kann allerdings nicht die Rede sein, denn die modernen Hypnosetherapien basieren auf zahlreichen Erkenntnissen unterschiedlicher Mediziner und Therapeuten.

Hypnose und Homöopathie: Ganzheitliche Methode stärkt Körper und Geist

Röhrchen mit weißen Globulis auf einem grünen Blatt
Globulis auf Stein © Gerhard Seybert - www.fotolia.de

Wer in Deutschland Schmerzen hat oder krank ist, der geht zu einem Arzt und lässt sich behandeln. Vielfach wird dieses System jedoch kritisiert, da es jeweils nur akute Beschwerden lindert und wenig an den Ursachen ändert. Auf langfristige Gesundheit und eine stabile Psyche soll die sogenannte ganzheitliche Methode mit ihren Bestandteilen wie beispielsweise Hypnose ausgelegt sein.

Dabei soll eine Art Einheit zwischen Bewusstsein, Unterbewusstsein und Körper hergestellt werden. Vielfach kann so die Einnahme von Medikamenten oder Narkosemitteln verringert werden. Psychische sowie chronische Krankheiten sollen ebenfalls mithilfe der ganzheitlichen Methode sehr wirkungsvoll bekämpft werden können. Auch als Prophylaxe, etwa zum Aufbau des Immunsystems, funktionieren diese Elemente.

Hypnose in der Medizin kann viel, aber nicht alles

Arzt in weißem Kittel sitzt mit Patientin in der Sprechstunde
at the doctor's office © endostock - www.fotolia.de

Immer wieder hört man davon, dass Menschen mit Zahnarztangst dank Hypnose behandelt werden konnten oder jemand auf diesem Wege von den Zigaretten los kam. In der Welt der Medizin ist Hypnose inzwischen ein Thema, das durchaus ernst genommen wird. Allerdings warnen Hypnose-Spezialisten immer wieder davor, die Möglichkeiten der Methode zu überschätzen. Alles kann man auf diesem Wege nicht behandeln.

Tatsächlich kann mit Hypnose eine bessere Verbindung zum eigenen Körper hergestellt werden. Das Bewusstsein wird durch verschiedene Techniken umgangen, damit man direkt mit der Ebene des Unterbewusstseins sprechen kann. So können zum Beispiel verdrängte Erinnerungen an ein Traumata wachgerufen oder auch Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Daher kann Hypnose bei seelisch kranken Menschen sehr gut helfen, um Depressionen oder Phobien aufzulösen.

Die Selbstheilung hat natürlich ihre Grenzen. Der Körper kann auch unter Hypnose nur das Leisten, was innerhalb seiner natürlichen Grenzen liegt. So kann man beispielsweise stressbedingte Kopfschmerzen mindern oder aber häufige Erkältungen besiegen, die ebenfalls auf einen stressüberladenen Alltag zurückgehen.

Hypnose funktioniert auch nicht bei jedem Menschen. Gut 50 Prozent aller Patienten sprechen nicht auf diese Methode an und nur knapp zehn Prozent sind sehr empfänglich für die Umgehung des Bewusstseins. Dennoch sind Krankenkassen oft bereit, den Therapieversuch zu bezahlen, wenn man gleichzeitig in einer Schmerztherapie oder in einer Verhaltenstherapie ist.

Hypnose ist mehr als Show: Als medizinische Technik kann sie Ängste und Schmerzen lindern

Arzt mit Halbglatze und weißem Poloshirt sitzt mit Patient in der Sprechstunde
Allgemeinmedizin © ISO K° - photography - www.fotolia.de

Viele Menschen denken bei dem Wort "Hypnose" noch immer an eine Show mit einem Magier auf der Bühne. Mit theatralischen Worten und Gesten versetzt er eine Person in Hypnose und lässt sie dann die verrücktesten Dinge tun. Zwar gibt es solche Bühnenshows zweifelsohne, doch Hypnose ist deutlich mehr und hat inzwischen einen anerkannten Platz in der Medizinwelt. Bereit seit 2006 gibt es die offizielle Anerkennung.

Erfahrene Hypnotiseure sind in der Lage, einem Menschen vor einer Operation die Angst zu nehmen oder auch vorhandene Schmerzen zu lindern. Vor allen Dingen Menschen mit einer großen Angst vor dem Zahnarzt suchen immer häufiger Ärzte auf, die zugleich mit Hypnose arbeiten.

Noch bevor auch nur in den Mund des Patienten geschaut wird, findet eine Hypnose-Sitzung statt, sodass dank ruhiger Atmung eine innere Entspannung und auch ein gewisser Gleichmut eintritt. So können selbst Phobiker beruhigt werden, was die Behandlung für Patienten und Arzt angenehmer gestaltet.

Es ist allerdings ein reiner Mythos, dass man unter Hypnose sofort in einen schlafartigen Zustand verfällt. Die Wahrheit ist, dass auch während der Behandlung das Bewusstsein aktiv bleibt. Es verändert sich lediglich der Blick auf die Umstände und die Aufmerksamkeit wird von Ängsten und Schmerzwahrnehmung abgelenkt.

Im Grunde erreicht jeder Mensch von allein diesen Zustand und das öfter, als er denkt. So ist zum Beispiel das Vertiefen in die Arbeit ebenfalls eine Art Hypnose, denn in diesem Moment ist man so auf diese eine Sache konzentriert, dass andere Reize weniger stark wahrgenommen werden. Genauso funktioniert auch Hypnose.

Hypnosetherapie bei Süchten oder Schmerzen: Humbug oder Hilfe?

Schwarz-weiß Bild junge Frau lehnt an Wand, trauriges Gesicht, Drogensucht
Drogensüchtige Frau © sk_design - www.fotolia.de

Hypnose gilt bei vielen noch immer als Humbug, der in Fernsehshows und auf Jahrmärkten angepriesen wird und bei dem Menschen in einem trance-ähnlichen Zustand verrückte Dinge tun. Dabei können Hypnotherapeuten mit gezielter Hypnose vielfältige Schmerzen und sogar Süchte erfolgreich behandeln.

So werden beispielsweise Menschen, die große Angst vor den Schmerzen beim Zahnarzt haben, vor der Behandlung durch Hypnose in Trance versetzt und bekommen gar nicht mehr mit, was im Zahnarztstuhl geschieht.

Behandlung durch Hypnosetherapie

Auch Menschen, die unter starkem Leistungsdruck stehen, können dank Hypnose zu neuer Entspannung finden und Menschen mit einem psychosomatischen Leiden wieder befreit durchatmen. Auch Nikotinsucht oder Abhängigkeit von Stoffen wie Methadon konnten bereits erfolgreich mit Hypnose behandelt werden. Seit 2006 ist die Hypnotherapie bei bestimmten Erkrankungen eine offiziell anerkannte Behandlungsmethode, die auch in Deutschland immer häufiger zum Einsatz kommt.

Was ist eine Hypnose?

Der Hypnose liegt der Zustand der Trance zugrunde, die fast jeder schon einmal in einer Form erlebt hat: Bei der Meditation zum Beispiel, bei einer besonders konzentrierten Arbeit oder beim Sport, wenn der Körper in eine Art Rausch verfällt. Während einer Trance ist ein Bereich des Gehirns besonders aktiv, während andere Bereiche dagegen gar nicht aktiv sind - hier ist das Bewusstsein quasi ausgeblendet. Die Hypnose zielt daher darauf ab, diesen Zustand gezielt herbei zu führen.

Zahnarztbesuch ohne Angst: Immer mehr setzen auf Trance

Diese besondere Behandlungsvorbereitung nimmt Zahnarzt-Phobikern die Panik

Ängstliche Frau beim Zahnarzt soll Zahn gezogen bekommen
tooth extraction © starush - www.fotolia.de

Vor kaum einem Arzt haben die Menschen so viel Angst wie vor dem Zahnarzt. Da diese Phobie sehr weit verbreitet ist, bieten immer mehr Praxen eine besondere Behandlungsvorbereitung an.

Der Patient wird vor dem eigentlichen Eingriff - sei es der normale Kontrolltermin oder eine Operation - in einen Trancezustand versetzt. Auf diese Weise ist er zwar noch bei Bewusstsein, nimmt die Umgebung aber nicht mehr deutlich wahr. Das Bewusstsein befindet sich in einem Schwebezustand, in dem man keine Angst empfindet.

Zwischen Wachsein und Schlaf

Was lange als Unsinn belächelt wurde, konnte inzwischen wissenschaftlich bewiesen werden und wird immer häufiger in der Medizin genutzt. Der Patient darf sich für die Hypnose hinsetzen und konzentriert sich auf die Worte des Arztes.

Dieser spricht ruhig und in einem monotonen Stil. Die Augen des Patienten werden meist auf einen Gegenstand gelenkt, etwa einen Stift. Beim nun langsamen Abgleiten in die Trance verändert sich die Hirnaktivität messbar. Die Frequenz liegt dabei zwischen der Norm für das Wachsein und der Norm fürs Schlafen.

Fehlendes Zeitgefühl

80 Prozent der Menschen empfinden in diesem Dämmerzustand keinen Schmerz und nehmen ihre Umgebung nur vage wahr. Der Patient muss jedoch ansprechbar für den Arzt bleiben, das macht den Unterschied zur Narkose aus. Zwar sehen und hören die Menschen in Trance alles, doch sie haben oft ein fehlendes Zeitgefühl.

Wie lange sie auf dem Zahnarztstuhl saßen, können viele danach gar nicht einschätzen. Wer seinen nächsten Arztbesuch gern in Trance verbringen möchte, sollte sich einen Mediziner suchen, der auf Angstpatienten und diese Art der Vorbereitung spezialisiert ist. Die meisten geben diese Zusatzqualifikation auf ihrer Homepage oder als Infoblatt in der Praxis an.

Schön durch Selbsthypnose

Techniken zur Selbsthypnose kann jeder selbst erlernen, wichtig ist das Zulassen von Entspannung

Junge Frau schläft auf Couch
Woman resting on couch after hard day © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Viele Menschen betrachten die Hypnose als eine Art Humbug und Scharlatanerie und beziehen sich oft auf Hypnoseshows, bei denen Menschen scheinbar willenlos dem Hypnotiseur ausgeliefert sind. Doch wie das Wort besagt, handelt es sich um einen Unterhaltungseffekt, der mit der therapeutischen Hypnose nichts gemeinsam hat.

Therapeutische Selbsthypnose

Gerade in der Selbsthypnose liegt ein hohes Potenzial mittels der Suggestion ein Wunschziel zu erreichen. Ob es sich dabei um das Rauchen aufhören dreht oder abzunehmen, ist zunächst Nebensache. Wichtig ist es, die passende Technik der Selbsthypnose zu erlernen und sich auf diese Methode körperlich und gedanklich einzulassen.

Die Tiefenentspannung und damit das Öffnen des Unterbewusstseins lässt sich sehr gut mit Hypnose-CDs erzielen. Diese beinhalten suggestive Worte, Mandras oder auch bestimmte Musik mit denen man sein Gehirn neu konstituieren kann.

Entspannung als Voraussetzung

Negative Angewohnheiten können mit der Selbsthypnose ebenso zu positiven gewandelt werden als auch das Hungergefühl gemindert und das Abnehmen gesteigert werden. Bestimmte Kenntnisse oder Fähigkeiten benötigt man hierzu nicht, denn die einzige Voraussetzung ist es, sich entspannen zu können. Der Rest wird fast unbemerkt vom Gehirn geleistet und das Ergebnis ist hierbei oftmals mehr als verblüffend.

Hypnose hilft beim Abnehmen

Abnehmen - Frau misst sich mit Maßband den Bauchumfang
waist measurement © Marc Dietrich - www.fotolia.de

Übergewicht ist eine Folge von zuviel ungesunder Nahrung, aber auch eine Folge von Stress. Denn durch den Stress im Alltag haben viele einfach keine Zeit oder Lust sich abends noch in die Küche zu stellen und etwas gesundes zuzubereiten geschweige denn Sport zu treiben. Somit ruft man einfach den Lieferservice an, hält kurz bei McDonald's oder schnappt sich einfach eine Tüte Chips und legt sich auf die Couch.

Hypnose soll gegen den Auslöser, also Stress, ankämpfen und damit den Einstieg und die Motivation zum Abnehmen erleichtern. Denn wer sich den ganzen Tag den Stress und der Hektik aussetzt, hat anschließend keine Motivation mehr Sport zu treiben oder auf die Ernährung zu achten. Kommt man aber schon morgens gut gelaunt aus dem Bett, fällt einem dies wesentlich leichter.

Heizung sparen durch Hypnose

Nahaufnahme Thermostat einer Heizung, mittlere Wärmestufe, grauer Hintergrund
heizkosten 2 © emmi - www.fotolia.de

Vielleicht wird diese Aktion auch bei uns in Deutschland in den öffentlichen Verwaltungsbüros zum Energiesparen eines Tages einmal eingeführt. So hat in England ein Schuhmacher, anstatt eine neue Heizung einbauen zu lassen, seine Angestellten hypnotisieren lassen, so dass sie die Kälte in der Werkstatt nicht merkten.

Doch wie kam der Meister auf die Idee? Weil aufgrund der oftmals verwendeten Lösungsmittel die Luft schlecht war, musste die Werkstatt auch im Winter öfters gelüftet werden und den Angestellten wurde es natürlich kalt. So entschloss sich der Chef, Martin Connellan aus Bromsgrove in der englischen Grafschaft Worcestershire, nachdem er unter anderem seinen Mitarbeiter dicke Jacken anbot, einen Mann zu beauftragen, der seine Leute hypnotisieren sollte, so dass sie die Kälte nicht mehr wahrnahmen.

Nun, diese Sache funktionierte auch und jetzt sitzen die Mitarbeiter auch bei Minustemperaturen nur im T-Shirt und reparieren die Schuhe.

Bei andauernden Schlafstörungen kann eine Therapie mit Hypnose helfen

Chronische Schlafstörungen können weitreichende Folgen haben und sollten deshalb angegangen werden

Frau liegt im Bett, müde, hat Augenringe, Schlafstörungen
Sleepless woman © Galina Barskaya - www.fotolia.de

Für jeden Menschen ist Schlaf lebensnotwendig. Ohne einen gesunden Nachtschlaf kann der Körper nicht regenerieren und das Gehirn nicht die Eindrücke des Tages bearbeiten. Eine schlaflose Nacht steckt man dabei durchaus einmal weg, doch was macht man, wenn die Nachtruhe dauerhaft gestört wird? Manche können jeden Abend ewig nicht einschlafen, andere wachen jede Nacht immer wieder auf.

Wer an chronischen Schlafstörungen leidet, sollte damit zu seinem Hausarzt gehen, denn die Wirkungen können den Alltag belasten. Neben Müdigkeit und Konzentrationsstörungen kann man gereizt werden und sogar Angststörungen bekommen.

Wichtig ist, dass man den Ursachen auf den Grund geht.

  • Hat man Stress auf der Arbeit oder in der Familie?
  • Liegen Krankheiten wie Depressionen vor, oder lebt man einfach nur an einer stark befahrenen Straße?

Auch zu viel Kaffeegenuss und Alkohol können die Nacht zum Tag machen, ebenso verschriebene Medikamente. Diese Probleme sollte man angehen.

Hypnose kann bei Schlafstörungen mit psychischen Ursachen hilfreich sein

Bei vielen Betroffenen kann man eine Therapie mit Hypnose versuchen. Eine solche Trance kann beim Abbau von Stress helfen, Ängste sichtbar machen und neues Selbstvertrauen schaffen. Der Hypnotiseur kann positive Erinnerungen ins Bewusstsein holen, sodass der Patient sich auf seine Fähigkeiten besinnt und ein positives Gefühl für sich selbst bekommt. Diese Selbststärkungen haben sich bei Schlafproblemen aus psychischen Gründen als sehr effektiv erwiesen.

Mögliche Therapie für chronische Schmerzen - Schmerzpatienten mit Hypnose helfen

Durch eine Hypnosetherapie kann Schmerzpatienten geholfen werden indem das Hirn umprogrammiert wird

Symptome - Frau mit Rückenschmerzen fasst sich mit beiden Händen an den Rücken
Schmerzen © Stefan Redel - www.fotolia.de

Wenn wir Schmerz wahrnehmen, so ist dies von der Evolution her etwas Positives, denn Schmerzen sollen unsere Aufmerksamkeit auf den Körper richten. Das Gehirn gibt uns dabei den Hinweis, dass etwas nicht stimmt und wir dem Körper helfen müssen. Allerdings können Schmerzen auch chronisch werden und über ihre Funktion als Warnsignal hinauswachsen.

Durch Hypnose Entspannung erlernen

Bei Schmerzpatienten ist der Schmerz selbst zur Krankheit geworden. Diesen Menschen kann eine Hypnosetherapie helfen, um das Hirn umzuprogrammieren. In einer solchen Therapie kann man die ideale Entspannung erlernen. Schmerzpatienten haben nämlich meist das Problem, ständig angespannt zu sein, sowohl körperlich, was zu Rücken- und Muskelschmerzen führt, als auch seelisch. Hypnose bringt zudem das Bewusstsein in einen besseren Kontakt zum Unterbewusstsein.

Arbeit mit Imaginationen

In der Therapie kann man so lernen, welche Bedürfnisse der Körper hat, etwa, dass auch Workaholics Ruhephasen benötigen. Viele Therapeuten arbeiten im Kampf gegen den Schmerz auch mit Imaginationen. Der Patient soll sich Schutzbilder vorstellen, etwa einen Regenschirm, der krankmachenden Regen abhält, oder einfach nur Orte, an denen er sich geborgen fühlt.

Wichtig ist es auch, unter der Hypnose zu lernen, dass der Schmerz kein Feind ist, sondern ein Partner, der ebenso wie der Patient einen gesunden Körper und Geist möchte und bei der Fehlersuche hilft.

Hypnose und Selbsthypnose können Burn-Out vorbeugen und Stress abfangen

Gestresster und überforderter Mann mit mehreren Telefonen und Ordnern
Depressed man at work © laurent hamels - www.fotolia.de

Die Hypnose-Technik wird häufig mit Sigmund Freud in Verbindung gebracht. Tatsächlich aber gilt Franz Anton Mesmer als derjenige, der 1770 erstmals Menschen hypnotisierte, indem er ihnen Magneten auflegte. Später widmete sich Oskar Vogt der Weiterentwicklung der Technik. Dessen Schüler Johannes Heinrich Schultz entwickelte schließlich das Autogene Training. Die Behandlungsmethode hat also eine lange Geschichte und ist auch heute noch vielfältig einsetzbar.

Längst geht es nicht mehr nur um die Bearbeitung von traumatischen Erlebnissen. Hypnose sei heutzutage vor allem ein geeigneter Weg, um Blockaden und Stress zu lösen, so Reza Hojatil, Hypnose- und Mentaltrainer in Kiel. Dabei müsse man sich nicht immer an einen Lehrer oder Therapeuten wenden. Vielmehr gelte es, Selbsthypnose zu lernen, um sich in schwierigen Situationen schnell selbst helfen zu können.

Hypnose hilft bei schmerzhaften Operationen - Schnellere Genesung möglich

Operation - Drei Ärzte bei chirurgischem Eingriff am OP-Tisch
In safe hands © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Hypnose hilft bei Operationen dem Körper und der Seele. Forscher erklärten in der Fachzeitschrift Clinical Psychology Review, dass mit Hilfe von Hypnose Schmerzen bei medizinischen Eingriffen abgemildert werden können. Dadurch benötigen Patienten, die mit Hypnose behandelt werden, weniger Schmerzmittel.

Außerdem schreitet die Genesung schneller voran. Für diese Ergebnisse hatten die Forscher 34 Studien ausgewertet. Bei den zugrundeliegenden Daten handelte es sich um gynäkologische Eingriffe, Brandwunden, oder Herz-Bypass-Operationen, bei denen Hypnose angewandt wurde.

Dabei wird eine Art Trance herbeigeführt und der Patient hat bei der OP ein Entspannungsgefühl und deshalb weniger Schmerzen.

Durchführung einer Hypnosesitzung

In der Regel führt man Hypnose-Behandlungen in einzelnen Sitzungen durch.

  1. Bevor die Sitzung beginnt, spricht der Therapeut mit dem Patienten und erklärt ihm den Ablauf und die Wirkungsweise der Hypnose, um damit eventuellen Ängsten oder Vorbehalten entgegenzuwirken.

  2. Während der Hypnosesitzung legt oder setzt sich die zu behandelnde Person entspannt hin.

  3. Zunächst redet der Hypnotiseur oder Therapeut ruhig und gleichmäßig auf den Patienten ein.

  4. Darüber hinaus kann die zu hypnotisierende Person auch solange fest auf einen bestimmten Gegenstand oder ein Licht blicken, bis der Trancezustand eintritt.

Ursachenforschung

Nachdem dieser Zustand erreicht wurde, beginnt der Therapeut damit bestimmte Fragen zu stellen. Auf diese Weise sollen die Ursachen der psychischen Probleme des Patienten ermittelt werden.

Wirkungsweisen

Während sich der Patient im Zustand der Hypnose befindet, verändert sich seine Wahrnehmung. Dadurch kann er von seinen üblichen Denk- und Verhaltensmustern abrücken.

Weitere Effekte der Hypnose sind die Verlangsamung

sodass die Hypnose auch eine sehr entspannende Wirkung hat. Zum Abschluss der Hypnose holt der Hypnotiseur den Patienten wieder durch gezielte Anweisungen zurück in den Normalzustand. Danach werden die Erlebnisse während der Hypnose besprochen.

Dauer der Behandlung

In den meisten Fällen dauert eine Hypnose-Sitzung etwa 30–60 Minuten. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, sind in der Regel zehn bis zwanzig Hypnose-Behandlungen erforderlich. Diese werden zumeist im Abstand von einer Woche durchgeführt.

Mögliche Komplikationen

Wird eine Hypnotherapie fachgerecht durchgeführt, kommt es bei gesunden Menschen zu keinen Komplikationen oder Risiken. Allerdings kann es während einer Hypnose zu bislang verdrängten, unerfreulichen Erinnerungen kommen.

Wenn eine Hypnose zu früh abgebrochen wird, können Beschwerden wie

auftreten.

Hypnose-Show: Hypnotiseur fällt in Ohnmacht

In Portland fällt ein Hypnotiseur während einer Hypnose-Show in Ohnmacht - Vermutete Inszenierung

Bärtiger Mann mit Halbglatze, blauem Hemd und Krawatte lässt ein Pendel schwingen
hypnosis © Kirill Zdorov - www.fotolia.de

Während einer Hypnose-Show im Royal Manor Theatre in Portland fiel der Hypnotiseur David Day so unglücklich hin, dass er das Bewusstsein verlor. Seine Probanden, die er kurz vorher in Trance versetzt hatte, mussten warten, bis er wieder fit war, um aus der Hypnose aufgeweckt zu werden.

Bewusstlosigkeit durch Sturz

So hatten es die Zuschauer sicher nicht erwartet. Drei von ihnen ließen sich bei einer Show in Hypnose versetzen. Sie bekamen die Anweisung, sich als Marsmenschen zu fühlen. Alles klappte, wie gewohnt bis zu jenem Augenblick als der Hypnotiseur David Day ins Stolpern geriet. Dabei stürzte er so unglücklich, dass er ohnmächtig wurde. Die Show wurde abgebrochen und Helfer eilten auf die Bühne.

Da David Day nicht gleich wieder erwachte, bat man die Zuschauer, das Theater zu verlassen. Als der Hypnotiseur nach einiger Zeit wieder das Bewusstsein erlangte, konnte er endlich auch die „Marsmenschen“ zurück ins reale Leben holen. Die hatten zwar, wie sie später erzählten, den Tumult mitbekommen, fühlten mental sich jedoch nicht zuständig, um zu helfen.

Studenten gehen von einer Inszenierung aus

Im Nachhinein kam die Vermutung auf, dass es sich bei diesem Vorfall um eine Inszenierung handelte. Es waren Studenten anwesend, die während der Vorführung filmten. Day hatte, so die Annahme, mit seinem spektakulären Fall beweisen wollen, dass die Teilnehmer in Hypnose nicht das Bedürfnis hatten, helfend einzugreifen. Die Managerin des Show-Hypnotiseurs wies dies jedoch strikt von sich.

Weltrekord durch Massenhypnose versucht– und gescheitert

Der Hypnosetherapeut Chris Hughes aus England hatte Großes vor.

Anlässlich des Tags der Hypnose wollte er die größte Menschenmasse der Welt hypnotisieren. Allerdings lief es anders, als geplant, und die Masse war enttäuscht und verärgert.

Via Internet bzw. Twitter und Facebook wollte der Brite die Menschen hypnotisieren. Allerdings begann die Hypnose 20 Minuten später als geplant, außerdem solle sie nur funktionieren, wenn man wirklich daran glaube – Einschränkungen also, wie sie bei jeder minderwertigen Kartenlegerei gemacht werden.

Ziel der Hypnose war es, dass die Zuschauer weder Augen öffnen noch sich vom Stuhl erheben können sollten. Im Endeffekt war es eine Lobhudelei seiner eigenen Taten, mehr als eine Meditation incl. der Musik konnten die enttäuschten Hypnosewilligen nicht feststellen.

Diese „Socialtrance-Session“, wie es genannt wurde, wäre ohnehin nicht ins Guiness-Buch der Rekorde aufgenommen worden, da die Hypnotisierten nicht hätten dokumentiert werden können.

Kolumbien - Studenten wachen nach einer Gruppenhypnose nicht mehr auf

An einer Hochschule im kolumbianischen Mocoa sollte sich eine Gruppe Studenten einer Massenhypnose unterziehen.

Zunächst verlief alles nach Plan, doch als es darum ging die Studenten wieder aus ihrer Trance zurückzuholen, kamen rund 30 Teilnehmer nicht mehr zu Bewusstsein und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Mittlerweile geht es allen Beteiligten zwar wieder gut, doch die nächsten Tage stehen sie noch unter ärztlicher Beobachtung. Der Hypnotiseur muss sich nun wahrscheinlich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Grundinformationen zur Hypnose

  • Unterschiedliche Anwendungsgebiete, Geschichte und Ablauf einer Hypnose-Behandlung

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  • Bildnachweis: pendulum © e-pyton - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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