6. September 2008
Von K. Schumann
Beim Schwebebad befindet man sich in einem mit warmem Salzwasser gefülltem Tank, der auch Samadhi-Tank genannt wird. Samadhi bedeutet im Buddhismus "Eins sein mit dem Universum". Und genau dies ist das Ziel eines Schwebebads.
Das Schwebebad wurde 1954 von dem Gehirnforscher Dr. John Lilly in Kalifornien entwickelt. Er wollte herausfinden ob das Gehirn auch unabhängig von äußeren Reizen arbeiten kann. Dafür entwickelte er einen Tank, in dem keinerlei Umweltreize das Gehirn beeinflussen können.
Die Tanks sind schall- und lichtisoliert. Über ein Zirkulationssystem gelangt ständig frische Luft in den Tank. Auf Grund des Auftriebs ist ein Untergehen nicht möglich. So können sowohl Nichtschwimmer als auch Schwimmer im Schwebebad entspannen.
Durch den hohen Salzwassergehalt fällt der Einfluss der Schwerkraft weg, man hat das Gefühl zu schweben. Normalerweise verwendet unser Körper viel Energie um gegen die Schwerkraft anzugehen. So ist viel Aufwand nötig, damit wir das Gleichgewicht halten können oder damit unser Blut kopfwärts fließt. Diese Energie hat er nun für andere Prozesse übrig. Lilly stellte fest, dass das Gehirn ohne äußere Reizeinwirkungen wesentlich intensiver arbeiten kann. Es setzt eine tiefe Entspannung ein, die Zugang zu neuen Bewusstseinsebenen zulässt. Das Gehirn sendet vermehrt Alpha- und Tetawellen, die normalerweise während des Schlafs oder während einer Meditation auftreten. Man befindet sich also in einem Zustand entspannter Wachheit bzw. tiefer Entspannung. Während des Badens werden Endorphine freigesetzt, die ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit verursachen. Körperteile die unter normalen Umständen stark belastet sind (z.B. die Wirbelsäule) haben Zeit zur Regeneration. Auch bei Angstzuständen oder Depressionen können Schwebebäder hilfreich sein. Sogar Menschen mit Klaustrophobie (Platzangst) müssen auf ein Schwebebad nicht verzichten, da in der Schwerelosigkeit Enge und Raum nicht wahrgenommen werden. Die Sole wirkt entschlackend und ausgleichend auf den Säure-Basen-Haushalt. Somit findet das Schwebebad sowohl im therapeutischen, als auch im Wellness-Bereich seinen Einsatz. Die Kosten für eine Stunde im Schwebetank liegen bei ca. 50 Euro.
Nach einer Stunde im Schwebebad, in der man nur seinen eigenen Atem spürt und seinem Herzschlag lauscht, kehrt man entspannt und gestärkt in den Alltag zurück. Dr. Lilly selbst sagte, dass zwei Stunden im Schwebebad in etwa dem Entspannungswert von acht Stunden Schlaf entsprechen.
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