14. Dezember 2009
Als Moorbad bezeichnet man ein Bad in speziellem Badetorf. Es dient sowohl der Linderung von Schmerzen als auch zur Pflege der Haut.
Zweck eines Moorbads ist die Behandlung von verschiedenen Beschwerden und Krankheiten durch die Anwendung von Badetorf. Darüber hinaus dient ein Moorbad aber auch zur Entspannung sowie zur Pflege der Haut. Moorbäder können sowohl als Vollbad als auch nur als Teilbad genommen werden. Bei diesem speziellen Bad vermischt man in Mooren angebauten Badetorf mit heißem Wasser. Durch diese Mischung kommt es zu einer lang anhaltenden und wohltuenden Wärmewirkung auf den Körper. So lassen sich zahlreiche Beschwerden durch die Anwendung eines Moorbads lindern. Aufgrund der heilenden und entspannenden Wirkung des Badetorfs bieten zahlreiche Kurorte Moorbäder als Anwendung an. So werden manche Kurorte auch als Moorbad oder Moorheilbad bezeichnet. Moorbäder sind zudem ein wichtiger Bestandteil der Balneotherapie (Bäderbehandlung).
Moorbäder können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits der berühmte Arzt und Alchemist Paracelsus (1493 – 1541) empfahl Moor als heilendes Mittel bei verschiedenen Krankheiten. Später führten Soldaten des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte (1769 – 1821) Moorbäder in Deutschland ein. Die Franzosen hatten die Moorbäder während des Ägyptenfeldzuges kennen und schätzen gelernt. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig, im Jahre 1813, richtete Napoleons Bruder Jerome Bonaparte (1784 – 1860) ein erstes Kurbad mit Mooranwendungen im niedersächsischen Bad Nenndorf für seine Truppen ein. Schließlich entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts immer mehr Moorbäder in Europa.
Der Vorteil des Badetorfs liegt darin, dass er ein ausgezeichneter Wärmespeicher ist. Die Wärme kann lange gehalten werden und wird während des Moorbads wesentlich langsamer, als dies bei Wasser der Fall ist, an den Körper abgegeben. Da Moorbäder aus dickem Brei die Wärme noch länger speichern können als wässrige Moorbäder, sind sie deutlich wirksamer. Aus diesem Grund werden Moorbäder als Überwärmungsbäder angewandt. Die Temperaturen können dabei bis zu 46 Grad Celsius erreichen. Durch das Bad kommt es nach ca. zwanzig Minuten zu einem Anstieg der Körpertemperatur um etwa zwei Grad Celsius. Dies entspricht einem künstlichen Fieber und wirkt sich positiv auf das Immunsystem und den Stoffwechsel aus. Darüber hinaus enthält Badetorf Substanzen, wie zum Beispiel Huminsäure, die entzündungshemmend wirken. Des Weiteren finden sich in einem Moorbad weitere wertvolle Wirkstoffe wie beispielsweise Kalzium, Magnesium, Mangan, Eisen, Kupfer und Kieselsäure.
Zur therapeutischen Anwendung kommen Moorbäder bei Krankheiten und Beschwerden wie Rheuma, Arthrose, Knochenschwund (Osteoporose), gynäkologischen Erkrankungen, Morbus Bechterew sowie bei Beschwerden in den Wechseljahren. Nicht anwenden sollte man ein Moorbad hingegen bei Herzerkrankungen, entzündlichen Krankheiten, Krampfadern, akuter Endometriose, zu hohem Blutdruck, sehr empfindlicher Haut, nässenden Ekzemen, offenen Wunden sowie bei Krebs. Auch während der Schwangerschaft sollte man lieber auf ein Moorbad verzichten.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
25.12.11 | |
![]() | MOORBAD |
16.07.11 | |
![]() | MOORBAD |
28.01.11 | |
![]() | MOORBAD |
20.12.10 | |
![]() | MOORBAD |
21.10.10 | |
![]() | MOORBAD |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Moorbad Forum

