9. März 2011
Von Viola Reinhardt
Paracelsus hat den Moorschlamm schon im 14. Jahrhundert empfohlen und auch die Ägypter heilten vor rund 4000 Jahren so manche Erkrankung mit dem breiigen Nilschlamm. Gesunde Inhaltstoffe und eine besondere Wirkung zeichnen den Badetorf aus, weshalb er für die eigenen vier Wände ebenso erhältlich ist als auch im Rahmen einer Kur.
Zahlreiche Pflanzenstoffe, wie etwa die Zellulose, weibliche Östrogene, Huminsäure und viele weitere noch nicht erforschte Inhaltsstoffe, lassen das Moorbad zu einem Gesundheits- und Wellnessprodukt werden. Entkrampfend, schmerzlindernd, entspannend, beruhigend und anregend für den Stoffwechsel, werden dem Moorbad selbst heilunterstützende Kräfte in Sachen Unfruchtbarkeit nachgesagt. Hierzu gibt es sogar Kurbetriebe, die speziell Frauenkuren mit dem Moorbad anbieten, die eben unter einer solchen Problematik leiden.
Doch auch bei Rheuma, Arthrose, Osteoporose, Wechseljahrbeschwerden oder Morbus Bechterew (versteifende Wirbelentzündung) lassen sich mit regelmäßigen Moorbädern sehr gute Erfolge erzielen. Hier wirkt der Badetorf als eine haltende Wärmequelle, die ihre Wärme langsamer abgibt als zum Beispiel normales Wasser. So fällt es auch kaum auf, wenn die Temperatur auf 46 Grad Celsius gebracht wir. Im Gegenteil, während des 30-minütigen Bades spürt man eine wohltuende Entspannung der Muskulatur, ein Durchwärmen schmerzender Gelenke, sowie oft auch ein angenehmes Kribbeln. Letzteres liegt daran, dass die Durchblutung durch das heiße Moorbad angeregt wird.
Verwendet wird für die Bäder spezieller Torf, der extra für die Heilzwecke abgebaut wird. Aufgrund hygienischer Aspekte sollte man ein Moorbad stets alleine genießen. In Kurbetrieben gilt deshalb, dass nach dem Bad der verwendete Badetorf entsorgt wird. Auch im eigenen Badezimmer kann man Moorbäder anwenden, allerdings sind diese eher wässrig und weniger gut geeignet wie ein richtiges "Schlammbad", das unter anderem dickflüssiger und gehaltvoller ist. Bei beiden Formen allerdings gilt, dass durch die enthaltene Wärme im Torf die Körpertemperatur um bis zu 2 Grad Celsius ansteigt. Dieser Vorgang ist beabsichtigt, denn durch solch ein "künstliches Fieber" werden zahlreiche entzündliche Prozesse gelindert.
Das Moorbad als Heil- und Entspannungsmöglichkeit ist jedoch nicht für alle Menschen gleich gut geeignet. Die Kontraindikationen (Gegenanzeigen) sind eine Schwangerschaft, offene Wunden oder nässende Ekzeme, Herzkrankheiten, Bluthochdruck, entzündliche chronische Krankheiten, eine akute Endometriose (chronische Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut), sowie starke Krampfadern, Krebs und eine sehr empfindliche Haut. Hier würde ein Moorbad mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.
Als Teil der Balneotherapie werden die Kosten im Rahmen einer Kur zum Teil auch von den Krankenkassen getragen, da das Moor nachweislich sehr gute Wirkungen auf bestimmte Erkrankungen erzielen kann. Noch sind nicht alle Inhaltsstoffe des Moores entschlüsselt, doch auch ohne komplette Auflistung der Wirkstoffe ist das Moorbad eine sehr beruhigende und gesunde Sache. Und wem das Bad doch eher unangenehm erscheint, hat immer noch die Wahl einer Moorpackung, die man auf die schmerzenden Gelenke auflegen kann und die somit oftmals sogar noch die Wirkung eines Moorbades toppen können.
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