6. November 2009
Von Viola Reinhardt
Stellen Sie sich einmal folgendes Bild gedanklich vor: Ein verschneiter Wintertag an einem fast zu gefrorenen Badesee, viele nackte Menschen und sie mitten drin und alle tauchen für einige Sekunden oder Minuten in das nur wenige Grad kalte Wasser ein. Friert es Sie bereits allein bei dem Gedanken daran? Kein Wunder, denn normalerweise badet man dann doch eher bei Wassertemperaturen ab etwa 24 Grad. Doch beim Eisbaden ist alles ein bisschen anders, aber auch gesünder. Paradox?
Das Eisbaden hat in vielen Ländern, besonders in den wirklich kalten Ländern dieser Welt, schon eine äußerst lange Tradition. Hierbei handelt es sich nicht um Verrückte, sondern vielmehr um Kenner dessen was der Gesundheit förderlich ist. Mag es sich auch etwas brachial anhören, dass man bei Wassertemperaturen von etwa 0 bis 5 Grad baden geht, zeigt sich jedoch bei dem Eisbaden eine Vielfalt an gesundheitlichen Aspekten, die wirklich nicht zu verachten sind. Doch zunächst ein paar Worte zum Ablauf des Eisbadens.
Grundsätzlich sollte man sowohl als Neuling des Eisbadens als auch als "alter Hase" darauf achten, dass man nicht zu schnell in das Wasser eintaucht, um die Organe und den Organismus nicht im wahrsten Sinne des Wortes zu schocken. Aufgrund der sehr raschen Unterversorgung der Extremitäten, sollte man zudem nicht ohne Neoprenschutz an den Füssen in das eisige Wasser gehen und stets darauf bedacht sein die Hände oberhalb der Wasserfläche zu lassen. Auch der Kopf sollte am besten nicht untergetaucht werden, obwohl es selbst da sogenannte Hardcore-Eisbader gibt, die das durchaus tun.
Neulingen wird es empfohlen nur für wenige Sekunden in das Eiswasser zu steigen, da es für den Körper wirklich keine leicht zu verkraftende Angelegenheit ist. Sich anschließend sofort abzutrocknen und dick anzuziehen, ist ein weiteres Muss nach dem Bad im kalten Wasser. Dies gilt übrigens auch für Fortgeschrittene und Dauerpraktizierer dieser, zugegebenermaßen, nicht ganz herkömmlichen Methode die Immunabwehr auf Vordermann zu bringen, allerdings kommt das Warmanziehen bei diesen Kennern zumeist erst nach einem bis zu fünf Minuten dauernden Bad.
Gesundheitlich bietet das Eisbaden einen Turbogang in der Kräftigung der körperlichen Abwehrkräfte. Zum einen wird der Körper recht schnell unter Normaltemperatur gebracht, was den Organismus dazu bringt auf die Schnelle Energie bereitzustellen, um die normale Körpertemperatur wieder zur Regulation zu bringen. Zum anderen wird gleichzeitig die Durchblutung stark angekurbelt, sodass die Blutzirkulation besser vonstatten geht. Dass das Gewebe der Haut sich zusammenzieht und somit auch noch nebenbei ein Bodyforming absolviert wird, sei nur der vollständigkeitshalber erwähnt.
Wem solch ein eisiges Vergnügen denn doch etwas zu hart ist, hat natürlich auch die etwas sanftere Variante zur Auswahl: Das Tauchbecken in der Sauna. Der Vorteil ist hierbei, dass der Körper durch das Saunieren "kocht" und die folgende Abkühlung dann nicht ganz so extrem empfunden wird. Und gesund ist auch diese Form des Eisbadens, weil gleiche Effekte dabei entstehen. Begonnen werden sollte mit dem "Eisbaden-Training" am besten schon im Herbst, denn dann hat der Körper Zeit sich an dieses feuchte und eisige Hobby zu gewöhnen.
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