27. September 2010
(dgk) Vitamin-D-Mangel ist bei Menschen in Deutschland sehr weit verbreitet. Insbesondere Ältere sind gefährdet, da sie sich in der Regel wenig in der Sonne aufhalten und auch weil bei ihnen die Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese schwindet.
Senioren in Pflegeheimen und Krankenhäusern erhalten deshalb häufig Vitamin-D-Präparate als Ergänzung. Die negativen Auswirkungen eines Vitamin-D-Mangels auf die Gesundheit sind vielfältig. Bekannt ist, dass das Risiko für Osteoporose, Depressionen, Herzkrankheiten und Krebserkrankungen steigt. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel hat außerdem einen negativen Einfluss auf bestimmte Hirnleistungen. Diesen Zusammenhang entdeckten Wissenschaftler um Katherine Tucker von der Tufts-Universität in Boston.
Ihre Studie bezog mehr als 1.000 Teilnehmer im Alter von 65 bis 99 Jahren ein, die häusliche Pflege erhielten. Die Forscher bewerteten Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Konzentrationen im Blut und neuropsychologischen Tests und schlossen daraus auf die kognitiven Fähigkeiten der Studienteilnehmer.
Kognitive Funktionen lassen sich laut der Arbeitsgruppe zum Beispiel daran messen, wie gut das Gehirn im Stande ist, verfügbare Informationen für Tätigkeiten des täglichen Lebens zu verwenden. Bei der Alzheimerkrankheit, die ungefähr 47 Prozent der Erwachsenen ab dem 85. Lebensjahr betrifft, ist diese kognitive Funktion stark beeinträchtigt.
Die Wissenschaftler entdeckten nun Verstoffwechslungswege des Vitamin D im Hippocampus und in den Kleinhirn-Gebieten, die an der Planung, der Verarbeitung, und dem Formen neuer Erinnerungen beteiligt sind. Die Forscher schließen daraus, dass Vitamin D an kognitiven Prozessen beteiligt ist.
Nur 35 Prozent der Studienteilnehmer hatten ausreichend hohe Konzentrationen von Vitamin D (mehr als 50 nmol/L) im Blut. Sie zeigten bessere kognitive Leistungen in Tests als diejenigen mit einem niedrigeren Vitamin-D-Blutspiegel. Die Unterschiede zeigten sich besonders deutlich in der kognitiven Flexibilität und bei flexiblen Denkprozessen.
Quellen:
Katherine L. Tucker et al, Vitamin D Is Associated With Cognitive Function in Elders Receiving Home Health Services, J Gerontol A Biol Sci Med Sci (2009) 64A (8): 888-895,doi: 10.1093/gerona/glp032, Abstract: biomedgerontology.oxfordjournals.org/content/64A/8/888.abstract
David J. Llewellyn et al, Vitamin D and Risk of Cognitive Decline in Elderly Persons, Arch Intern Med. 2010;170(13):1135-1141. doi:10.1001/archinternmed.2010.173, Abstract: archinte.ama-assn.org/cgi/content/abstract/170/13/1135
Allain TJ, Dhesi J., Hypovitaminosis D in older adults. Gerontology. 2003;49(5):273-278, Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12920346
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