3. August 2010
Bei einer Verringerung des Koffeinkonsums kann es zu Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen und Reizbarkeit kommen. Diese Beschwerden sind aber nur vorübergehend.
Die anregende Wirkung von Koffein auf zellulärer Ebene basiert darauf, dass im wachen Zustand von den Nervenzellen Botenstoffe ausgetauscht werden. Dabei kommt es zum Verbrauch von Energie, wodurch als Nebenprodukt Adenosin entsteht. Dieses hat die Aufgabe, das Gehirn vor Überanstrengung zu bewahren. Dazu setzt es sich an spezielle Rezeptoren auf der Nervenbahn an. Nachdem das Adenosin gebunden ist, arbeiten die Nervenzellen etwas langsamer, wodurch das Gehirn vor Überanstrengung geschützt wird. Koffein weist in seiner chemischen Struktur Ähnlichkeit mit Adenosin auf, wodurch es dieselben Rezeptoren besetzen kann. Allerdings werden die Rezeptoren durch das Koffein nicht aktiviert. Da das Adenosin nun nicht mehr andocken kann, erhalten die Nervenbahnen auch kein Signal und arbeiten weiter, obwohl die Adenosinkonzentration ansteigt. Werden über längere Zeit höhere Koffeindosen eingenommen, tritt jedoch eine Veränderung der Nervenzellen ein. Bei diesen kommt es wieder zu einer Reaktion auf das fehlende Adenosin-Signal und es werden mehr Rezeptoren ausgebildet. Dadurch können sich die Adenosin-Moleküle wieder an die Rezeptoren binden. Schließlich arbeiten die Nervenzellen langsamer, da der anregende Effekt des Koffeins eingeschränkt wird. Zu dieser Toleranz kann es bereits nach sechs bis fünfzehn Tagen von starkem Koffeinkonsum kommen.
Verringert man den Konsum von Koffein stark, besteht die Möglichkeit, dass verschiedene Entzugserscheinungen auftreten. Dazu gehören u.a. Kopfschmerzen, Reizbarkeit, depressive Stimmung, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Energieverlust, Müdigkeit und Übelkeit. Diese Erscheinungen sind jedoch nur vorübergehend und dauern zwischen zwei und neun Tage. Wird das Koffein zu hoch dosiert, kann es zu einem stark beschleunigtem Puls und Erregungserscheinungen kommen.
Koffein wird auch für Arzneimittel genutzt. So verwendet man es in Kombinationsschmerzmitteln, da es die analgetische Wirkstärke von Paracetamol und Acetylsalicylsäure erhöht, wodurch sich deren Dosis reduzieren lässt.
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