US-Forscher ermitteln dank Gensequenz den Infektionsweg eines tödlichen Bakteriums

Ermittlung des genauen Übertragungswegs durch Genmutationen von Klebsiella pneumoniae

Von Cornelia Scherpe
28. August 2012

Klebsiella pneumoniae ist ein alles andere als harmloser Keim. Diese Bakterien sind gegen fast jedes Antibiotikum immun und werden sehr leicht von einem auf den anderen Menschen übertragen.

In den USA war es daher über Monate hinweg in einem Krankenhaus zum Horrorszenario gekommen. Die Erreger ließen sich trotz intensiver Vorsicht nicht aufhalten und wurden bei 18 Patienten nachgewiesen. Elf davon mussten nach der Infektion sogar sterben, wobei nur fünf an ihrer Grunderkrankung starben und sechs von ihnen nachweislich durch die Bakterieninfektion.

Ermittlung der Übertragungswege der Bakterien

Doch mit Hilfe der Gentechnik konnten die Forscher diesem Keim nun auf die Schliche kommen. Man ermittelte durch eine Gensequenz, welchen Infektionsweg der tödlichen Keim genommen hatte. Dafür nahm man Proben von Betroffenen und sah sich die Gene des Erregers an. Dabei vielen diverse Mutationen auf.

Diese Mutationen existierten aber nicht losgelöst voneinander, sondern bildeten regelrecht eine Zeitachse. So konnten die Forscher genau verfolgen, wann das Bakterium auf wen übergegangen war. Dies half den Ärzten, den genauen Übertragungsweg zu verstehen.

Es war eine Patientin, die den Erreger in das Innere der Klinik gebracht hatte. Der Keim sprang dann auf einen Patienten, dessen Symptome ihn eigentlich erst als den Dritten in der Infektionsreihe erschienen ließen. Tatsächlich war er aber die Nummer zwei und gab den Erreger dann an den offiziell zweiten Fall weiter.

So konnte auch anhand der Dienstpläne von Ärzten und Pflegepersonal ermittelt werden, welchen Übertragungsweg es genau gegeben hatte und dieser wurde schlussendlich abgeschnitten.