7. April 2010
(dgk) Kalzium ist gut für Knochen und Zähne. Das weiß heute jedes Kind. Aber dass eine überdurchschnittlich hohe Aufnahme von Kalzium offenbar die Lebenserwartung verlängert, ist eine neue Erkenntnis. Herausgefunden haben das die Autoren einer schwedischen Studie, die im American Journal of Epidemiology im Februar 2010 veröffentlicht wurde.
Grundlage für die Studie am Karolinska Institutet in Stockholm war eine Langzeitbeobachtung von 23.366 schwedischen Männern im Alter von 45 bis 79 Jahren. Basierend auf Befragungen nach den Ernährungsgewohnheiten, kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Männer, die wesentlich mehr Kalzium zu sich nahmen als allgemein empfohlen, ein um 23 Prozent niedrigeres Risiko hatten, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben. In der Gruppe mit der höchsten Kalziumzufuhr wurden durchschnittlich 1.953 mg zu sich genommen (nur aus der Nahrung; es wurden keine Nahrungsergänzungsmittel genommen); die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lautet 1.000 mg täglich.
Kalzium unterstützt nicht nur den Erhalt der Knochengesundheit, sondern führt auch zu niedrigerem Blutdruck und senkt den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Diese Effekte, die auch das Diabetes-Risiko senken, sind nach Meinung der schwedischen Wissenschaftler ausschlaggebend für die bessere Herzgesundheit bei den Männern mit hoher Kalziumzufuhr.
Dass ähnliche Effekte auch für Frauen zutreffen, davon sind die Stockholmer überzeugt. Sie verweisen auf eine Studie in den USA mit 34.486 Frauen nach der Menopause, die ebenfalls eine niedrigere Sterblichkeit an Herzkrankheiten mit hoher Kalziumzufuhr in Verbindung brachte.
In großen Mengen befindet sich Kalzium vor allem in Milch und Milchprodukten (vor allem Hartkäse), aber auch in Obst, Tofu, Grünkohl, Bohnen und anderen Gemüsesorten. Allerdings ist Kalzium im Gemüse weniger verfügbar, da es teilweise an Oxalsäure gebunden ist, was die Aufnahme hemmt. Obwohl Brot und Backwaren nur wenig Kalzium enthalten, tragen diese Lebensmittel aufgrund des mengenmäßig hohen Verzehrs zur Bedarfsdeckung bei. Der Bedarf ist bei Kindern und Jugendlichen erhöht, da sie sich im Wachstum befinden und zusätzliches Kalzium zum Knochenaufbau benötigen. Auch Schwangere und Stillende sollten auf eine höhere Zufuhr achten.
Quelle:
Joanna Kaluza et al (2010): Dietary Calcium and Magnesium Intake and Mortality: A Prospective Study of Men, American Journal of Epidemiology, doi:10.1093/aje/kwp467 (published online on Feb-ruary 19, 2010) aje.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/kwp467
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