Eiweiß Artikel
Wie viel Protein brauchen wir?
Dass Protein für eine ausgewogene und gesunde Ernährung von übergeordneter Wichtigkeit ist, war seit jeher bekannt. Wie wir im ersten Teil dieses Artikels erfahren haben, haben australische Forscher herausgefunden, dass eine eiweißreiche Ernährung auch den Fettstoffwechsel beschleunigen kann. Und das insbesondere bei übergewichtigen Personen. Protein ist aber für alle, die abnehmen wollen auch aus anderen Gründen interessant.
Neben des gesteigerten Fettstoffwechsels, bewirkt das Protein auch eine Erhöhung des Kalorienumsatzes insgesamt. Für die Verdauung und das Einlagern in das Gewebe benötigt unser Organismus mehr Energie, als für das Aufspalten von Kohlenhydraten und Fetten. Ein Überschuss an Protein trägt außerdem dazu bei, dass die Effizienz der Insulinausschüttung erhöht und als Konsequenz daraus der Fettabbau unterstützt wird.
Einige Ernährungsexperten gehen davon aus, dass der Grund für die Diät-unterstützende Wirkung des Proteins im Leucin liegt. Diese Aminosäure erfüllt ihre Funktion hauptsächlich im Erhalt von Muskelgewebe und könnte deshalb der Schlüsselfaktor sein. Während einer kalorienarmen Diät besteht immer die Gefahr, dass neben Fettgewebe auch Muskelzellen zu Energiegewinnung aufgespalten werden. Problematisch daran ist, dass Muskeln die Hauptverantwortlichen für unseren Stoffwechselumsatz sind. Je mehr Muskelgewebe unser Organismus besitzt, um so mehr Energie kann er verbrennen. Um während einer Abnehmphase den Metabolismus nicht in den Keller fallen zu lassen, ist es immer wichtig, auf den Muskelerhalt zu achten. Während der menschliche Körper einige Aminosäuren selbst herstellen kann, muss Leucin mit der Nahrung aufgeführt werden. Neben fettarmen Molkeprodukten sind Fisch, Eier und Geflügel die ergiebigsten Leucin-Quellen.
Doch wie viel Protein brauchen wir? - Eine Frage, an der sich kluge Geister seit mehreren Jahrzehnten scheiden. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Empfehlung von knapp ein Gramm pro Kilogramm Körpergewicht ausspricht, gilt in Sportlerkreisen die Faustregel von zwei bis sogar drei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Die Wahrheit dürfte abhängig von der individuellen Trainingshäufigkeit, Alter und anderen Faktoren irgendwo in der Mitte liegen.
Eine proteinreiche Ernährung ist aber nicht für jeden gleichermaßen gut. Personen, die an einer Nieren- oder Lebererkrankung leiden, sollten die Ernährungsumstellung vorher mit ihren Ärzten absprechen. Für gesunde Menschen gilt, dass sie bei einem gesteigerten Eiweißkonsum auch ihre Flüssigkeitszufuhr erhöhen sollten, um die bei der Eiweißverdauung gebildeten Stickstoffe schneller aus den Körper spülen zu können und dadurch die Nieren entlasten.
Beachten Sie, dass nicht jede Proteinquelle für eine Diät geeignet ist. Wenn Sie zur Deckung Ihres Eiweißbedarfs überwiegend zu Fleisch und Molkereierzeugnisse greifen, landen auch jede Menge gesättigter Fettsäuren auf Ihren Tellern. Damit steigt nicht nur Ihr LDL-Cholesterin, sondern laut Statistiken auch Ihr Risiko an Darmkrebs zu erkranken.
Trotz der positiven Eigenschaften, die Protein für Ihre Abnehmambitionen liefern kann, sollten Sie radikale Schritte vermeiden und beispielsweise den Gemüsekonsum einschränken, um mehr Eiweiß essen zu können. Unter der Ausgewogenheit verbirgt sich der Pfad zur kleineren Konfektionsgröße. Versuchen Sie eher weniger von den großen Kohlenhydratquellen wie Brot, Nudeln und Kartoffeln etwas zu reduzieren und die eingesparten Kalorien mit Eiweißlieferanten zu decken.