Allgemeines über Eisen - Merkmale, Funktion, Bedarf und Vorkommen

Als Eisen bezeichnet man ein essentielles Spurenelement. Es hat verschiedene Funktionen.

Bei Eisen handelt es sich um ein wichtiges Spurenelement, welches z.B. in Fleisch und Hülsenfrüchten enthalten ist - durch Vitamin C kann man die Eisenaufnahme erhöhen

Eisen (Ferro) gehört zu den Spurenelementen. Es erfüllt verschiedene wichtige Funktionen. Im menschlichen Körper befinden sich idealerweise zwischen 4,5 und 5 Gramm Eisen. Das ist keine Folge der Umweltverschmutzung, sondern im Gegenteil sehr wichtig für das Funktionieren des menschlichen Organismus. Eisen ist wichtig für den gesamten Stoffwechsel.

Funktion

Das Spurenelement hat mehrere Aufgaben. Seine Hauptfunktion ist die Versorgung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im menschlichen Organismus mit Sauerstoff. In Form von Hämoglobin wird der Sauerstoff durch den Körper transportiert.

In Form von Myoglobin speichert Eisen den Sauerstoff in der Muskulatur. Außerdem beteiligt sich das Spurenelement auch an der Energiegewinnung in den Mitochondrien im Stoffwechsel der Atmungskette.

Weitere Funktionen von Eisen sind:

  • die Mitwirkung bei der Bildung der Zellen
  • der Abbau von Radikalen
  • die Synthetisierung von unterschiedlichen Transmittern und Hormonen wie Dopamin und Adrenalin

Bedarf

Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung wird dem Körper in der Regel genügend Eisen zugeführt. Der natürliche und tägliche Abbau von Eisen ist gering und wird mit der Nahrung ausgeglichen.

  • Kleinkinder haben einen Eisenbedarf von 1 bis 1,5 Milligramm pro Tag,
  • schwangere Frauen benötigen bis zu 2,5 Milligramm des wichtigen Spurenelements.

Frauen haben wegen der monatlichen Menstruationsblutung insgesamt einen höheren Eisenbedarf. Mit zwei Milliliter Blut geht etwa ein Milligramm Eisen verloren. Bei der Menstruation verlieren Frauen monatlich etwa 30 bis 60 Milliliter Blut. Auch Frauen, die sich im gebärfähigen Alter befinden, haben einen etwas höheren Eisenbedarf.

Vorkommen von Eisen in der Nahrung

Eisen kommt in unterschiedlichen Lebensmitteln vor, wo es in verschiedenen Formen vorhanden ist. So ist das Spurenelement in pflanzlichen Nahrungsmitteln zumeist ionisiert, wodurch es schlechter verwertbar ist als das Hämeisen, das in tierischen Lebensmitteln vorkommt.

Aus diesem Grund wurde schon häufig darüber diskutiert, ob durch eine vegetarische Ernährung die Versorgung mit Eisen ausreichend gewährleistet ist.

Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme

Durch die Zugabe von Vitamin C wird die Resorption (Stoffaufnahme) von Eisen erhöht, was besonders für vegetarische Ernährung gilt. Gleichzeitig wird die Wirkung von resorptionshemmenden Stoffen aufgehoben.

Normalerweise kommt es durch diese Stoffe bei einer Verbindung mit Eisen zu Molekülkomplexen, die schwer löslich sind. Durch die Aufnahme von Vitamin C kann dieser Vorgang verhindert werden.

Eisenhaltige Lebensmittel

Zu den Lebensmitteln, in denen Eisen besonders reichhaltig vorhanden ist, gehören u.a.:

Übrigens: Dass Spinat sehr eisenreich ist, hält sich hartnäckig und darum werden Kinder auch heute noch vielfach gezwungen, das ungeliebte grüne Gemüse in großen Mengen zu essen.

Der vermeintlich hohe Eisenanteil im Spinat basiert jedoch auf einem Berechnungsfehler. Der Eisenanteil ist nicht höher als bei anderen Pflanzen und außerdem auch noch für den Körper schwieriger aufzunehmen, weil das Eisen sehr fest mit den Pflanzenbestandteilen verbunden ist.

Spinat und Sojabohnen, genauso wie Milchprodukte enthalten auch resorptionshemmende Stoffe. Als resorptionshemmende Stoffe gelten z.B.:

Durch den gleichzeitigen Verzehr eisenhaltiger Nahrungsmittel mit Milch, Milchprodukten, Kaffee oder Tee kann die Eisenaufnahme gehemmt werden.

Verdauung und Verwertung von Eisen

Die Aufnahme von Eisen ist wichtig für den menschlichen Organismus. Bei Eisenmangel kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen.

Resorption

Die Aufnahme von Eisen in den menschlichen Körper erfolgt in drei Schritten.

  1. Zunächst wird das Spurenelement aus dem Darm in die Schleimhautzellen (Mucosazellen) aufgenommen.
  2. Danach kommt es zum proteinabhängigen Transport und zur Speicherung in den Schleimhautzellen.
  3. Schließlich wird das Eisen an die Transportproteine des Bluts abgegeben.

Dabei kann der Organismus die Resorption des Eisens an den nötigen Bedarf anpassen.

  • Besteht erhöhter Bedarf an Eisen, ist es möglich, die Resorptionsrate auf bis zu 40 Prozent zu erhöhen.
  • Ist dagegen ein hoher Eisenbestand im Körper vorhanden, lässt sich die Rate auf ca. 5 Prozent absenken.

Im Durchschnitt kommt es bei Eisen aus tierischen Nahrungsmitteln zu einer Resorption von ca. 20 Prozent, bei pflanzlichen Lebensmitteln werden dagegen nur 3–8 Prozent resorbiert.

Verwertung

Die Verstoffwechselung des Eisens wird größtenteils vom Stoffwechsel der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestimmt. Jeden Tag kommt es zur Umwandlung von rund 24 Milligramm Eisen in Hämoglobin-Eisen.

Den größten Eisenanteil stellen jedoch Milz und Leber als wieder aufbereitetes Eisen dem Organismus zur Verfügung. Pro Tag scheidet der Mensch ca. ein Milligramm Eisen wieder aus.

Mögliche Folgen von Eisenmangel

Kommt es zu Eisenmangel, kann dies zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. So besteht die Gefahr von Mangelerscheinungen wie:

Schätzungsweise 20 Prozent der Weltbevölkerung leiden unter Eisenmangel. Besonders betroffen sind:

Gerade Frauen, die einmal schwanger waren, kennen den Hinweis des Arztes, dem Körper zusätzlich Eisen zuzuführen. Das ist wichtig, denn Eisen ist ein entscheidender Bestandteil des Stoffwechsels. Ohne Eisen kann der Körper nicht richtig arbeiten und es kann zu schweren Mangelerscheinungen kommen.

Gängigste Erscheinungsform von Eisenmangel ist Anämie, bei der es zu einer Verminderung der roten Blutkörperchen kommt, wodurch der sauerstoffabhängige Stoffwechsel beeinträchtigt wird. Allerdings wird leichter Eisenmangel heutzutage nicht mehr als problematisch angesehen, da es sich dabei auch um eine Schutzfunktion des Körpers handeln kann.

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Quellenangaben
  • arterie mit fließendem blut © sebastian kaulitzki - www.fotolia.de

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