30. April 2010
Von Andreas Hadel
Ihr turnusmäßiger Komplett-Check bei Ihrem Hausarzt hat einen erhöhten Cholesterinwert zum Vorschein gebracht. Aber was genau bedeutet das nun für Sie? Müssen sie alle cholesterinhaltigen Lebensmittel meiden und sich möglichst fettarm ernähren? Die Antwort ist ein klares Doppel-Nein. Im folgenden nehmen wir den gängigsten Cholesterinmythen den Wind aus den Segeln.
Die meisten Menschen glauben, dass sie ihren Cholesterinspiegel senken können, indem sie weniger Cholesterin über die Nahrung aufnehmen. Diätisches Cholesterin, also jenes Cholesterin, das wir über unser Essen aufnehmen, hat jedoch nicht viel mit dem Cholesterin in unserer Blutbahn zu tun. Die beiden Hauptverantwortlichen, die unsere Cholesterinwerte in die Höhe treiben, sind gesättigte Fettsäuren und Transfette. Neuere Studien deuten daraufhin, dass auch Zucker einen Anteil daran zu haben scheint. Gesättigte Fettsäuren finden sich in großer Menge u.a. in Speck und durchwachsenen Fleisch sowie in Butter und Vollmilchprodukten. Transfette befinden sich vor allem in Fertigspeisen wie sie im Supermarkt zu kaufen sind und in Fast Food.
Wie der obige Absatz schon angedeutet hat, kommt es auf die Art von Fetten an, die Sie konsumieren wollen. Während gesättigte Fettsäuren und Transfette ein absolutes No-Go sind, können Lebensmittel, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind, dabei helfen, den Anteil des LDL-Cholesterins (schlechtes Cholesterin) zu verringern und gleichzeitig den Wert des HDL-Cholesterins (gutes Cholesterin) erhöhen. Nüsse, Samen, Avocados, Olivenöl und bestimmte Fischsorten wie zum Beispiel Wild-Lachs und Makrele sind erstklassige Lieferanten von ungesättigten Fettsäuren.
Dieser Mythos birgt einen Funken Wahrheit in sich. Studien haben gezeigt, dass besonders Frauen von einen gelegentlichen Glas Rotwein hinsichtlich Gefäßerkrankungen profitieren können. Auf der anderen Seite erhöht übermäßiger Alkoholgenuss die Triglycerid-Werte, was wiederum zu einem höheren Cholesterinspiegel führen kann. Wenn Sie Rotwein hin und wieder geniessen, in ihm aber kein potentielles Medikament sehen, sind Sie auf der sicheren Seite.
Neben Fett und Cholesterin gibt es eine Reihe von weiteren Faktoren, die sich auf Ihren Cholesterinwert auswirken können. Ballaststoffe, Vitamine und Anti-Oxidanten spielen bei der Regulierung unseres Cholesterinspiegels eine wichtige Rolle. Deshalb sollten Sie insgesamt auf eine ausgewogene Ernährung achten und sich nicht ausschließlich auf die kritische Auseinandersetzung mit Fetten konzentrieren. Regelmäßiger Sport und ein innerer Ausgleich zum beruflichen Stress sind ebenfalls Dinge, die in einen niedrigeren Cholesterinwert resultieren können.
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