Natürliche Aromastoffe wie Vanillin und L-Menthol

Natürlichen Aromastoffen liegen Ausgangsmaterialien pflanzlichen oder tierischen, aber auch mikrobiologischen Ursprungs zugrunde. Aus diesen wird mittels eines gesetzlich festgelegten Verfahrens physikalischer, enzymatischer oder mikrobiologischer Natur der natürliche Aromastoff gewonnen. Zusammengefasst heißt dies nichts anderes, als dass sowohl der Ausgangsstoff als auch das Herstellungsverfahren natürlich sein muss.

Natürliche Aromen findet man in verschiedenen Nahrungsmitteln vor; sie können aber beispielsweise auch in Form ätherischer Öle verwendet werden

Vanillin und Früchtearomen

Ein natürlicher Aromastoff muss in der Natur nachgewiesen worden sein, wie etwa das natürliche Vanillin, welches der Hauptbestandteil des natürlichen Vanilleextrakts ist und aus echten Vanille-Schoten extrahiert werden muss. Allerdings muss ein natürlicher Aromastoff nichts zwangsläufig von seinem namensgebenden Rohstoff stammen.

  • So etwa wird "natürliches Erdbeeraroma" nicht aus Erdbeeren gewonnen, sondern aus den Rinden diverser Laubbäume, also Cellulose. Da Baumrinde natürlichen Ursprungs ist, darf sich das Erdbeeraroma als "natürlich" bezeichnen.
  • Natürliches Aroma mit dem Geschmack von Himbeeren basiert zumeist auf einem Zedernholzölextrakt,
  • Apfelaroma entsteht durch eine Mischung aus Tagetesöl, Weinfuselöl und Hefeölextrakt, vermischt mit biotechnologisch gewonnenem Äthylacetat,
  • während natürliche Aromen mit dem Geschmack von Pfirsich oder Kokosnuss aus Schimmelpilzkulturen hergestellt werden.

Um einen natürlichen Aromastoff, wie etwa Vanilleextrakt, Orangenschalendestillat oder Zedernholzöl zu gewinnen, muss ein Lösungsmittel verwendet werden, welches das Aroma (also den Geschmack/Geruch) aus dem Rohstoff löst. Hierzu dienen etwa

  • Äthylalkohol
  • Cyclohexan
  • Diäthyläther
  • Ethylmethylketon
  • Kohlendioxid und
  • Tetrafluoräthan.

Physikalische Methoden zur Gewinnung natürlicher Aromastoffe sind beispielsweise die Extraktion oder die Destillation.

L-Menthol

Das natürlich vorkommende Menthol, das aufgrund seines lateinischen Namens Levomenthol bzw. Levomentholum auch als L-Menthol bezeichnet wird, ist ein weiteres bekanntes Beispiel eines natürlichen Aromastoffes. Es findet sich im Öl von Pflanzen der Mentha-Gattung, etwa in Pfefferminzblättern.

Da es als

  • kühlend
  • juckreizstillend und
  • schmerzlindernd

bekannt ist, findet es sich in zahlreichen Naturarzneien, die

behandeln sollen. Minzöl wirkt aber auch

  • lokalanästhetisch
  • antimikrobiell und
  • – im Falle von Mücken – auch insektizid.

Da hohe Konzentrationen reinen Minzöls reizend auf die Schleimhäute wirken, sollte ein Augenkontakt vermieden werden. Diese Erfahrung kann jeder bestätigen, der beim Hantieren mit hochkonzentriertem Menthol, wie etwa in japanischem Minzöl als Zugabe zum Inhalieren, unachtsam war.

Neben dem medizinischen Bereich findet sich Minzöl auch in

Bittermandel

Auch Bittermandel ist ein natürlicher Aromastoff. Wohl jeder kennt es aus der Weihnachtsbäckerei seiner Kindheit. Natürliches Bittermandelaroma wird aus dem Öl der Bittermandel gewonnen. Neben der Weihnachtsbäckerei wird es traditionell zur Marzipanherstellung verwendet.

Da Bittermandeln aber nicht nur das aromagebende Benzaldehyd enthalten, sondern auch das cyanogene Glycosid Amygdalin, ist bei der Verwendung Vorsicht geboten. Amygdalin spaltet in Gegenwart von Wasser Blausäure ab – so auch bei der Passage durch den menschlichen Verdauungstrakt. Blausäure ist für den Menschen hochgiftig.

Die in Marzipan enthaltene Konzentration ist normalerweise recht gering, doch sollte man sich vor Augen halten, dass bereits die aus dreißig bis fünfzig Bittermandeln gewonnene Menge an Bittermandelöl tödlich sein kann, wenn sie mit einem Mal konsumiert wird. Mittlerweile hat die Industrie jedoch Herstellungsverfahren etabliert, dem Bittermandelöl seine Blausäure chemisch zu entziehen.

Cumarin

Auch nicht gänzlich unumstritten ist der natürliche Aromastoff Cumarin, denn auch dieser kann in großen Mengen gesundheitsgefährdend sein. Cumarin verleiht nicht nur Waldmeister und Heu ihr besonderes Aroma, sondern kommt in höheren Konzentrationen auch im Cassia-Zimt vor.

Da Cumarin bei entsprechend empfindlichen Menschen die Leber schädigen kann, soll überall da, wo Zimt in großen Mengen als Gewürz verwendet wird – beispielsweise bei Milchreis mit Zucker und Zimt oder in der Weihnachtsbäckerei – zu Ceylon-Zimt gegriffen werden.

Ätherische Öle

Relativ nebenwirkungsfrei, dafür umso wohltuender sind natürliche Aromastoffe, wie sie in ätherischen Ölen zur Raumbeduftung oder als Zusatz von Massageölen etc. Verwendung finden. Hier haben sich vor allem

  • Zitrusdüfte (Bergamottenöl, Orangenöl, Grapefruitöl) zur Aktivierung und
  • Lavendel- bzw. Melissenöl zur Beruhigung

etabliert.

Rosenöl

Rosenöl wirkt nicht nur stimulierend auf die Sinne – es hebt die Laune und kann regelrecht antidepressiv wirken. Naturreines Rosenöl gehört zu den kostbarsten ätherischen Ölen der Welt. Es

Darüber hinaus lassen sich ätherische Öle aus den verschiedensten Pflanzen(bestandteilen) gewinnen. So etwa gibt es

  • ätherisches Karottensamenöl, welches aus den Samen der Pflanze gewonnen wird,
  • ätherisches Ingweröl, das durch die Wasserdampfdestillation der Wurzeln hergestellt wird oder
  • ätherisches Wacholderöl, das entweder aus den Beeren destilliert wird und dann eher fruchtig duftet, oder aus den Zweigen und dann eher eine waldige Note aufweist.

Im gut sortierten Fachhandel sind knapp vierhundert verschiedene ätherische Öle erhältlich.

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Quellenangaben
  • Still Life with aroma sticks in the spa salon. © volff - www.fotolia.de

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