Vitamin-D-Präparate schützen laut Meta-Studie nicht vor Osteoporose

Senioren empfohlene Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D offenbar ohne Nutzen

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  • von Paradisi-Redaktion
Weiße Tabletten kullern aus einer weißen Pillendose auf dunklem Holztisch

Damit vor allem im Seniorenalter die Gefahr für Osteoporose nicht zu stark ansteigt, wird den Seniorinnen und Senioren sehr häufig die Einnahme von Vitamin D empfohlen. Doch die Vitaminpräparate helfen überhaupt nicht gegen Osteoporose, wie eine aktuelle Studie feststellt und eine Korrektur der aktuellen Empfehlungen fordert.

Vitamin-D-Präparate ohne Einfluss auf das Osteoporose-Risiko

Die Wissenschaftler sahen sich über 30 Studien an, die seit 2014 veröffentlicht wurden. Dabei fiel auf, dass eine Wirksamkeit der Nahrungsergänzung nur dann messbar ist, wenn die Studiendauer vergleichsweise kurz war. Je länger der Beobachtungszeitraum angesetzt wurde, desto stärker schrumpft ein Zusammenhang zwischen Vitamin D und Osteoporose.

Was ebenfalls für eine geringe bis nicht vorhandene Auswirkung der Nahrungsergänzung spricht: Die Meta-Studie fand keinen Unterschied für das Frakturrisiko bei niedrig oder hoch dosierten Präparaten. Für die Knochengesundheit kann daher die Einnahme kaum eine Rolle spielen.

Meta-Studie widerspricht Richtlinien zur Vitamin-D-Supplementierung

Diese Erkenntnisse sind wichtig für die Medizinwelt, denn bislang ist in den Richtlinien verankert, dass eine Vitamin-D-Supplementierung sinnvoll ist, um die Knochen vor allem im Alter und bei Risikogruppen zu stärken. Dafür gibt es laut aktueller Studienlage aber kaum mehr einen Beleg. Allerdings laufen auch derzeit noch mehrere Studien zu Vitamin D, an denen rund 100.000 Personen teilnehmen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen dürften in naher Zukunft noch weitere Erkenntnisse bringen.

Bei den meisten Nahrungsergänzungen sprechen sich Ärzte bereits seit Jahren dafür aus, diese nicht als Ersatz für einen gesunden Lebensstil anzusehen. Die meisten Menschen sollten vom Kauf sogar ganz absehen. Die Vitamin-D-Supplementierung dürfte sich nun in diese Gruppe einreihen.

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