13. September 2008
Von K. Schumann
Vitaminpillen sollen uns Gesundheit und Wohlbefinden bringen. Die Palette der Vitaminpräparate reicht dabei von den Vitamintabletten vom Discounter für ein paar Euro bis hin zu teuren, laut Werbung viel versprechenden Multipräparaten. Doch halten Vitaminpräparate wirklich das was sie versprechen?
Vitamine sind für unseren Körper lebensnotwendig. Viele Funktionen könnten ohne Vitamine nicht aufrechterhalten werden. Bei Vitaminmangel kann es zu den verschiedensten Symptomen wie z.B. Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Hautproblemen kommen. Auch schwere Erkrankungen wie beispielsweise Skorbut bei Vitamin C- oder Rachitis bei Vitamin D-Mangel können auftreten. In Deutschland kommt es allerdings nicht mehr zu einem so starken Vitaminmangel.
Glaubt man den Herstellern der Vitaminpräparate ist Deutschland ein Vitaminmangelland, in dem es auch mit einer ausgewogenen Ernährung nicht möglich ist, sich ausreichend mit natürlichen Vitaminen zu versorgen. Abhilfe sollen die angepriesenen Vitaminpillen bieten. Doch die einfache Rechnung natürliche durch künstliche Vitamine zu ersetzen geht nicht auf, denn es ist ein gewaltiger Unterschied ob isolierte, hochdosierte, synthetisch hergestellte Vitamine oder Vitamine in Obst oder Gemüse aufgenommen werden. Wichtig bei Vitaminen ist eine hohe Bioverfügbarkeit. Die Bioverfügbarkeit gibt an, wie schnell und in welchem Umfang ein Stoff (in diesem Fall das Vitamin) aufgenommen wird. Bei künstlichen Vitaminen tendiert diese Bioverfügbarkeit gegen Null. Natürliche Vitamine im "Pflanzenverbund" werden deutlich besser aufgenommen.
Doch die Einnahme von Vitaminpillen ist deshalb nicht harmlos. Der hochdosierte Einsatz kann sogar krank machen. Hohe Dosen Vitamin C können beispielsweise zu Nierenschäden und Erbgutschäden führen. Eine in den USA an Rauchern und Asbestarbeitern durchgeführte Studie zeigte, dass die Einnahme von Beta-Karotin die Zahl der Lungenerkrankungen und Todesfälle deutlich ansteigen ließ. Künstliche Vitamine eignen sich daher weder zur Vorbeugung von Krebserkrankungen noch wie oft angepriesen zur Vorbeugung von Herzinfarkten.
Wird im Einzelfall wirklich ein konkreter Vitaminmangel festgestellt, sollte dieser natürlich mit dementsprechenden vom Arzt verordneten Präparaten behandelt werden. In bestimmten Lebensabschnitten z.B. während der Schwangerschaft kann eine zusätzliche Vitamineinnahme (vor allem Folsäure) sinnvoll sein. Aber auch dies sollte immer mit dem Arzt abgesprochen werden.
Der beste Weg sich mit Vitaminen zu versorgen ist und bleibt eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, denn nur hier nimmt man Vitamine im Verbund mit anderen lebenswichtigen Stoffen wie Mineralien, sekundären Pflanzenstoffen oder Spurenelementen auf. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt den Verzehr von ca. 400g Gemüse und ca. 250g Obst am Tag. Was man sich merken sollte: 5 am Tag. Das heißt täglich sollten 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag gegessen werden, davon am besten die Hälfte frisch. So kann der Tag beispielsweise mit einem Joghurt-Obst-Müsli beginnen und mit gedünstetem Gemüse am Abend enden.
Damit in Obst und Gemüse beim Verzehr noch viele Vitamine enthalten sind, sollten ein paar Dinge beachtet werden. Sowohl Obst als auch Gemüse sollten nach dem Kauf möglichst bald frisch verzehrt werden. Licht, Sauerstoff, Wasser und Hitze können Vitamine zerstören. Als Faustregel gilt: Eine kühle und dunkle Lagerung eignet sich am besten für die meisten Obst- und Gemüsesorten. Auch auf eine schonende Zubereitung der Lebensmittel sollte geachtet werden. Gemüse sollte vor dem Kochen nicht zu stark zerkleinert werden. Wenn möglich sollte kurz und auf niedriger Flamme gekocht werden, so bleiben die meisten Vitamine erhalten.
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09.01.12 | |
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25.12.11 | |
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16.09.11 | |
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Vitaminpillen & Co ... wirklich nötig oder nur ein großes Geschäft?