19. November 2009
(dgk) Traubenzucker, Dextrose, Glukose – das sind verschiedene Begriffe für ein und dasselbe Süßungsmittel: ein strahlend weißer und hoch konzentrierter, sogenannter Einfachzucker.
Die Zuckerart wird oft verwechselt mit Haushaltszucker, der Saccharose. Chemisch betrachtet ist sie aber nur seine "schwächere Hälfte": Saccharose ist ein Zweifachzucker aus einem Molekül Glukose und einem Molekül Fruktose. Während "normaler Zucker", also Saccharose, tatsächlich in Früchten (vor allem Bananen), Gemüse und in geringer Menge in Honig vorkommt suggeriert der Begriff "Traubenzucker" Natürlichkeit, wo keine ist.
Zwar wurde die Substanz ursprünglich in Trauben gefunden. Heute wird Traubenzucker aber technisch aus Weizen, Mais- oder Kartoffelstärke gewonnen. Im Handel ist die Dextrose als Pulver und in Plättchenform erhältlich. Als Glukosesirup dient sie der Süßwarenindustrie als Grundstoff für Bonbons. Traubenzucker bzw. Glukose hat etwa nur 70 Prozent der Süßungskraft wie Saccharose, beansprucht aber die Bauchspeicheldrüse doppelt so stark. Denn Glukose ist "insulinpflichtig". Das Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und hilft den süßen Molekülen, zur Energiegewinnung die Blutbahn verlassen zu können und in die Körperzellen zu gelangen.
Die Menge macht das Gift
Während Haushaltszucker im Stoffwechsel erst in seine Einzelteile Glukose und Fruktose aufgespalten werden muss, steht Traubenzucker sofort für die Energiegewinnung zur Verfügung. Er wird deshalb auch als "schnelle Energiequelle" geschätzt. Die schnelle Dextro-Energie mag hilfreich sein für den Diabetiker, der einer Unterzuckerung vorbeugen muss, für den Sportler, dessen Muskeln hohe Leistung erbringen müssen, oder unterstützend für den Gehirnstoffwechsel bei starker geistiger Beanspruchung, z.B. in Prüfungssituationen. Generell ist eine Zufuhr aber nicht nötig. Wie auch Saccharose ist Traubenzucker als Süßungsmittel eher kritisch zu betrachten.
Beide Zuckerarten sind außerhalb ihrer natürlichen Quellen chemisch raffinierte "Süßen", die den Stoffwechsel belasten, Karies begünstigen, die Aufnahme anderer, wichtiger Nährstoffe behindern und bei empfindlichen Personen sogar zu geschwächter Immunabwehr oder Übelkeit führen können.
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