Risiko für Polypen im Darm steigt durch Kalziumpräparate

Laut Studie kommt es bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kalzium vermehrt zu Dickdarmpolypen

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  • von Paradisi-Redaktion
Wasserglas mit Brausetabletten, sprudelndes Wasser

Bei einer Vorsorgeuntersuchung gegen Darmkrebs achten die Ärzte auf sogenannte Dickdarmpolypen, denn sie können eine Krebsvorstufe sein. Es gibt diese Polypen in den unterschiedlichsten Formen, darunter gezackte Dickdarmpolypen, die ebenso wie die häufigen adenomatöse Polypen ein Krebspotenzial besitzen.

Studie zur Entstehung von Dickdarmpolypen durch Nahrungsergänzungsmittel

Für eine Studie luden US-Forscher rund 2.000 Männer und Frauen ein, bei denen eine Untersuchung drei Jahre vor Studienbeginn Dickdarmpolypen nachgewiesen hatte. Alle waren zwischen 45 Jahren und 75 Jahren alt und hatten keine Fälle von Darmkrebs in der familiären Vorgeschichte.

Man bildete nun nach dem Zufallsprinzip Gruppen:

  • Menschen, die Kalzium zur Nahrungsergänzung nehmen sollten (entweder mit oder ohne zusätzlichem Vitamin C) und
  • Menschen, die darauf verzichten sollten.
  • Außerdem erhielt eine weitere Teilgruppe Vitamin D zur täglichen Einnahme.

Weitere Faktoren wie Geschlecht, Gewicht oder die Einnahme anderer Medikamente wurden berücksichtigt.

Während der drei- bis fünfjährigen Aktivphase der Studie zeigte sich kein Einfluss der Präparate. Weder reines Kalzium, noch Kalzium mit Vitamin C, noch reines Vitamin D veränderten den Zustand der Polypen.

Mehr gezackte Dickdarmpolypen bei Kalziumpräparaten

Nach Ende der Einnahmezeit wurde jedoch noch einmal drei bis fünf Jahre später eine Kontrolluntersuchung angesetzt. Jetzt zeigte sich, dass sich unter der Einnahme von Kalzium mehr gezackte Dickdarmpolypen gebildet hatten. Das Risiko erhöhte sich bei alleiniger Kalziumeinnahme und bei der zusätzlichen Vergabe von Vitamin C. Laut der Forscher stieg das Risiko aber nur bei Nahrungsergänzungsmitteln, nicht etwa, wenn Kalzium und Vitamin C normal über die Nahrung aufgenommen wurden.

Vitamin D hingegen hatte auch nach diesen sechs bis zehn Jahren keinen Einfluss auf das Polypenrisiko gehabt. Weitere Untersuchungen in diese Richtung sind nun geplant.

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