29. April 2010
Oberflächliche, kleine Wunden können selbst behandelt werden. Bei tiefen, großen Wunden muss jedoch ein Arzt hinzugezogen werden.
Bei kleinen Wunden, die nur leicht bluten, genügt in der Regel das Auftragen eines Pflasters oder eines einfachen Schutzverbandes. Das Verbandsmaterial sollte möglichst steril sein, um Infektionen zu vermeiden. Schürfwunden, die verschmutzt sind, müssen vor dem Verbinden mit Wasser gesäubert werden. Für die Desinfektion der Haut kann man antiseptische Salben oder Lösungen, die Povidon-Jod enthalten, anwenden. Wenn man die blutende Wunde einer anderen Person behandelt, ist es ratsam stets Schutzhandschuhe zu verwenden.
Größere Wunden wie Platzwunden, Bisswunden, Risswunden, Verbrennungen, Verätzungen, Erfrierungen oder Schusswunden müssen ärztlich behandelt werden. Bei solchen Verletzungen besteht immer die Gefahr von großem Blutverlust und Infektionen. Auch bei Wunden im Gesicht sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, damit keine sichtbaren Narben entstehen. Zudem muss immer auf den Impfschutz geachtet werden, um Tetanus zu verhindern.
Für die Behandlung und Pflege von Wunden sind bestimmte Medikamente hilfreich. Diese enthalten Wirkstoffe wie Povidon-Jod für das Abtöten von Keimen auf der Haut, Zink zur Entzündungshemmung, Juckreizlinderung und Förderung der Wundheilung, Dexpanthenol zur Förderung der Wundpflege, Lebertran, Hexetidin, Tyrothricin zur Behandlung von Hautinfektionen und Unterstützung der Wundpflege, 8-Chinolinolsulfat-Kaliumsulfat zum Abtöten von Krankheitserregern auf der Haut sowie Salicylsäure zur Entzündungshemmung und Schmerzstillung.
Ist eine ärztliche Behandlung der Wunde erforderlich, wird diese desinfiziert und gegebenenfalls chirurgisch behandelt, um die Blutung zu stoppen. Kommt es zu einer Infektion mit Rötungen, Eiterbildung und Schmerzen wird die Wunde gründlich gereinigt. Zudem können Antibiotika verabreicht werden.
Bei der Behandlung und Pflege von Wunden wird zwischen trockener und feuchter Wundbehandlung unterschieden. Bei einer trockenen Wundbehandlung wird eine sterile Kompresse auf die Verletzung gelegt. Anschließend wickelt man eine Mullbinde um die Wunde. Auf diese Weise werden die meisten akuten Wunden versorgt. Bei feuchten Wundbehandlungen wird die Wunde hingegen feucht gehalten. Dazu werden spezielle Wundauflagen verwendet, die dafür sorgen, dass die Wunde stets feucht bleibt. Diese Behandlung erfolgt nach der trockenen Erstversorgung und wird immer häufiger angewendet, da durch die Feuchtigkeit die Wunde besser verheilen kann. Außerdem wird sie auf diese Weise vor Keimen und äußeren Einflüssen besser geschützt. Bei der Wundpflege muss zudem auf eine gute Belüftung der Wunde geachtet werden.
Immer häufiger kommen auch alternative Behandlungsmethoden zur Wundheilung und Pflege zum Einsatz. So wird zum Beispiel Honig zur Behandlung von bestimmten Wunden eingesetzt, um die Wundheilung zu beschleunigen. Eine weitere alternative Methode ist der Einsatz von Maden (Fliegenlarven), die auf schlecht heilende Wunden aufgesetzt werden, um auf diese Weise abgestorbenes Gewebe zu beseitigen.
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