29. April 2010
Meistens heilen Wunden von allein. Tiefe Wunden, die stark bluten, müssen jedoch ärztlich versorgt werden.
Ob Wunden von alleine heilen können oder ob eine ärztliche Behandlung erforderlich ist, hängt von Ausmaß der erlittenen Wunde ab. Kleine Schürfwunden können an der Luft heilen oder mit einem Pflaster und Wundsalbe versorgt werden. Eine tiefe Wunde jedoch, die zudem stark blutet, muss ärztlich behandelt werden. So kann es notwendig sein, dass die Wunde genäht oder geklammert wird. Bei der Durchtrennung von Blutgefäßen kann auch eine Operation erforderlich sein. Fäden oder Klammern müssen nach ca. einer Woche wieder entfernt werden. Wichtig für die Wundheilung ist es auch, mögliche Infektionen mit Keimen zu verhindern. Dann kann die Wunde ungestört verheilen. Eine Wundheilung verläuft in vier Phasen:
In der ersten Phase der Wundheilung, die ca. fünf Tage andauert, kommt es zu einem provisorischen Verschließen der Wunde. Dabei wird die Blutung durch Blutgerinnung gestoppt und es kommt zu einem Auffüllen der Gewebelücke mit Wundsekret. Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) wandern dabei in den Wundspalt ein. Die Blutplättchen werden zu einem Thrombus, einem Pfropf, verklumpt, der durch den Eiweißstoff Fibrin verfestigt wird. Außerdem werden durch die Plättchen Wachstumsfaktoren gebildet, die für die Neubildung von Gewebe wichtig sind. Auch neutrophile Granulozyten, die Bakterien oder Fremdkörper beseitigen, werden aktiviert. Oberflächliche Schürfwunden werden durch Austrocknung allmählich verschorft. Dieser Schorf wirkt wie ein körpereigenes Pflaster und dient zur Abdeckung der Wunde. Nach der Bildung von neuem Gewebe, fällt der Schorf wieder ab.
Schon ein bis zwei Tage nach der Verletzung, kommt es zur Einwanderung von Leukozyten und Fresszellen in die Wunde. Geschädigte oder abgestorbene Zellen werden von den Fresszellen in sich aufgenommen und zersetzt. Dadurch kommt es zum Abbau und zur Auflösung von Fibringerinnseln sowie von abgestorbenen Wundrändern. Auf diese Weise werden auch eingedrungene Keime beseitigt.
Die dritte Wundheilungsphase findet zwischen dem dritten und dem siebten Tag nach dem Entstehen einer Wunde statt. Dabei werden in der Region der Wunde neue Blutgefäße, Zellen und Bindegewebe gebildet. So können kleinere Schnittwunden primär heilen, indem die Wundränder einfach zusammenwachsen. Heilen die Wunden sekundär, können die neuen Strukturen ziemlich durcheinander wachsen, sodass es zur Bildung von körnigem Granulationsgewebe kommt.
In der letzten Phase der Wundheilung wird eine neue Hautoberfläche vom Körper gebildet. Vom Wundrand aus kommt es zum Wachstum von neuen Zellen und zum allmählichen Verschluss der Wunde, die sich zusammenzieht. Schließlich wird die Wunde reißfest und es bildet sich eine Narbe.
Neben der Keimfreiheit der Wunde, können auch das Ruhigstellen der betroffenen Körperstelle, gute Durchblutung sowie eine gesunde Ernährung zu einer positiven Wundheilung beitragen.
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