Wundheilung - Formen, Ablauf und mögliche Komplikationen

Nahaufnahme Brandwunde auf menschlicher Haut, teilweise verheilt

Informationen zu verschiedenen Arten der Wunden und der Wundheilung sowie möglichen Komplikationen

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Wundheilung werden der körpereigene Verschluss einer Wunde und die Wiederherstellung von beschädigtem Gewebe bezeichnet. Dieser natürliche Vorgang kann mit einer Behandlung unterstützt werden.

Unvollständige oder vollständige Wundregeneration

Nach einer Verletzung, durch die eine Wunde entsteht, ist der menschliche Organismus fähig, zerstörtes Gewebe weitgehend wiederherzustellen, damit eine offene Wunde wieder verschlossen werden kann. Schon wenige Minuten nach dem Entstehen einer Wunde beginnt ein natürlicher biologischer Prozess zur Wundheilung. Im Verlauf dieser Wundheilung kommt es zur Bildung von Schorf und Narben.

Je nachdem, wie weit der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden konnte, unterscheidet man zwischen:

  1. einer unvollständigen Wundregeneration
  2. einer vollständigen Wundregeneration

Narbenbildung vermeiden - heilende Wunden mit Zwiebelextrakt behandeln

Drei Zwiebeln auf weißem Hintergrund
onion vegetable fruits isolated on white background © Yasonya - www.fotolia.de

Immer wieder passiert es, dass man sich eine kleinere oder größere Wunde zuzieht. Nach einer schnellen Wundversorgung bleibt immer die Gefahr, dass die Heilung nicht ideal verläuft und sich Narben bilden.

Hautärzte raten bei leichteren Verbrennungen oder Schnittwunden dabei auf Zwiebelextrakte zurückzugreifen. Die Bestandteile in den Zwiebeln helfen bei der Regeneration. Oft kann der Körper eine offene Wunde nur mit „Ersatzgewebe" verschließen. Dieses ist minderwertiges Gewebe, das weniger sensibel und gröber ist - so entstehen Narben.

Zwiebelextrake verringern die Gefahr, dass zu viel minderwertiges Gewebe gebildet wird. Narbenbildung kann so vermieden, oder zumindest weniger sichtbar werden. Außerdem trägt die antibakterielle Wirkung dazu bei, dass Entzündungen seltener und schwächer sind.

Sinnvoll können auch freiverkäufliche Wundsalben sein. Bei Schnittwunden ist „Dexpanthenol“ ein beliebter Wirkstoff, bei Verbrennungen empfehlen Ärzte die Verwendung von „Hydrogelen“.

Wundarten

Wunden werden durch die Trennung von Gewebeteilen verursacht. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn man sich schneidet oder sticht. Dabei wird zwischen verschiedenen Wundarten unterschieden. So gibt es:

  1. mechanische Wunden
  2. traumatische Amputationen
  3. thermische Wunden
  4. chemische Wunden
  5. strahlungsbedingte Wunden
  6. chronische Wunden

Unter mechanischen Wunden versteht man beispielsweise:

Zu den mechanischen Wunden zählen auch geschlossene Wunden wie Prellungen und Quetschungen, bei denen es zu Blutergüssen (Hämatomen) kommt.

Beispiele für thermische Wunden sind:

Chemische Wunden werden hingegen durch Laugen und Säuren hervorgerufen und strahlungsbedingte Wunden entstehen durch nukleare Strahlung oder Röntgenstrahlung.

Eine Wunde, die nach mehr als vier Wochen noch nicht verheilt ist, wird als chronische Wunde bezeichnet.

Formen der Wundheilung

Bei den Formen der Wundheilung unterscheidet man zwischen:

  1. primärer Wundheilung
  2. sekundärer Wundheilung
  3. epithelialer Wundheilung

Primäre Wundheilung

Primäre Wundheilungen setzen bei Operationswunden oder Schnittverletzungen ein. In der Medizin wird die primäre Wundheilung auch als Wundheilung p.p. bezeichnet, was einen störungsfreien und unkomplizierten Heilungsverlauf der Wunde bedeutet. Einige Tage später ist nur noch eine feine Narbe zu sehen.

Sekundäre Wundheilung

Zu einer sekundären Wundheilung kommt es, wenn die Wundränder auseinanderklaffen. Der entstandene Defekt im Gewebe wird dann zunächst mit Granulationsgewebe gefüllt. Danach kommt es zur Entstehung von neuer Haut über der Wunde.

Sekundäre Wundheilungen nehmen mehr Zeit in Anspruch als primäre Wundheilungen. Die zurückbleibende Narbe ist nicht glatt und fein, sondern recht auffällig. In manchen Fällen kann es dadurch auch zu Einschränkungen des verletzten Körperteils kommen.

Epitheliale Wundheilung

Bei einer epithelialen Wundheilung heilt die Wunde nach ein paar Tagen ab, ohne dass eine Narbe zurückbleibt, da die Haut nur oberflächlich in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Ablauf der Wundheilung

Ob Wunden von alleine heilen können oder ob eine ärztliche Behandlung erforderlich ist, hängt von Ausmaß der erlittenen Wunde ab; auch die betroffene Körperstelle spielt eine Rolle. Kleine Schürfwunden können an der Luft heilen oder mit einem Pflaster und Wundsalbe versorgt werden. Eine tiefe Wunde jedoch, die zudem stark blutet, muss ärztlich behandelt werden. So kann es notwendig sein, dass die Wunde genäht oder geklammert wird.

Bei der Durchtrennung von Blutgefäßen kann auch eine Operation erforderlich sein. Fäden oder Klammern müssen nach ca. einer Woche wieder entfernt werden.

Wichtig für die Wundheilung ist es auch, mögliche Infektionen mit Keimen zu verhindern; Infektionen mit Keimen oder bestimmte Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus können jedoch zu Wundheilungsstörungen führen.

Richtige Wundversorgung

Pflaster oder nicht Pflaster auf eine Wunde? - Das ist hier die Frage

Pflaster wird auf kleine Wunde am Finger geklebt
pflaster auf wunde © Scrofula - www.fotolia.de

Jeder kennt die Situation. Das Kind verletzt sich auf dem Spielplatz, blutet und schreit nach einem Pflaster, meist weil es dann das Blut nicht mehr sieht, das aus der Wunde kommt. Die meisten Eltern sind auch schnell da und kleben einen solchen Streifen nach der Desinfektion auf die Haut, andere schwören darauf, die Wunde an der Luft heilen zu lassen. Was ist nun tatsächlich besser?

Aus medizinischer Sicht ist es in der Tat sinnvoller, ein Pflaster auf die Wunde zu kleben, da beim Wechseln das immer wieder austretende Wundsekret entfernt wird und damit auch die Abfallstoffe. Auch chronische Wunden werden gezielt feucht gehalten, damit sie schneller abheilen. Sollten Fremdkörper in die Wunde gekommen sein, so sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Wenn eine Schürfwunde aufgehört hat zu Bluten, so ist diese zu desinfizieren und am besten mit einem Pflaster zu verschließen, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Wenn die Verletzung dann kein Sekret mehr abgibt, sollte man das Pflaster dann weglassen.

Kann Salzwasser Wunden heilen?

Kleine, brechende Wellen im Meer
Aufgewühltes Meer © Frank Optendrenk - paradisi.de

Bevor der Winter Einzug erhält zieht es noch einmal viele an die schönen Strände, um sich zu erholen. Barfuß einen kleinen Spaziergang durch die seichten Wellen des Meeres zu machen, ist einfach nur wunderschön.

Doch wie schnell reißt man sich den Fuß an einem spitzen Stein auf. Das Salzwasser brennt und viele meiden es, wieder zum Wasser zu gehen. Aber bereits die Oma sagte, dass Meerwasser heilt. Doch sollte man wirklich mit einer offenen Wunde ins Meerwasser steigen?

Torsten Zuberbier, Direktor der Klinik für Dermatologie an der Charité in Berlin jedenfalls ist der Meinung, dass Oma gar nicht so falsch liegt. Immerhin werden Hauterkrankungen, wie Neurodermitis auch mit Salzwasser behandelt. Welche wissenschaftliche Erklärung hier vorliegt ist leider noch nicht gefunden. Forscher vermuten, dass das im Wasser enthaltene Jod eine entscheidende Rolle spielt.

Dennoch sollte man stets bedenken, dass dieses Wasser selbstverständlich nicht keimfrei ist und voller Mikroorganismen ist. Tiefe, offene Wunden sollten daher nicht unbedingt mit Meerwasser versorgt werden. Wer nur einen kleinen Schnitt am Fuß hat, braucht das salzige Wasser allerdings nicht zu fürchten. Eine Heilung setzt nachweislich schneller ein, wenn man Salzwasser an die kleine Wunde lässt.

Wie heilen Wunden besser? Feucht oder an der Luft?

Pflaster wird auf kleine Wunde am Finger geklebt
pflaster auf wunde © Scrofula - www.fotolia.de

Im Alltag passiert es schnell, dass man sich kleinere Verletzungen, wie Schnitte oder Schürfwunden zuzieht. Viele wissen jedoch nicht, wie die Wundheilung besser voranschreitet. Mit oder eben ohne Pflaster. Die richtige Behandlung einer solchen Wunde hat einen entscheidenden Einfluss auf die Dauer der Heilung.

Wichtig ist, dass zunächst die Wunde gesäubert und desinfiziert wird, um das Eindringen von Bakterien und Schmutz zu verhindern. Offene und kleine Wunden können bedenkenlos kurzzeitig mit einem Pflaster bedeckt werden, bis sie getrocknet sind.

Studien haben belegt, dass Wunden tatsächlich besser in einem feuchten Milieu heilen. Dort kann neues Gewebe schneller nachwachsen und die Wunde verschließt sich von außen nach innen selber. Zudem ist es einfacher, abgestorbenes Gewebe und Bakterien abzutransportieren.

Diese sogenannte feuchte Wundheilung ist bei großflächigen Wunden zu empfehlen. Sollte man tiefere Verletzung durch einen Biss oder einen tiefen Schnitt erleiden, gilt es einen Arzt aufzusuchen. Dann muss die Wunde versorgt und notfalls sogar genäht werden. Das gilt auch bei Platzwunden. Wer sich nicht sicher ist, sollte im Zweifelsfall immer einen Arzt fragen, ehe eine Wundbehandlung in die falsche Richtung geht.

Laut Dermatologen ist das Dehnen während der Wundheilung nicht zu empfehlen

Der Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD) in Berlin rät dazu, Wunden während der Heilphase nicht zu dehnen oder zu ziehen. Zudem sollte man es vermeiden weitere Reizungen, Verletzungen oder auch eine Zug auf die Wunde auszuüben. Durch gewisse präventive Maßnahmen wird so erreicht, dass die Wunde später kaum mehr auffällt.

Auch das Auftragen einer Narbensalbe nach dem Krustenabfall bzw. sobald die Fäden gezogen worden sind, unterstützen die Narbenrückbildung. Dasselbe gilt für großflächige Wunden, die mit Silikongel oder Narbenpflaster versorgt werden. Sorgt man zusätzlich für eine hohe Hygiene und eine intensive Sonnenbestrahlung, kann man davon ausgehen, das Bestmögliche zur Narbenvermeidung unternommen zu haben.

Bessere Wundheilung bei Diabetes möglich

Viele Diabetiker haben Probleme bei Wunden, die schlecht verheilen oder sogar nässen. Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler eventuell die Lösung dagegen gefunden, denn bei Versuchen an Mäusen konnte die Substanz Deferoxamin die Wunden innerhalb von 13 Tagen heilen, bei den nicht behandelten Mäusen dauerte der Heilungsvorgang 23 Tage.

Dieser Wirkstoff wird normalerweise bei Vergiftungen mit Eisen im Körper angewandt, aber man hat diese Wirkung noch nicht bei Diabetikern getestet.

In der nächsten Zeit soll aber ein Pflaster, das direkt auf die Wunde geklebt wird und den Wirkstoff an den Körper abgibt, entwickelt werden. Sollte es erfolgreich sein, so müsste man vielleicht, weil eben die Wunden bei den Betroffenen nicht heilen, auch nicht zum Äußersten, der Amputation, greifen.

Bereits kleinste Wunden sollten desinfiziert werden - so heilen sie bedeutend schneller

Nahaufnahme Finger einer männlichen Hand, Ringfinger mit blutender Wunde
flesh wound on male hand © Irata - www.fotolia.de

Ärzte weisen darauf hin, dass auch kleine und scheinbar unbedeutende Wunden desinfiziert, oder zumindest gründlich ausgewaschen werden sollten. Dies gilt also auch für aufgeschürfte Haut und kleine Schnitte in den Finger oder die Nagelhaut.

Es ist nachgewiesen, dass gereinigte Wunden schneller und besser verheilen können. Befindet sich Schmutz in der offenen Wunde, kann sich der Prozess der Heilung verzögern und auch die Narbenbildung ist wesentlich wahrscheinlicher.

Das Reinigen mit Leitungswasser ist in Deutschland unbedenklich, da das Wasser strengen Kontrollen unterliegt. Desinfektionsmittel in flüssiger Form oder als Gel sind natürlich zu bevorzugen. Wer kleinere Wunden im Ausland bekommt, sollte in jedem Fall auf ein kleines Fläschchen mit Desinfektionsmittel zurückgreifen. Dieses sollte daher auch immer fester Bestandteil einer jeden Haus- und Reiseapotheke sein.

Nach der Reinigung muss die betroffene Stelle dann auch mit einem Pflaster versorgt werden, damit kein neuer Schmutz eindringt.

Kleine Wunden kann man sehr einfach richtig versorgen

Pflaster wird auf kleine Wunde am Finger geklebt
pflaster auf wunde © Scrofula - www.fotolia.de

Im Alltag ist es schnell passiert: an einer Buchseite oder einem Messer schneidet man sich in den Finger oder stößt sich ungünstig an einem Schrank und schon blutet es. Diese kleinen Wunden sind in den meisten Fällen völlig harmlos und mit etwas fließendem Wasser und einem Pflaster ausreichend versorgt. Auch etwas tiefere Schnitte sind noch kein Grund zur Sorge, allerdings gilt es für sie, ein paar Tipps mehr zu beachten.

Das Wichtigste: Damit Sie sich in Notsituationen richtig versorgen können, sollte die eigene Hausapotheke immer alles vorrätig haben. Circa zweimal im Jahr sollten sie nachsehen, dass noch Pflaster und Kompressen vorhanden und eventuelle Wundsalben oder Desinfektionsmittel nicht abgelaufen sind.

Reinigen Sie die Stelle direkt nach dem Unfall mit warmen Wasser aus dem Wasserhahn und drücken Sie dann die Wunde mit genügend Druck zu. Ist der Schnitt harmlos, so wird das Bluten bereits nach wenigen Minuten aufhören. Tragen Sie anschließend Desinfektionsmittel auf. So verhindern Sie, dass bereits eingedrungene Erreger ein zu leichtes Spiel haben.

Ideal ist es, wenn eine anwesende Person sich um die Wunde kümmert und dabei Einweghandschuhe trägt. Reicht kein Pflaster für die Größe der Verletzung aus, arbeiten Sie mit einer Kompresse. Diese muss die ganze Wunde abdecken und mit einer Mullbinde fixiert werden.

Nach circa 48 Stunden sollten Sie nachsehen, wie die Haut aussieht und bei einer größeren Entzündung zum Arzt gehen. Eine andere Regel gilt, wenn die Wunde durch ein Tier verursacht wurde. Hier heißt es, sofort zum Mediziner, da Erreger im Speichel gefährlich werden können.

Raucher sollten vor und nach einer Haut-Operation auf den Glimmstängel verzichten

Amerikanische Wissenschaftler haben die Auswirkungen des Rauchens nach einer dermatologischen Operation auf die Wundheilung untersucht und kamen zum Ergebnis, dass es sinnvoll sei, zwei Wochen vor einer geplanten Operation und eine Woche danach auf den Glimmstängel zu verzichten.

Es gibt zwar viele Studien, die über ein erhöhtes Risiko bei der Wundheilung durch das Rauchen berichten, doch gibt es bisher keine direkten Empfehlungen bei dermatologischen Eingriffen. Bei den Studien wurde bei Tierversuchen, mit Labormäusen, die Auswirkungen des Rauchen näher untersucht. So stellte man fest, dass der Nikotin-Konsum möglichst zehn Tage vor einer Hautoperation eingestellt werden sollte und danach um weitere Tage, weil sonst der Heilungsprozess gestört wird.

Im Fazit kommt es bei Nichtrauchern nur bei 12 Prozent bei Hautoperationen, sowie auch Biopsien, zu Problemen, dagegen liegt bei Rauchern das Risiko einer Komplikation bei 63 Prozent. Aber das Risiko ist auch abhängig vom Zigarettenkonsum, so liegt es bei starken Rauchern (zwei Packungen täglich) um das Sechsfache höher als bei einem Nichtraucher.

Wer nur wenig raucht (unter einer Packung täglich), bei dem liegt das Risiko so hoch wie bei einem Nichtraucher. Da aber die meisten starken Raucher, trotz der vielen Empfehlungen, bis kurz vor und sogleich nach der Operation anfangen zu rauchen, sollten diese den Konsum wenigstens einschränken.

Afrikanische Volksmedizin: mit Zucker Wunden heilen

Zucker ist die Zutat von zahlreichen Speisen und ein Zuviel davon wirkt sich negativ auf unsere Gesundheit aus. Doch im Bereich der Medizin kann Kristallzucker von Vorteil sein, und zwar wenn es um die Wundheilung geht, wie eine britische Studie ergeben hat. Das Wirkungsprinzip ist einfach: der Zucker entzieht der Wunde das Wasser, welches die Bakterien zum Überleben brauchen.

Dieses Behandlungsverfahren haben afrikanische Völker bereits vor langer Zeit angewandt und wie sich jetzt gezeigt hat, wirkt der Zucker zum Teil sogar besser als Antibiotika. Eingesetzt wird er beispielsweise bei Geschwüren am Bein sowie Wunden aufgrund von Amputationen.

Bei falscher Wundversorgung im Alltag droht Lebensgefahr

Weißes Cremetöpfchen mit blauem Deckel neben Salbe und Pflaster
Medizin - Hautcreme © PhotoSG - www.fotolia.de

In Deutschland sterben rund 60.000 Menschen jährlich an den Folgen von Alltagsverletzungen, weil die Wunden schlecht versorgt wurden. An sich sind kleinere Brandverletzungen oder Schürfwunden eine Bagatelle. Werden diese jedoch nicht richtig versorgt, so kann aus der Mücke ein Elefant werden und Lebensgefahr drohen.

Nicht richtig behandelte Wunden können sich entzünden, eitern und dann im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen, was dem Betroffenen das Leben kosten kann. Das Gewebe kann zudem absterben und manchmal ist dann eine Amputation unumgänglich.

Nicht richtig versorgte Verletzungen in der Nähe von Gelenken ziehen oft schwere Gelenkentzündungen nach sich. Wenn die kleinste Bewegung Schmerzen bereitet, so sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Schlimmstenfalls kann das Gelenk zerstört werden.

Wenn die Verletzungen nicht richtig versorgt werden, so können sie beginnen zu nässen. Keime, Bakterien oder Pilze gelangen in die Wunde und können schlimme Vereiterungen nach sich ziehen. Befinden sich in der Wunde kleine Steinchen oder andere Fremdkörper, so müssen diese unbedingt vom Arzt komplett entfernt werden, bevor die Wunde mit Desinfektionsmitteln versorgt und anschließend verpflastert oder verbunden wird.

Alarmzeichen sind auf jeden Fall, wenn die Wundränder gerötet sind oder starke Schmerzen auftreten. Vor allem bei Tierbissen muss der Arzt aufgesucht werden, der dann ein Antibiotikum verordnet. Überprüft werden sollte auch die Tetanusimpfung. Kinder sind meist gut durchgeimpft, bei Erwachsenen fehlt dieser Schutz dann häufig, weil er nicht aufgefrischt wurde.

Der Wundstarrkrampf ist eine tödlich verlaufende Infektion, die durch das Gift der Tetanusbakterien hervorgerufen wird. Eine Impfung beugt dem vor und kann lebensrettend sein.

Lindert Salzwasser aus dem Meer Wunden und Hautkrankheiten?

Zumindest ein Sprichwort besagt, dass man nicht unnötig Salz in die Wunde streuen soll - doch stimmt dies tatsächlich? Zumindest nach Ansicht von Prof. Torsten Zuberbier, Direktor der Klinik für Dermatologie an der Charité in Berlin, trifft dies keineswegs zu. Gerade Ekzeme oder Schürfwunden würden beim Urlaub an der Nordsee oder Ostsee gut heilen, was auch von anderen Medizinern nicht bezweifelt wird, obwohl es dafür bislang jedoch keine Erklärungen gibt.

Zum einen könnte es an der Kombination von Sonnenlicht und Salzwasser und zum anderen an dem im Meerwasser enthaltenen Jod liegen. Bei der gegen Neurodermitis oder Schuppenflechte eingesetzten Bade-Photo-Therapie wird die Haut durch das Salzwasser zuerst leicht aufgequollen, woraufhin das folgend eingesetzte UV-Licht besser wirkt.

Allerdings trifft diese Wirkung laut Skeptikern nicht für die Weltmeere zu, deren Salzgehalt bei rund 3,5 Prozent liegen und damit alles andere als steril sind. Die darin sich tummelnden Myriaden von Mikroorganismen können dem Menschen gerade über offene Wunden jede Menge Schaden zufügen.

In den meisten Fällen verläuft die Wundheilung jedoch positiv. Eine Wundheilung verläuft in vier Phasen.

Phase 1: Exsudative Phase (Provisorisches Verschließen der Wunde)

In der ersten Phase der Wundheilung, die ca. fünf Tage andauert, kommt es zu einem provisorischen Verschließen der Wunde. Dabei wird die Blutung durch Blutgerinnung gestoppt und es kommt zu einem Auffüllen der Gewebelücke mit Wundsekret. Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) wandern dabei in den Wundspalt ein.

Die Blutplättchen werden zu einem Thrombus, einem Pfropf, verklumpt, der durch den Eiweißstoff Fibrin verfestigt wird. Außerdem werden durch die Plättchen Wachstumsfaktoren gebildet, die für die Neubildung von Gewebe wichtig sind. Auch neutrophile Granulozyten, die Bakterien oder Fremdkörper beseitigen, werden aktiviert.

Oberflächliche Schürfwunden werden durch Austrocknung allmählich verschorft. Dieser Schorf wirkt wie ein körpereigenes Pflaster und dient zur Abdeckung der Wunde. Nach der Bildung von neuem Gewebe, fällt der Schorf wieder ab.

Phase 2: Resorptive Phase (Heilphase)

Schon ein bis zwei Tage nach der Verletzung, kommt es zur Einwanderung von Leukozyten und Fresszellen in die Wunde. Geschädigte oder abgestorbene Zellen werden von den Fresszellen in sich aufgenommen und zersetzt.

Durch diesen Vorgang kommt es zum Abbau und zur Auflösung von Fibringerinnseln sowie von abgestorbenen Wundrändern. Auf diese Weise werden auch eingedrungene Keime beseitigt.

Zahn-Patienten: Wunden heilen schneller mit einem neuen Verfahren

Neues Verfahren nutzt körpereigenes Blut und beschleunigt so die Zahnwundheilung

Zeichnung Zähne, Zahnimplantat
implantologia © piumadaquila.com - www.fotolia.de

Allein in diesem Jahr werden Schätzungsweise eine Millionen Zahnimplantate eingesetzt. Eine Behandlung die weder einfach ist noch ohne Schmerzen durchgeführt werden kann. Das Verfahren nützt die im Körper befindlichen Substanzen und beschleunigt damit die Regeneration des Kieferknochens, sowie die Wundheilung im Mundraum.

Zahnimplantate werden benötigt und haben Vorteile gegenüber anderem Zahnersatz

Implantate an sich werden immer mehr benötigt, da gerade viele junge Menschen nicht nur unter einem desolaten Gebiss leiden, sondern sehr oft auch Sportarten ausführen, die angesichts ihrer Risiken durchaus auch zu einem Zahnverlust führen können.

Zahnimplantate bieten gegenüber anderem Zahnersatz einige Vorteile, so zum Beispiel die funktionelle Übernahme der natürlichen Zahnwurzel. Aus Angst vor dem Eingriff und den damit verbundenen Schmerzen, scheuen sich jedoch viele Patienten vor diesen Implantaten.

Neues Verfahren nimmt Sorge vor Schmerzen

Doch unter dem Einsatz des Verfahrens werden diese Sorgen etwas genommen, da aufgrund einer speziellen Methode eine Protein-Plasma-Mischung auf die Wunde aufgetragen wird. Diese Plasmamischung wird aus körpereigenem Blut (etwa 40ml) hergestellt, gezielt aufbereitet und dann zur Wundheilbeschleunigung verwendet.

Die Folgen zeigen sich dann in einer wesentlich besseren Regeneration des Kieferknochens, der schnellen Heilung der Wunde und der Verringerung der Behandlungsschmerzen.

Schnelle Heilung nach einer Hauttransplantation - Hydrokolloid ist der beste Wundheiler

Nach einem Unfall, bei dem große Teile von Haut verloren gegangen sind, wird die betroffene Stelle meist mit einem Transplantat versehen. Die sogenannte Spalthautentnahme basiert auf der Idee, dem Patienten eigene Haut zu geben, indem die gesunde Haut an einer Stelle (meist am Oberschenkel) abgetragen und verpflanzt wird.

Es entstehen dabei gezwungenermaßen größere Wunden, die es nun gilt, schnell und ohne Infektionen zur Heilung anzuregen. Dafür wird mit Verbänden gearbeitet, die als Wundauflagen benutzt werden und meist auch Wirkstoffe zur Anregung der Regeneration enthalten.

Eine aktuelle Studie hat sich mit den verschiedenen Heilmethoden auseinandergesetzt. In insgesamt sieben Kliniken und ambulanten Versorgungszentren wurde untersucht, welche Methode zum Einsatz kam und welchen Erfolg sie mit sich brachte. Als Kriterium im Vordergrund stand dabei die komplette Heilung der Wunde.

Nach drei Monaten des Beobachtens langen die Daten von 279 Patienten vor, die mit einem Hydrokolloidverband versorgt worden waren. Dies stellte sich im direkten Vergleich zu anderen Patienten als die beste Methode heraus. Bei geringen Schmerzen erreichten die Probanden hier schneller eine komplette Heilung. Im Schnitt waren sie eine Woche früher komplett geheilt.

Am schlechtesten schnitten in der Studie die Gazeverbände ab. Bei diesen kam es immer wieder zu Infektionen der Wunden und das sogar dann, wenn die behandelnden Ärzte vorsorglich auf den Einsatz von Antibiotika bestanden hatten. Die Gefahr lag bei 18 Prozent, während die anderen Methoden insgesamt nur auf 7,6 Prozent kamen.

Betrachtete man nur das Kriterium der Narbenbildung waren alle Methoden (auch die Filmverbände und Verbände mit Hydrofasern) in etwa gleich gut.

Neuartiger Gel-Wundverschluss: schnell und reversibel

Frische Wunden müssen schnell verschlossen werden, um Blutungen zu stoppen und eine Infektion zu verhindern. Nach dem Eintreffen im Krankenhaus wird der Verschluss dann wieder entfernt – oft mit weiteren Schäden im verletzten Gewebe. Amerikanische Forscher haben deshalb ein schonend ablösbares Thioster-Hydrogel entwickelt.

Damit steht zur Erstversorgung an entlegenen Orten nun ein provisorischer Wundverschluss zur Verfügung, der unkompliziert aufzutragen ist und effektiv die Blutung stoppt. Zur weiteren Versorgung lässt er sich anschließend ebenso leicht wieder ablösen, ohne das Gewebe zu schädigen.

Zum Verschluss der Wunde werden dabei zwei Ausgangsstoffe gemischt, die innerhalb weniger Sekunden ein haftendes Gel bilden. Soll die Wunde wieder freigelegt werden, trägt man Cystein-Methylester auf. Spätestens nach 30 Minuten löst sich dadurch der Wundverschluss auf. Weiterer Vorteil: Das Gel kann aus der Wunde austretende Flüssigkeit aufnehmen. So bleibt nach einer Verletzung mehrere Tage Zeit, um ein Krankenhaus aufzusuchen.

Phase 3: Proliferative Phase (Ersetzen von zerstörtem Gewebe)

Die dritte Wundheilungsphase findet zwischen dem dritten und dem siebten Tag nach dem Entstehen einer Wunde statt. Dabei werden in der Region der Wunde neue Blutgefäße, Zellen und Bindegewebe gebildet. So können kleinere Schnittwunden primär heilen, indem die Wundränder einfach zusammenwachsen.

Heilen die Wunden sekundär, können die neuen Strukturen ziemlich durcheinander wachsen, sodass es zur Bildung von körnigem Granulationsgewebe kommt.

Phase 4: Reparative oder Regenerative Phase (Bildung von neuer Haut)

In der letzten Phase der Wundheilung wird eine neue Hautoberfläche vom Körper gebildet. Vom Wundrand aus kommt es zum Wachstum von neuen Zellen und zum allmählichen Verschluss der Wunde, die sich zusammenzieht. Schließlich wird die Wunde reißfest und es bildet sich eine Narbe.

Was man beachten sollte

Neben der Keimfreiheit der Wunde können auch

  • das Ruhigstellen der betroffenen Körperstelle
  • gute Durchblutung sowie
  • eine gesunde Ernährung

zu einer positiven Wundheilung beitragen.

Um die Wundheilung zu beschleunigen, gibt es mitunter ein Mittelchen, welches man stets bei sich trägt...

Mundspeichel beschleunigt die Wundheilung

Menschlicher Speichel heilt Wunden

Die Heilung von Wunden geht mit Hilfe von menschlichem Speichel schneller voran. Dies fanden Wissenschaftler aus den Niederlanden heraus, nachdem sie im Labor Mundgewebe in Gefäßen sowohl mit als auch ohne Speichel züchteten.

Die Forscher stellten fest, dass geschädigtes Gewebe in Kombination mit Speichel innerhalb von rund 16 Stunden geheilt war. Grund dafür ist wohl das im Speichel enthaltene Protein Histatin, das in der Wissenschaft bislang lediglich für antibakteriell gehalten wurde.

In der Medizin hofft man nun, dass durch das neue Wissen nun chronische Erkrankungen oder Brandverletzungen besser behandelt werden können.

Tiere lecken ständig an ihren Wunden und auch viele Menschen stecken bei Abschürfungen oder Schnittverletzungen automatisch den Finger in den Mund. Diese instinktive Reaktion ist durchaus sinnvoll, denn Speichel hat eine desinfizierende Wirkung.

Sich die Wunden lecken ist eine Redensart, die so viel bedeutet wie sich selbst Trost spenden, um sich zu von einem Misserfolg zu erholen. Das Wundenlecken hat also eine positive Bewandtnis.

Doch wie sieht es im Hinblick auf die Gesundheit aus? Kann Spucke tatsächlich Wunden heilen? Oder überwiegt das Infektionsrisiko? Schließlich enthält Mundspeichel eine Vielzahl von Bakterien, von denen einige Arten Entzündungen auslösen können.

Warum lässt Spucke Wunden besser heilen?

Niederländische Wissenschaftler wollten es genau wissen und haben Mundspeichel genau untersucht. Die Forscher züchteten die Zellen der Wangenschleimhaut nach und kratzten Teile dieser Speichel-Zellen an, um künstliche Wunden zu erzeugen. Im Anschluss trugen sie auf die eine Wunde eine isotonische Substanz, auf die andere Speichel auf.

Das Ergebnis nach 16 Stunden: Die mit menschlichem Speichel behandelte Wunde hatte sich fast vollständig geschlossen, während die mit isotonischer Flüssigkeit bestrichene noch deutlich sichtbar war.

Nachdem das Forscherteam den Mundspeichel mittels Flüssigchromatographie in seine Bestandteile aufspaltete, stellten sie fest, dass die wundheilende Wirkung insbesondere durch Histatin erzeugt wird, ein Protein, das zudem keimabtötende Eigenschaften besitzt.

Bei dem Speicheltest identifizierten die Wissenschaftler noch weitere heilende und desinfizierende Wirkstoffe, etwa das Enzym Lysozym, das auch in Tränenflüssigkeit vorkommt und Bakterien abtötet, indem es die Zellwände verschiedener Mikroorganismen abbaut. Das ist auch die Erklärung, warum Wunden im Mund besonders schnell abheilen.

Speichel zur Wundversorgung ist nicht immer empfehlenswert

Mundspeichel wirkt nicht nur antibakteriell, sondern aufgrund des enthaltenen Opiorphin auch schmerzlindernd. Dass menschlicher Speichel zur Reinigung und Desinfektion von Wunden sinnvoll ist, wird dennoch kontrovers diskutiert.

In der Mundflora tummeln sich zahlreiche Bakterien durch Speisen und Speisereste. Diese Mikroorganismen sind zwar harmlos, können für Menschen mit geschwächter Immunabwehr jedoch gefährlich werden, etwa für Diabetiker.

Gesunde müssen bei der behelfsmäßigen Wundversorgung mit Speichel keine Nachteile befürchten, allerdings gilt das nicht für Fremdspeichel. Deshalb sollten Eltern die Wunden von Babys und Kleinkindern nicht mit Speichel benetzen, denn es besteht das Risiko, dass Erreger wie Herpesviren in die Blutbahn gelangen.

Forschung und Erfindungen zur Wundheilung

Pflaster für schlecht heilende Wunden

Pflaster wird auf kleine Wunde am Finger geklebt
pflaster auf wunde © Scrofula - www.fotolia.de

Wissenschaftler haben ein Pflaster für großflächige, schlecht heilende Wunden entwickelt.

Grundlage dieses neuen Pflasters sind netzartig angeordnete Kieselgelfasern, die den Zellen ein Gerüst bieten um neues gesundes Gewebe zu bilden. Ältere Menschen und Diabetiker, die meistens betroffen sind, können aufatmen, denn für sie gab es bisher nur schlechte Behandlungsmethoden, für sie ist diese Entwicklung ein riesen Fortschritt. Zur Zeit wird das Pflaster noch getestet, bevor es endgültig auf den Markt kommt.

Wie wird eine Wunde vom „Reparatur-System“ des Körpers entdeckt?

Wie die Zellen, die für die Wundheilung verantwortlich sind, den Weg zur Wunde finden, war bislang noch unklar. Jetzt haben Geoffrey Gurtner und sein Team von der New Yorker Universität dieses aufgeklärt.

Im verletzten Gewebe entsteht ein Sauerstoffmangel und es wird ein Stoff gebildet, den man HF-1 nennt. Daraus wird ein weiterer Stoff namens SDF-1 gebildet, der den Zellen den Weg zur Wunde aufgezeigt.

Die Wundheilung soll jetzt, so die Wissenschaftler, durch einen künstlich hergestellten Stoff beschleunigt werden.

Chronische Wunden: Innovativer Wirkstoff für eine schnelle Heilung

Wunden, entstanden durch Unfälle, Krankheiten oder Operationen, heilen nicht immer so wie man es erwartet. Zahlreiche Menschen leiden durch verschiedene Umstände unter einer chronischen Wunde, die sich nicht schließen, sprich heilen lassen will.

Ein Unternehmen ist derzeit dabei, eine neue Behandlungsmethode für chronische Wunden zu entwickeln. Hierbei ist der Wirkstoff ein Wachstumsfaktor, der durch gentechnische Methoden hergestellt wird. In den Versuch zeigte sich, dass Wunden sich bis zu dreimal so rasch verschließen und damit abheilen.

Einer der Inhalte ist ein bestimmtes Protein, das innerhalb des Unternehmens als TMBP-3 bezeichnet wird. Aufgetragen wird der Wirkstoff in Salbenform, wobei auch spezielle Verbände mit dem Wirkstoff in Planung sind, die auf Kollagenbasis zur Regenerierung der offenen Wunden beitragen sollen.

Biologische Haftsubstanz von Muscheln lässt Wunden schneller heilen

Mit einem speziellen Klebeeiweiß haften Muscheln fest an Felsen. Amerikanische Mediziner haben diesen Bioklebstoff nun als Wundverschluss getestet, berichtet die „Apotheken Umschau“.

Der Kleber sei gut verträglich, ungiftig und biologisch abbaubar. Chirurgen können ihn punktgenau platzieren. Die Wunden heilen schneller, und es entstehen weniger Narben. Die Substanz könnte sich für knifflige Eingriffe am Auge ebenso eignen wie bei Knochenbrüchen. Ob und wann sie im medizinischen Alltag zum Einsatz kommt, ist aber noch unklar.

Schnellere Wundheilung durch Plasmaflamme?

Nahaufnahme bandagierte Frauenhand mit Wunde auf Handfläche
Bandage © PDV - www.fotolia.de

Wunden können in Zukunft möglicherweise schneller heilen. Forscher des Greifswalder Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie haben eine Methode gefunden, mit der Wunden besser behandelt werden könnten. So soll eine 26 bis 40 Grad warme Plasmaflamme die Wunden antiseptisch behandeln und Körperzellen zu einem schnelleren Reparaturwachstum anregen.

Bisher haben die Wissenschaftler um den Instituts-Chef Klaus-Dieter Weltmann lediglich an Zellkulturen geforscht. In nächster Zeit sind jedoch die ersten Versuche an Tieren vorgesehen.

Wenn die Forschungen positiv verlaufen, sollen in drei bis fünf Jahren bereits die ersten medizinischen Geräte zum Einsatz kommen. In Greifswald wurde bereits vor einiger Zeit ein Plasmastift entwickelt, mit Hilfe dessen eine kalte Flamme erzeugt wird.

Bisher unbekanntes Selbstheilungsgen entdeckt

Im Bereich der Stammzellforschung sind Experten nun einen großen Schritt vorwärts gekommen. Sie haben - bisher allerdings nur an Plattwürmern - herausgefunden, dass es ein bestimmtes Gen gibt, welches für die Selbstheilung verantwortlich ist.

So haben sie den Wurm zerteilt und aus jedem Stück wuchs ein völlig gesunder neuer Wurm heran. Das Gen, welches sich Smed-SmB nennt, kommt in ähnlicher Form auch beim Menschen vor. Ob diese Ähnlichkeit ausreicht, um in der Medizin des Menschen auch auf neue Erkenntnisse schließen zu können, bleibt noch abzuwarten.

Schnellere Wundheilung durch spezielle Salbe eines Professors für Zelltechnologie aus Leipzig

Weißes Cremetöpfchen mit blauem Deckel neben Salbe und Pflaster
Medizin - Hautcreme © PhotoSG - www.fotolia.de

Ein Professor für Zelltechnologie aus Leipzig, Augustinus Bader, hat jetzt eine Salbe erfunden, die Wunden schneller und meistens ohne Narbenbildung heilen lässt. Dabei wird der Körper durch eigene Stammzellen und bestimmten Wachstumsbeschleunigern, die dem Gewebe zugefügt werden, aktiviert, neue Zellstrukturen zu bilden, die zur Heilung beitragen.

Bei verschiedenen Verletzungen wurde diese Salbe schon getestet, so beispielsweise bei schweren Verbrennungen, aber auch bei inneren Verletzungen, wie einer Verätzung der Speiseröhre, konnte den Patienten geholfen werden, sowie auch bei Verletzungen der Nerven und sogar bei durch Multipler Sklerose entstandenen Wunden stellte man Heilungseffekte fest. Jetzt soll das neue Wundermittel sich in einer klinischen Studie beweisen.

Selbstbräunerwirkstoff soll zukünftig auch zur Heilung von Wunden eingesetzt werden

Dihydroxyaceton, ein Kohlenhydrat das bislang nur in Selbstbräunern vorkommt und durch die Reaktion mit Aminosäuren zu einer Färbung der Haut führt, soll zukünftig auch in der Medizin Verwendung finden.

Amerikanische Forscher stellten fest, dass das Kohlenhydrat auch ein effektives Mittel zur Wundheilung ist. Sie stellten einen medizinischen Klebstoff aus Dihydroxyaceton her, der die Wunde verschließt und somit eine bessere Heilung gewährleistet. Da das Kohlenhydrat auch im menschlichen Körper vorkommt, kann es schnell abgebaut werden und ist von jedem Menschen gleichermaßen gut verträglich.

Bestimmte Substanz kann die Bildung von Narben verhindern

Narbe auf Haut
scar 1 © askthegeek - www.fotolia.de

Die Medizinforschung ist in Sachen Wundheilung einen entscheidenen Schritt vorwärts gekommen. Wie bereits aus früheren Studien bekannt, gibt es ein Mittel, welches die Wundheilung fördern kann: Decorin.

Nun fanden Forscher aus den USA jedoch heraus, dass diese Substanz auch die Bildung von Narben verhindern kann. Das Besondere dabei ist, dass Decorin seinen Weg von ganz allein in das verletzte Gewebe findet und seine Wirkung dort entfaltet. So könnten in Zukunft Wunden nach Operationen oder auch die der inneren Verletzungen (Schlaganfall, Herzinfarkt) schneller heilen.

Decorin wurde bislang in der Medizin nicht eingesetzt, da das Mittel schwer herzustellen ist. Doch mit den aktuellen Erkenntnissen könnte sich dies nun ändern. Bislang wurde die Art der Wundheilung nur bei Mäusen erfolgreich getestet. Die Forscher erklärten die Wirkung damit, dass Decorin die Wirkung des Wachstumsfaktors TGF-ß unterdrückt. Dieser ist für die Narbenbildung zuständig.

Regenerationsfähigkeit des Axolotl hilft bei der Erforschung neuer Wundheilungsmethoden

Lernen vom Axolotl: Regeneration ganzer Gliedmaßen möglich

Forscherin schnibbelt mit einer Schere an einem blauen DNA-Modell
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Der Schwanzlurch oder auch Axolotl genannt hat im Gegensatz zu anderen höher entwickelten Wirbeltieren eine ganz besondere Fähigkeit, denn er kann ganze Körperteile nach einer Verletzung nachwachsen lassen und sogar Wunden an Hirn, Wirbelsäule und Herz regenerieren.

Die Regenerationsfähigkeit des Axolotl

Diese Fähigkeit versucht sich nun auch die Medizin zur Erforschung neuer Wundheilungsmethoden beim Menschen zunutze zu machen.

An der Medizinischen Hochschule in Hannover wurde daher das Axolotl-Zentrum gegründet, welches sich mit der Erforschung der Regenerationsfähigkeit der Lurche befasst. Der Axolotl verbringt sein gesamtes Leben im Larvenstadium, das heißt, er wird nie erwachsen und entwickelt sich nicht weiter zum Salamander. Besonders junge Tiere können ihre Verletzungen extrem schnell regenerieren. Sie schaffen es teilweise ganze Gliedmaßen innerhalb einiger Wochen nachwachsen zu lassen.

Forschungen am Axolotl

Um herauszufinden wie genau dies funktioniert, trennen die Forscher den Tieren unter Narkose Gliedmaßen ab und beobachten die Stadien des Nachwachsens. Bisher wurde festgestellt, dass sich an der Schnittstelle relativ schnell eine neue Hautschicht bildet. Unter dieser Schicht wächst eine Gewebeknospe, die beschädigte Gewebetypen neu bildet.

Die Forscher untersuchten anschließend die Erbinformationen dieser Wundheilungszellen und stellten fest, dass ein bestimmtes Enzym, die sogenannten Ambloxe, die Bildung eines Botenstoffs fördern, der die Zellen dazu bringt sich in die Vorläuferzellen der Gewebetypen zu verwandeln, aus denen dann das neue Gewebe entsteht.

In weiteren Untersuchungen zeigte sich, dass dieser Botenstoff auch die menschlichen Zellen beeinflusst. Sie pflanzten die Gene in eine menschliche Hautzelle ein und beobachteten, dass sich die Zelle nach einer Verletzung weitaus schneller regenerierte. Der nächste Schritt besteht darin zu versuchen die Ambloxe künstlich herzustellen, um Menschen mit Brandverletzungen oder Amputationen eine schnellere Wundheilung zu ermöglichen.

Schutz des Axolotl

Neben der Forschung widmet sich das Axolotl-Zentrum in Hannover aber auch dem Schutz dieser bedrohten Tierart, denn der Schwanzlurch kommt in freier Wildbahn kaum noch vor. Lediglich am Xochimilco-See in Mexiko sind die Axolotl noch beheimatet, doch durch die zunehmende Verschmutzung des Wassers, dem steigenden Touristenaufkommen, ausgewilderten Barschen, die dem Lurch als Fressfeind Konkurrenz machen und der Vorliebe der Mexikaner für Axolotl-Fleisch sinkt auch dort der Bestand.

Die Forscher des Axolotl-Zentrums nehmen daher auch an einem internationalen Zuchtprogramm teil und achten darauf, dass keines der Tiere durch die Versuche bleibende Schäden erleidet.

Wunden heilen schneller durch Nanoteilchen

US-amerikanische Forscher des Massachusetts General Hospital haben herausgefunden, dass Nanopartikel chronische Wunden schneller heilen lassen. Diese Teilchen stimulieren das Hautgewebe, so dass es besser und schneller nachwachsen kann. Früher setzten Mediziner den sogenannten Keratinocyten-Wachstumsfaktor (KGF) ein, um tiefe Wunden zu behandeln. Damit diese Behandlung anschlägt, musste sie häufiger angewendet werden. Das war sehr teuer.

Das Fusionsprotein aus KGF und Elastin-ähnlichen Eiweißen kann auch in tiefere Gewebeschichten der Haut vordringen und trägt zu einer schnelleren Heilung des Gewebes bei. Diese Nanopartikel sind relativ billig herzustellen und leicht anzuwenden.

Krabbenschalen fördern Wundheilung

Krabbenpulen ist eine zeitraubende und manchmal frustrierende Beschäftigung. Wer nicht pult, muss auf die leckeren Seebewohner verzichten. Doch nicht nur das Fleisch der Krabbe ist von Interesse, kulinarischem natürlich, sondern auch die Schalen der Nordseegarnelen. Diese sind jedoch nicht Bestandteil einer schmackhaften Mahlzeit, sondern finden in der Medizin Verwendung.

Die Schalen der Tiere liefern einen begehrten Rohstoff: Chitosan. Bei Chitosan handelt es sich um die Faser der Krabbenpanzer. Sie unterstützt in vielen Fällen die schmerzfreie Wundheilung nach Verbrennungen, ohne dass sich Narben bilden.

Das europäische Verbundprojekt "ChitoBioEngineering" will Chitosane entwickeln, die zuverlässig wirken. Die Herstellung soll allerdings biotechnisch erfolgen und nicht auf chemische Weise. Das Mittel soll zudem kostengünstig und für Patienten damit bezahlbar sein.

"ChitoBioEngineering" erhält in den nächsten drei Jahren rund 900.000 Euro Fördergelder vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Verantwortlich für das Projekt ist Professor Bruno Moerschbacher von der Universität Münster.

Heilen Wunden unter Vakuum schneller?

Bei großen oder komplizierten Wunden wird oftmals die sogenannte Vakuumtherapie eingesetzt, wobei die Wunden mit einem Schaumstoffverband und darüber mit einer Folie luftdicht abgeschlossen werden. Über eine Unterdruckpumpe wird das Wundsekret abgesaugt und die Durchblutung angeregt, so dass die Wundheilung dadurch gefördert werden soll.

Doch jetzt äußern sich Mediziner vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dazu kritisch und sind der Meinung, dass diese Therapie keine besondere Wirkung verspricht, wie auch das Deutsche Ärzteblatt schreibt. In verschiedenen Studien gibt es zwar Hinweise, dass die Wundheilung durch den Unterdruck gefördert wird, aber ob diese Behandlung besser als andere Wundheilungsmaßnahmen ist, sei nicht vollständig bewiesen.

US-Studie: Langsame Wundheilung kann auch auf Rheuma hindeuten

Victoria Shanmugam ist Rheumatologin im US-amerikanischen Georgetown-University-Hospital (GUH). Ihr war aufgefallen, dass all ihre Rheuma-Patienten unter anderem an einer sehr langsamen Wundheilung leiden. Normalerweise tippen Ärzte bei Patienten mit einer so langsamen Wundheilung auf Diabetes. Shanmugam vermutete, dass viele Patienten mit einer zögerlichen Wundheilung auch an Autoimmunkrankheiten wie Rheuma leiden könnten. Sie untersuchte daher 340 Patienten, die das GUH aufgrund einer langsamen Wundheilung aufgesucht hatten.

Dabei gab es häufig Beinwunden, die seit drei Monaten immer noch nicht abgeheilt waren. Shanmugam konnte bei 49 Patienten Diabetes nachweisen, aber auch bei 78 Personen (23 Prozent) andere Autoimmunkrankheiten, meist Rheuma oder Lupus. Die Ärztin wird ihre Erkenntnisse bald auf dem Jahrestreffen des American College of Rheumatology vorstellen.

Forscher entschlüsseln die Entstehung von chronischen Unterschenkelgeschwüren

Eine geringe Konzentration von „Calprotectin“ könnte in Zusammenhang mit den chronischen Wunden stehen

Chronische Unterschenkelgeschwüre werden vom Facharzt „chronische Ulzera“ genannt. Dabei heilen Wunden im Bereich des Unterschenkels nicht normal ab, sondern bleiben entzündet und oft auch komplett offen.

Woran dies liegt, konnten Mediziner bisher nicht genau erklären. Nun wurde jedoch von Forschern ein Eiweiß entdeckt, das offenbar die Schuld trägt.

Menschen mit chronischen Wunden weisen weniger „Calprotectin“ auf

In Dänemark untersuchte man das Wundsekret von 25 Patienten mit chronischer Ulzera. Man legte Wert darauf, dass die Teilnehmer ansonsten gesund waren, also nicht etwa Diabetes vorlag.

Man verglich die Ergebnisse mit dem Wundserum von Patienten, die eine akute Wunde hatten, die aber in einem normalen Heilungsprozess war. Man fand heraus, dass die Menschen mit chronischen Wunden weniger „Calprotectin“ besaßen.

„Calprotectin“ löst den Zelltod aus

Dieses Eiweiß ist der Medizin bekannt. Es bindet Kalzium und fördert so die Apoptose bei Zellen. Apoptose ist eine Art „Selbstmord“ der Zellen. Der Prozess gehört ganz natürlich zum Stoffwechsel einer jeden Zelle. Wird der Prozess aktiviert, so kommt es zum Zelltod.

Dies wird unter normalen Umständen zum Beispiel nötig, wenn eine Zelle überaltert oder defekt ist. Das Eiweiß Calprotectin fördert die Apoptose, damit defekte Zellen bei Wunden neuen und gesunden „Platz machen“. Da bei Patienten mit chronischen Unterschenkelgeschwüren offenbar deutlich weniger Calprotectin im Serum der Wunde ist, wäre dies ein Erklärungsansatz für die schlechte Heilung.

Neues Plasminogen-Medikament soll eine schnelle Wundheilung garantieren

Viele hellblaue unbedruckte und unbestanzte o. geprägte Pillen o. Tabletten, leicht drappiert
compresse © Anna Khomulo - www.fotolia.de

Schwedische Forscher haben sich in den letzten Jahren mit dem Protein Plasminogen beschäftigt. Dies besitzt Eigenschaften, die der Mensch sich sehr gut zu Nutze machen kann. Das Eiweiß kann als Medikament eingesetzt dabei helfen, dass sich Wunden schneller verschließen.

Plasminogen kommt bei jedem in der Leber vor. Dort hergestellt, wandert es über jede Körperflüssigkeit durch uns hindurch und hilft an Stellen, an denen es benötigt wird. Die Forscher haben daher die Substanz auch künstlich hergestellt und wollen es zur Wundheilung einsetzen. In ersten Tests mit Tieren war Plasminogen zuverlässig und gut verträglich. Die Mäuse entwickelten eine rasante Wundheilung und vertrugen die Injektionen sehr gut. Daher sollen nun Studien am Menschen begonnen werden.

Vor allen Dingen Diabetikern möchte man auf diese Weise helfen. Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass Plasminogen bei gesunden Menschen immer dann in hoher Konzentration auftritt, wenn es eine Wunde zu heilen gilt. Doch bei Diabetikern ist aufgrund des gestörten Stoffwechsels oft nicht genügend Plasminogen zur Stelle. Das erklärt auch, warum ihre Wunden dazu neigen, eher schlecht zu heilen. Ein Mittel auf der Basis von Plasminogen könnte dieses Problem auf Dauer beseitigen. Auch viele der Amputationen, die heute bei Diabetikern aufgrund schwerer Entzündungen leider durchgeführt werden müssen, könnten so ein Ende nehmen.

Intelligente Wundfäden erkennen Infektionen an Wunden

Narbe auf Haut, zugenäht
Narbe © Kica Henk - www.fotolia.de

Amerikanische Wissenschaftler haben einen innovativen Wundfaden mit integrierter Heizung uns Sensorik entwickelt, der Entzündungen an Wunden erkennt und diese bei Bedarf für einen besseren Heilungsprozess wärmt.

Dafür werden die aus Silizium bestehenden Sensoren auf Seide- oder Polymer-Fasern aufgebracht, mit Drähten sowie Elektroden aus Metall versehen und anschließend mit einem speziellen Kunstharz umhüllt. Während der Widerstand von der so genannten Platinnanomembran temperaturabhängig ist, ändert sich die Stromabgabe der Siliziumdiode ebenso von der Temperatur der Wunde. Die Funktionsfähigkeit der Sensoren war dabei selbst nach dem Nähen der Wunde mit anschließendem Verknoten gegeben. Sobald die Temperatur an dieser Stelle steigt und damit eine Infektion beginnt, erkennen dies die Sensoren und heizen die Wunde, was wiederum den Heilungsprozess beschleunigt.

In Zukunft wollen die Forscher noch einen Schritt weitergehen, sodass die Fäden bei Bedarf auch Medikamente an der Wunde freisetzen.

Blaues Licht tötet Bakterien in Brandwunden ab

Forscher haben untersucht, ob die Blaulicht-Methode Infektionen bei Brandopfern bekämpfen kann

Zwei Hände einer Frau in Handschuhen verbinden den rechten Arm eines Mannes mit Mullbinde und Leukoderm auf weißem Tisch
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Mit einer Blaulichttherapie könnten Hautinfektionen bei Brandopfern wirkungsvoll bekämpft werden, wie Forscher von der Harvard Medical School kürzlich herausgefunden haben.

Blaulicht gegen Hautschädigungen

Mit der sogenannten fotodynamischen Therapie werden heutzutage schon Tumore und Gewebeveränderungen behandelt. Das zu behandelnde Gewebe wird dabei mit Licht bestrahlt, nachdem es zuvor mit einer lichtaktivierbaren Substanz präpariert wurde. Die Substanz zerfällt durch das Licht und schädigt dadurch den Tumor.

Diese Methode konnte bisher bei der Behandlung von Hautinfektionen nicht angewendet werden, da die lichtempfindliche Substanz auch die Hautzellen schädigt. Eine Lösung bietet hier das Blaulicht, das auch ohne eine lichtaktivierbare Substanz wirkt, wie bereits mehrere Studien gezeigt haben.

Blaulicht-Methode bei Brandwunden

Die Forscher haben nun untersucht, ob die Blaulicht-Methode auch Infektionen bei Brandopfern bekämpfen kann. Bei Tests mit Mäusen zeigte sich, dass die besonders aggressiven Bakterien vom Typ Pseudomonas aeruginosa in Brandwunden nahezu verschwinden, wenn sie mit einer blauen Leuchtdiode bestrahlt werden. Unbestrahlte Mäuse starben hingegen nach kurzer Zeit an der Bakterieninfektion in der Brandwunde.

Die Forscher sind optimistisch, dass sich dieses Verfahren künftig auch auf Menschen übertragen lässt.

Bei Hautverletzungen hilft ein Birkenkork-Extrakt

Forscher vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg haben sich mit der Wundheilung mit Hilfe von Naturmitteln näher beschäftigt. Da schon seit Jahrhunderten ein Extrakt aus dem Birkenkork als Naturheilmittel verwendet wird, haben die Wissenschaftler diese Wirkung einmal näher unter die Lupe genommen.

Wirkung des bewährten Naturheilmittels

Dabei stellten sie fest, dass am Anfang durch den Hauptbestandteil Betulin zuerst die Menge der Entzündungsstoffe noch erhöht wird, so dass Fresszellen angelockt werden, die dann die eingedrungenen Bakterien und auch das tote Gewebe beseitigen.

Anschließend werden Proteine aktiviert, die dann die Hautverletzung schließen und die Wundheilung beschleunigen. Neben dem Hauptbestandteil Betulin ist auch das Lupeol für die Wundheilung verantwortlich.

Stammzellen aus Schweißdrüsen fördern die Wundheilung

Rasierte Achselhöhle einer jungen Frau
the armpit © photoCD - www.fotolia.de

Stammzellen aus der Achsel können Wunden am ganzen Körper heilen. Dazu entnehmen die Mediziner winzige Proben mit Schweißdrüsen, vermehren diese in der Petrischale und setzen sie dann auf verletzte Hautstellen. Mehrere Forschungsarbeiten haben den Erfolg der neuen Wund-Therapie bestätigt. Unklar ist aber noch, wie der Effekt im Einzelnen zustande kommt.

Der Mensch verfügt über fast drei Millionen Schweißdrüsen, besonders dicht sitzen sie in den Achseln. Wenn man einige davon isoliert und in der Petrischale kultiviert, bilden sich daraus neue Stammzellen. Setzt man diese wiederum auf ein Trägermaterial aus Kollagen, entwickeln sie eine feste Struktur, mit der sie sich in verletzten Hautstellen verankern können.

Stammzellen aus Schweißdrüsen lassen sich einfacher isolieren

Künftig könnte ein ambulanter Eingriff beim Hautarzt genügen, um neues Gewebe für die Wundheilung zu gewinnen. Im Vergleich zu Stammzellen aus dem Knochenmark oder Blut lassen sich Zellen aus Schweißdrüsen einfach isolieren. Ob sie in einer Wunde selbst neue Blutgefäße und Hautzellen bilden oder lediglich Wachstumshormone ausscheiden und dadurch den Heilungsprozess managen, soll weiter erforscht werden.

Forscher aus Siegen wollen Wunder-Pflaster entwickeln, welches eine bakterielle Entzündung erkennt

Nahaufnahme zwei Pflaster über Kreuz auf Haut geklebt
pflaster © Falko Matte - www.fotolia.de

Ob sich in einer Wunde eine bakterielle Entzündung entwickelt, kann man bislang nur mit sehr zeitaufwendigen Untersuchungen überprüfen. Oftmals werden daher besonders bei Brandwunden vorsorglich Antibiotika verabreicht. Selbst wenn nicht einmal sicher scheint, ob das notwendig wäre.

Um das zukünftig zu ändern, haben sich Wissenschaftler aus Siegen daran gemacht, ein Pflaster zu entwickeln, welches in der Lage sein wird, visuell anzuzeigen, ob sich eine bakterielle Entzündung gebildet hat oder nicht. Somit könnte man mit nur einem Blick auf das Pflaster feststellen, ob eine Behandlung mit Antibiotika notwendig wird oder nicht. Besonders bei der Behandlung von Kindern wäre das ein großer Vorteil.

Das Pflaster soll mit speziellen Sensoren ausgestattet werden, die mit einem Farbwechsel reagieren, wenn eine Infektion vorliegen sollte. Somit könnte man die Behandlung von chronischen Wunden wesentlich verbessern und Antibiotika nur noch bei dringenden Bedarf einsetzen.

Forscher analysieren die Selbstheilung der Lunge

Deutsche Forscher präsentieren ihre wertvollen Ergebnisse über die enorme Selbstheilungskraft der Lunge

Grafik menschlicher Körper mit Lungeninfektion
lungeninfektion © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Für die Lunge gibt es ebenso wie für das Herz nie eine Pause. Selbst in der Nacht müssen beide Organe unermüdlich arbeiten, um den Organismus am Leben zu erhalten. Die menschliche Lunge hat es dabei besonders schwer, denn mit jedem Atemzug ist sie den aktuellen Umwelteinflüssen ausgesetzt.

Die enorme Selbstheilungskraft der Lunge

Beim Einatmen strömen nicht nur gesunde Luft, sondern auch Staub und Gifte in die Lungenflügel. Die Zellen sehen sich daher einem beständigen Angriff gegenüber und müssen reagieren. Verlieren sie einen Kampf und sterben, muss die Lunge als Organ handeln.

Bisher wurde die enorme Selbstheilungskraft der Lungenflügel noch nicht im Detail betrachtet. Deutsche Forscher haben das geändert und präsentieren nun ihre spannenden Ergebnisse. Dabei wird schnell deutlich: Die menschliche Lunge leistet Tag für Tag erstaunliche Arbeit.

"Funktionale Decke" bei Verletzungen

Die Forscher nutzten für ihre Untersuchung die sogenannte Massenspektrometrie. Dieses Verfahren ist noch relativ jung und ermöglicht es, dass dynamische Vorgänge im lebenden Gewebe sichtbar gemacht werden.

Die Wissenschaftler konnte beobachten, wie verletztes Lungengewebe sofort reagierte, indem alle beschädigten Zellen der Lungenoberfläche durch Stammzellen ausgetauscht wurden. Es wurde quasi eine beschädigte Jacke ausgezogen und zunächst durch eine funktionale Decke ersetzt, die aber noch keine Kleidung ist.

Signalfeuerwerk für Stammzellen

Damit die Stammzellen ihren Auftrag bekommen und verstehen, wo genau sie sich ansiedeln sollen, löst die Lunge eine Art Feuerwerk an Signalen aus. Es sind über 8.000 Eiweiße und Botenstoffe nötig, damit der Informationsfluss richtig funktioniert. In ihrer Untersuchung konnten die Forscher diese Proteine und Botenstoffe genau bestimmen und damit der Lunge im Detail bei der Arbeit zusehen.

Man hofft, dass diese Grundlagenforschung genutzt werden kann, um neue Therapien zu entwickeln. Bisher ist es äußerst schwierig, beschädigtes Lungengewebe zu ersetzen oder zur Heilung anzuregen. Dies könnte sich ändern, wenn man die Erkenntnisse zu Therapien ausbaut.

Grundinformationen zur Wundheilung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: A burn scar that is partly healed © doug Olson - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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