Vergiftungen durch Nesseltiere - Symptome und Behandlung

Nesseltiere zählen zu den Meeresbewohnern. Manche Arten sind giftig und rufen unangenehme Verletzungen hervor. So kann es bei Vergiftungen durch Nesseltiere zu unterschiedlichen Hautreaktionen kommen; auch darüber hinaus sind diverse Symptome möglich. Unter gewissen Umständen sollte man besser einen Arzt benachrichtigen. Informieren Sie sich über unterschiedliche Nesseltiere und mögliche Vergiftungen durch diese.

Zu den unterschiedlichen Beschwerden zählen Schwellungen, Hautrötungen und die Bildung von Blasen

Als Nesseltiere werden vielzellige, simple Tiere bezeichnet, die sich in den Gewässern der Weltmeere sowie einigen Süßgewässern tummeln. Weltweit gibt es schätzungsweise 11.000 verschiedene Arten, zu denen unter anderem

  • Quallen
  • Polypen und
  • Seeanemonen

gehören. Einige Arten können auch gesundheitsschädliche Gifte abgeben.

Nesseltiere leben im Meer und werden mitunter auch an die Küste getrieben
Nesseltiere leben im Meer und werden mitunter auch an die Küste getrieben

Verletzungen durch Nesseltiere

In den letzten Jahren haben Tauch- und Badereisen in tropische Gefilde zunehmend an Beliebtheit gewonnen. Dadurch kommen die Reisenden allerdings immer häufiger mit Nesseltieren wie Quallen, Nesselfarnen, Seeanemonen, Feuerkorallen oder Polypen in Kontakt.

Diese Arten rufen pro Jahr mehrere Hunderttausend Verletzungen hervor. So kann der Kontakt mit einem Nesseltier zur Freisetzung von unzähligen, winzig kleinen Nesselkapseln führen, was wiederum die Übertragung von Gift in die Haut zur Folge hat.

Das Gift mancher Nesseltiere verursacht auf der menschlichen Haut starke Reizungen. Sogar verbrennungsähnliche Beschwerden sind möglich.

Besonders gefährliche Quallenarten und ihr Vorkommen

Besonders betroffen von schweren Nesselvergiftungen sind Urlauber, die mit Quallen in Kontakt geraten. Als besonders gefährlich eingestuft werden Quallenarten wie

  • die Feuerqualle, die in Nord- und Ostsee sowie im Atlantischen und Pazifischen Ozean vorkommt,
  • die Leuchtqualle, die im Mittelmeer sowie im subtropischen und tropischen Atlantik beheimatet ist,
  • die Portugiesische Galeere, die in den tropischen und subtropischen Meeren zu finden ist,
  • die australische Würfelqualle und
  • die Kompassqualle.

Zu Verletzungen durch diese Arten kommt es vorwiegend beim Schwimmen. Dabei verfangen sich die Betroffenen in den langen Tentakeln der Quallen. Lesen Sie hier weiter, wenn Sie mehr über Quallenstiche erfahren möchten.

Symptome

Welche Symptome durch eine Nesselvergiftung auftreten, hängt von der Art des Nesseltieres ab, mit der der Betroffene in Berührung kommt. Als typische Beschwerden gelten lokale, schmerzhafte Schwellungen und Hautrötungen. Manchmal können sich auch Blasen bilden.

Übelkeit und Erbrechen können Symptome für eine Vergiftung sein
Übelkeit und Erbrechen können Symptome für eine Vergiftung sein

Symptome wie

sind möglich, kommen aber nur selten vor. Verursacht werden sie vor allem von Quallenarten wie der Würfelqualle, auch Seewespe genannt, und der Portugiesischen Galeere. Besonders die an der nordaustralischen Küste beheimatete Würfelqualle gilt als sehr gefährlich.

So verursacht sie pro Jahr ca. zehn Todesfälle. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Kinder.

Behandlungsmöglichkeiten

Kommt es zu einer Verletzung durch ein Nesseltier, ist unbedingt darauf zu achten, die betroffenen Körperstellen nicht mit Süßwasser oder Alkohol abzuwaschen, da sonst auch die restlichen Nesselzellen aufplatzen, was alles noch schlimmer macht. Stattdessen wird empfohlen, Meerwasser oder Essig auf die verletzten Hautstellen aufzubringen.

Essig

Ist eine Würfelqualle für die Verletzung verantwortlich, darf man sogar nur Essig auftragen, da im Meereswasser zahllose Tentakelreste vorhanden sein können. Essig hat die Eigenschaft, die Nesselzellen zu deaktivieren, wodurch kein weiteres Gift mehr in den Organismus gelangt.

Übrig gebliebene Tentakelreste werden dann mit dem Rücken eines Messers, einem Spatel oder einer Kreditkarte vorsichtig entfernt. Anschließend ist es wichtig, die Haut mit Eis zu kühlen.

Später kann man die betroffene Stelle mit einer zweiprozentigen Hydrocortisonsalbe oder einem Antihistaminikum-Gel behandeln. Für mindestens einen Tag sollte der Patient eine Ruhepause einlegen und sich schonen.

Wann zum Arzt?

Kommt es zu Beschwerden wie

muss ein Arzt zu Rate gezogen werden. Beim Kontakt mit einer australischen Würfelqualle gilt es, umgehend einen Arzt oder Notarzt zu alarmieren.

Verletzungen vorbeugen

Es gibt sogar Sonnencremes mit Schutz vor Quallenverbrennungen im Handel
Es gibt sogar Sonnencremes mit Schutz vor Quallenverbrennungen im Handel

Am besten ist es, Verletzungen durch Nesseltiere gar nicht erst entstehen zu lassen. Als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, bei eindeutiger Quallengefahr nicht ins Meer zum Schwimmen zu gehen. Möchte man doch ins Wasser, sollte man spezielle Surfkleidung oder einen Neoprenanzug anlegen. Nesseltiere, die am Strand herumliegen, dürfen nicht berührt werden.

Einige Hersteller von Sonnenschutzmitteln bieten Cremes an, die gleichzeitig zum Schutz vor Quallenverbrennungen dienen. Kommt es dennoch einmal zu einem Kontakt mit einem Nesseltier, ist es wichtig, ruhig zu bleiben, damit man sich nicht noch mehr in den Tentakeln verfängt.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Quellenangaben
  • Trying water © Elenathewise - www.fotolia.de
  • sunscreen at the beach © Christian Wheatley - www.fotolia.de
  • Coral and fish in the Red Sea.Egypt © Brian Kinney - www.fotolia.de
  • Young caucasian woman in toilet © Piotr Marcinski - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema