Schultereckgelenksprengung (Schultereckgelenksverrenkung) - Ursachen, Symptome und Behandlung

3D Grafik blau Skelett Oberkörper, Schulter in durchsichtigem Körper

Wissenswertes zur AC-Gelenksprengung

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  • von Paradisi-Redaktion

Eine typische Schulterverletzung ist die Schultereckgelenksprengung, auch Schultereckgelenksverrenkung genannt. Sie wird zumeist durch Stürze verursacht und zählt zu den typischen Sportverletzungen der Schulter. Dabei macht sie etwa ein Zehntel aller Schulterverletzungen aus. Informieren Sie sich über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Schultereckgelenksprengung.

Schultereckgelenksprengung - Generelle Merkmale

Um eine Schultereckgelenkverrenkung oder Schultereckgelenksprengung handelt es sich, wenn es zu einem vollständigen oder teilweisen Riss von Bändern und Kapseln des Schultereckgelenks kommt. Mediziner sprechen auch von einer AC-Gelenksprengung oder ACG-Sprengung.

So steht ACG für Akromioklavikulargelenk (Schultereckgelenk). Durch dieses Gelenk wird der Akromion (Schulterdachfortsatz) mit dem Klavikula (Schlüsselbein) verbunden. Für die Stabilität des Gelenks sorgen Bänder und die Gelenkkapsel.

Die Schultereckgelenksprengung zählt zu den häufigsten Verletzungen der Schulter. So macht eine AC-Gelenksprengung ca. 10-12 Prozent aller Schulterverletzungen aus.

Ursachen

Verursacht wird eine Schulereckgelenksprengung durch unmittelbare Einwirkung von Gewalt. Dabei kommt es zumeist im Rahmen von sportlichen Aktivitäten zu einem Sturz auf die Schulter. Besonders betroffen von dieser Verletzung sind

In seltenen Fällen entsteht eine AC-Gelenksprengung auch indirekt durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm.

Symptome

Zu den typischen Symptomen einer Schultereckgelenkverrenkung gehören Schmerzen und Schwellungen. Außerdem nehmen die Betroffenen eine Schonhaltung ein.

Die Schmerzen zeigen sich unmittelbar über dem Schultereckgelenk. Bei Bewegungen des Armes oder dem Ausüben von Druck verstärken sich die Schmerzen noch. Darüber hinaus schwillt der Schulterbereich an.

Für den Fall, dass sämtliche Bänder gerissen sind, ist scheinbar ein Hochstand des Schlüsselbeins zu erkennen. In Wahrheit handelt es sich jedoch um einen Tiefstand des Schultergelenks. Da man das verschobene Schlüsselbein leicht nach unten drücken kann, sprechen Ärzte bei diesem Symptom auch von einem Klaviertastenphänomen.

Diagnose

Feststellen lässt sich eine Schultereckgelenksprengung zumeist schon durch die typischen Symptome sowie die Unfallursache. Zum Absichern der Diagnose fertigt der behandelnde Arzt Röntgenaufnahmen an.

Für den Fall, dass noch weitere Untersuchungen nötig sein sollten, können

durchgeführt werden. Mithilfe der Untersuchungsresultate ist der Arzt auch in der Lage, den Schweregrad der Verletzung zu bestimmen. So teilt man eine Schultereckgelenksprengung in unterschiedliche Schweregrade ein.

Behandlung

Auf welche Weise eine Schultereckgelenksprengung behandelt wird, hängt vom Schweregrad der Verletzung ab.

  • Um Schweregrad I handelt es sich, wenn die Bänder der Gelenkkapsel eingerissen, aber die Gelenkteile nicht gegeneinander verschoben sind.
  • Von Schweregrad II spricht man bei einem Anriss der Bänder und einer leichten Verschiebung der Gelenkanteile.
  • Bei Schweregrad III sind sämtliche Bänder des AC-Gelenks gerissen.
  • Die Schweregrade IV, V und VI stellen Sonderformen der vollständigen Ruptur dar.

Handelt es sich um Schweregrad I oder II, genügt eine konservative Therapie. Im Falle von Schweregrad III ist sowohl eine konservative als auch eine operative Behandlung möglich. Letztere wird vor allem bei Sportlern durchgeführt, da sich das Schultereckgelenk anatomisch nur durch einen chirurgischen Eingriff wiederherstellen lässt.

Konservative Therapie

Im Rahmen einer konservativen Therapie stellt man das betroffene Gelenk einige Tag lang mit einem so genannten Gilchrist-Verband ruhig. Lassen die Schmerzen nach, kann anschließend mit krankengymnastischen Übungen begonnen werden.

Operative Therapie

Bei einer operativen Therapie näht der behandelnde Chirurg die gerissenen Bänder wieder zusammen. Außerdem stabilisiert er das Schultergelenk mithilfe von Platten, Schrauben oder Drähten. Auch die Bänder benötigen eine Stabilisierung, um die auf das Gelenk einwirkenden Kräfte aushalten zu können.

Nach dem Eingriff wird das Schultergelenk mit einem Gilchrist-Verband für etwa sechs Wochen ruhiggestellt. Danach folgen krankengymnastische Übungen, die dazu dienen, das Gelenk wieder beweglicher zu machen und die Muskeln zu kräftigen. Später kann ein weiterer operativer Eingriff nötig sein, bei dem das stabilisierende Material aus dem Körper entfernt wird.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: schulterskelett © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom

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