Typische Sportverletzungen am Knie im Überblick

Nahaufnahme Zeichnung Kniegelenk, weißer Hintergrund

Mitunter kommt es zu Bänderrissen, Verrenkungen oder auch Frakturen

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  • von Paradisi-Redaktion

Kaum ein Gelenk wird durch Sportverletzungen so in Mitleidenschaft gezogen wie das Knie. Typische Knieverletzungen sind zum Beispiel der Meniskusriss und der Kreuzbandriss.

Das Knie gehört zu den wichtigsten Gelenken des menschlichen Körpers. So ermöglicht es flexible Bewegungen wie Laufen, Rennen oder Sitzen. Außerdem lässt sich das Kniegelenk sowohl beugen als auch strecken. Auch Innen- und Außenrotationen sind möglich.

Zustande kommt die hohe Beweglichkeit des Knies durch seinen komplexen Aufbau. Verbunden wird das Knie mit dem Oberschenkel und dem Schienbein durch mehrere Bänder und Sehnen.

Für den Ausgleich der natürlichen Asymmetrie zwischen Schienbein und Oberschenkelknochen sorgen zwei Knorpelscheiben, die die Form eines Halbmondes haben. Zusätzliche Stabilität bewirken die Menisken, die als körpereigene Stoßdämpfer dienen.

Verletzungen am Knie

Die große Beweglichkeit des Knies kann allerdings auch ein Nachteil sein, weil es dadurch häufig zu Verletzungen kommt. So besteht die Gefahr, dass Bänder, Sehnen oder Menisken aufgrund von starken Verdrehungen reißen. Besonders betroffen von Knieverletzungen durch Drehbewegungen sind Fußballspieler und Skifahrer.

Fußball und Skifahren als besondere Risikosportarten für Knieverletzungen

Auch Sportarten wie

belasten die Kniegelenke. Ebenso können chronische Überlastungen im Berufsleben oder falsches Schuhwerk Kniebeschwerden hervorrufen.

Zu den typischen Sportverletzungen am Knie gehören

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Knieverletzungen ein.

Meniskusriss

Beim Meniskus handelt es sich um die halbmondförmige Knorpelscheibe des Kniegelenks. Das Knie verfügt über einen Innenmeniskus sowie einen Außenmeniskus. Kommt es zur Ruptur eines Meniskus oder gar beider Menisken, spricht man von einem Meniskusriss.

Am häufigsten wird der Innenmeniskus in Mitleidenschaft gezogen. So entstehen fast 50 Prozent aller Rupturen im hinteren Drittel des Innenmeniskus. Zu einem Riss des Außenmeniskus kommt es eher selten, weil er über mehr Beweglichkeit verfügt als der Innenmeniskus.

Besonders betroffen von einem Meniskusriss sind junge, sportlich aktive Menschen. Nicht selten treten bei einer Ruptur des inneren Meniskus auch Verletzungen an den stabilisierenden Bändern auf. Bei Männern zeigt sich diese Knieverletzung fast doppelt so oft wie bei Frauen.

Symptome

Ein akuter Meniskusriss macht sich durch typische Symptome bemerkbar. So leiden die Betroffenen unter Schmerzen sowie einem angeschwollenen Knie.

Sind Verschleißerscheinungen für die Meniskusruptur verantwortlich, zeigen sich die Schmerzen vor allem bei Belastungen des Knies. Außerdem fühlt es sich häufig instabil an. Geraten die gerissenen Teile des Meniskus zwischen die Flächen des Gelenks, führt dies zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Manchmal lassen sich auch knackende Geräusche im Knie wahrnehmen. Sogar eine vollständige Gelenkblockade ist möglich. Im weiteren Verlauf besteht die Gefahr, dass sich das Kniegelenk entzündet und ein schmerzhafter Gelenkerguss auftritt.

Diagnose

Ein Meniskusriss lässt sich in der Regel rasch diagnostizieren. Dazu führt der behandelnde Arzt bestimmte Handgriffe und Tests durch. Außerdem befragt er den Patienten, ob dieser unter akuten Schmerzen oder ständigen Belastungen leidet.

Einen möglichen Hinweis auf einen Meniskusriss kann eine Gelenkpunktion bei einem Gelenkerguss geben, bei der man Flüssigkeit aus dem Knie entnimmt und untersucht. Um einen eindeutigen Befund zu bekommen, besteht die Möglichkeit, eine Röntgenuntersuchung durchzuführen.

Auf diese Weise lassen sich mögliche Verschleißschäden diagnostizieren. Für den Fall, dass es immer noch Unklarheiten gibt, können eine Kernspintomographie (MRT) oder eine Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung) zum Einsatz kommen.

Behandlung

Wichtigstes Ziel bei der Behandlung eines Meniskusrisses ist die Beseitigung oder Linderung der Schmerzen. Außerdem gilt es, die Beweglichkeit des Knies wiederherzustellen. Ein Meniskusriss kann sowohl auf konservative als auch auf operative Weise behandelt werden.

Bei kleinen oder stabilen Meniskusrupturen kommen Medikamente oder eine Bewegungstherapie zum Einsatz. Bei zahlreichen Meniskusrissen ist jedoch ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

Konservative Therapie

Im Rahmen einer konservativen Therapie klärt der behandelnde Arzt den Patienten darüber auf, wie er im Alltag sein Kniegelenk schonen kann. Mithilfe von konsequenter Krankengymnastik lässt sich die geschwächte Muskulatur stärken.

Mit konsequenter Physiotherapie muss die Muskulatur gestärkt werden
Mit konsequenter Physiotherapie muss die Muskulatur gestärkt werden

Als Unterstützung kommt auch eine Elektrotherapie infrage. Außerdem erhält der Patient Unterarmgehstützen, die zur Entlastung des Kniegelenks dienen.

Leidet der Betroffene unter einer Gelenkentzündung, ist es ratsam, das Gelenk zu kühlen. Des Weiteren werden entzündungshemmende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verabreicht. Bei manchen Patienten, die unter starken Schmerzen leiden, kommen mitunter auch lokale Betäubungsmittel zum Einsatz, die unmittelbar ins Kniegelenk injiziert werden.

Operative Therapie

Eine Operation wird vor allem bei jungen Menschen und Sportlern durchgeführt, da bei diesen ansonsten aufgrund der hohen Belastungen der Meniskus erneut reißen kann. Bei einer Meniskusoperation kommen zwei Methoden in Betracht. Dies sind

  • die Meniskusteilentfernung sowie
  • die Meniskusnaht.

Im Rahmen einer Meniskusteilentfernung werden die zerstörten Meniskusanteile beseitigt. Für den Fall, dass das Knie instabil ist oder eine Beinfehlstellung vorliegt, besteht die Option, den Knochen zu korrigieren oder künstliche Bänder zu implantieren. Bei manchen Patienten wird auch ein Meniskusteilimplantat aus Kollagen eingesetzt.

Ziel einer Meniskusnaht ist die Wiederherstellung des Meniskus. Dabei soll das Knorpelgewebe soweit wie möglich erhalten bleiben.

Nachdem der Chirurg die Ränder des Meniskusrisses geglättet hat, wird der Meniskus mithilfe einer Naht wieder in seine normale Form gebracht. Vor allem für jüngere Patienten ist diese Methode gut geeignet. Manchmal kombiniert man auch beide Operationsmethoden miteinander.

Grafik des menschlichen Meniskus und des Kreuzbandes
Grafik des menschlichen Meniskus und des Kreuzbandes

Kreuzbandriss

Bei einem Kreuzbandriss kommt es zu einem teilweisen oder sogar kompletten Riss eines Kreuzbandes. Durch die Kreuzbänder werden der Oberschenkelknochen und das Schienbein miteinander verbunden.

Man unterscheidet zwischen dem vorderen Kreuzband (Ligamentum cruciatum anterius) und dem hinteren Kreuzband (Ligamentum cruciatum posterius). Die meisten Kreuzbandverletzungen treten am vorderen Kreuzband auf. In seltenen Fällen reißen auch beide Kreuzbänder.

Der Kreuzbandriss grafisch dargestellt
Der Kreuzbandriss grafisch dargestellt

Ursachen

Zustande kommt ein Riss des Kreuzbandes durch starke Krafteinwirkungen auf das Knie. Dabei kann es sich um eine

  • Verdrehung
  • Beugung oder
  • Streckung

des Gelenks handeln. Ein vorderer Kreuzbandriss tritt häufig auch ohne äußere Einwirkung auf.

Zumeist wird das Band zu stark gebeugt oder überstreckt. Besonders gefährdet für diese Knieverletzung sind Skifahrer und Fußballspieler. Nicht selten kommt es bei einer Kreuzbandruptur auch zu weiteren Knieverletzungen wie einem Innenbandriss oder einer Meniskusverletzung.

Symptome

Ein typisches Symptom für eine Kreuzbandruptur ist ein knackendes Geräusch beim Reißen des Bandes. Unmittelbar nach dem Riss treten Schmerzen sowie eine Schwellung des Knies auf.

Bei manchen Patienten kommt es zusätzlich zu einem Bluterguss im Kniegelenk. Dieser kann sich rasch nach dem Riss, aber auch etwas später zeigen.

Ein weiteres Merkmal für einen Kreuzbandriss ist die Instabilität des Knies. So sorgen die Kreuzbänder normalerweise für die Stabilität des Gelenks, die nach der Ruptur jedoch nicht mehr gegeben ist.

Bei einem Riss des vorderen Kreuzbands verschiebt sich das Schienbein typischerweise nach vorne, was Ärzte auch Schubladen-Zeichen nennen. Außerdem leiden die Betroffenen unter Gangunsicherheit und Leistungsverlust. Auch Beuge- und Streckhemmungen des Kniegelenks sind möglich.

Diagnose

Die Diagnose Kreuzbandriss lässt sich vom untersuchenden Arzt meist schon anhand der typischen Beschwerden, wie zum Beispiel das Schubladen-Zeichen, stellen. Um mögliche Knochenverletzungen auszuschließen, fertigt er auch Röntgenaufnahmen des Kniegelenks an.

Das gerissene Kreuzband lässt sich mit diesem bildgebenden Verfahren allerdings nicht nachweisen. Besser geeignet dazu ist eine Kernspintomographie, mit der sich ebenfalls Begleitverletzungen feststellen lassen.

Behandlung

Für die Behandlung einer Kreuzbandruptur kommen sowohl konservative als auch operative Maßnahmen infrage. Ziel der Therapie ist

  • die Stabilisierung des Kniegelenks
  • die Beseitigung oder Linderung der Schmerzen sowie
  • die Wiederherstellung der Sport- bzw. Arbeitsfähigkeit.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte das betroffene Knie geschont und gekühlt werden. Mithilfe von Medikamenten wie Schmerzmitteln oder Entzündungshemmern (NSAR) lassen sich die Schmerzen bekämpfen. Auch das Verabreichen von Kortisonspritzen direkt ins Kniegelenk ist eine Option.

Welche Behandlungsmaßnahme zur Anwendung kommt, hängt davon ab, ob das vordere oder das hintere Kreuzband gerissen ist, wie alt der Patient ist und ob er Sport betreibt.

Konservative Therapie

Ist ein Patient schon älter oder sportlich nicht aktiv, kann eine konservative Therapie ausreichend sein. Meist kommt diese Behandlungsform jedoch bei Rissen des hinteren Kreuzbandes zur Anwendung, während bei vorderen Kreuzbandrissen oftmals ein operativer Eingriff erfolgt.

  • Im Rahmen einer konservativen Therapie wird die Oberschenkelmuskulatur durch gezieltes Aufbautraining so weit aufgebaut, dass es wieder Stabilität erreicht.
  • Außerdem kommt eine Physiotherapie zur Anwendung.
Operative Therapie

Bei Sportlern und körperlich aktiven Patienten sowie bei einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes wird in der Regel eine Operation durchgeführt. Normalerweise erfolgt der Eingriff zwei bis vier Wochen nach der Verletzung, wenn die Entzündung wieder abgeklungen ist.

Bei der Operation wird das gerissene Kreuzband durch ein Transplantat ersetzt. Das heißt, dass der Chirurg bei einer Kniegelenkspiegelung ein Sehnenimplantat im Oberschenkelknochen und Schienbein befestigt. Dazu können beispielsweise Schrauben verwendet werden.

Vor allem bei vorderen Kreuzbandrissen ist diese Methode sehr erfolgreich. So können die meisten Patienten später wieder sportlichen Aktivitäten nachgehen.

Im Anschluss an die Kreuzbandoperation muss eine längere Nachbehandlung erfolgen. So erhält der Patient eine spezielle Schiene, da er sein Knie noch nicht vollständig belasten kann.

Die Schiene trägt man etwa 6-12 Wochen lang. Darüber hinaus führt man krankengymnastische Übungen durch. Dabei wird die Oberschenkelmuskulatur trainiert und das Kniegelenk allmählich wieder belastet.

Bei der Operation wird das gerissene Kreuzband durch ein Transplantat ersetzt
Bei der Operation wird das gerissene Kreuzband durch ein Transplantat ersetzt

Kniescheibenverrenkung

In der Medizin bezeichnet man eine Kniescheibenverrenkung auch als Patella-Luxation. Bei der Kniescheibe handelt es sich um einen Teil des Streckapparates. Sie macht das Strecken des Kniegelenks leichter und sorgt dafür, dass es nicht zur Reibung zwischen der Sehne der Oberschenkelstreckmuskulatur und dem Kniegelenk kommt. Springt die Kniescheibe seitlich aus der Führung, handelt es sich um eine Kniescheibenverrenkung.

Verdrehtes Knie grafisch dargestellt
Verdrehtes Knie grafisch dargestellt

Ursachen

Zu einer Verrenkung der Kniescheibe (Patella) kommt es durch direkte Stürze auf das Knie oder ungünstige Umstände im Gelenk.

Risikofaktoren

Als Risikofaktoren gelten

Nicht selten tritt eine Kniescheibenverrenkung wiederholt auf. Bei den meisten Patella-Luxationen handelt es sich um Sportunfälle, bei denen es zu einer starken Verdrehung oder mechanischer Gewalt kommt.

Symptome

Eine Kniescheiben-Luxation macht sich meist durch erhebliche Schmerzen bemerkbar. Zudem lässt sich oftmals auch eine Verformung des betroffenen Knies erkennen. So verschiebt sich die Kniescheibe häufig zur Außenseite hin.

Darüber hinaus leiden die Betroffenen unter Bewegungseinschränkungen des Gelenks. Nicht selten tritt auch ein Gelenkerguss auf.

Zudem besteht die Gefahr von Folgeschäden. In vielen Fällen springt die ausgerenkte Kniescheibe von selbst wieder in ihre Ausgangsposition zurück.

Diagnose

Um eine Knie-Luxation zu diagnostizieren, führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, bei der er bestimmte Handgriffe vornimmt. Außerdem kommen bildgebende Verfahren wie eine Kernspintomographie oder eine Röntgenuntersuchung zur Anwendung.

Behandlung

Ist das Ausmaß der Kniescheibenverrenkung nur gering, reicht normalerweise eine konservative Behandlung aus. Dabei renkt der Arzt die ausgekugelte Kniescheibe wieder ein.

Dazu erhält der Patient meist eine Betäubung. Nach dem Einrenken stabilisiert man das Knie durch Ruhigstellung mit

  • einem Gips
  • einem straffen Verband oder
  • einer Spezialschiene

für einige Wochen. Bei einer Operation lautet das Behandlungsziel, einem weiteren Auskugeln der Kniescheibe entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck wird meist eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt, bei der man abgebrochene Knochenfragmente oder Knorpel aus dem Knie holt oder eventuell wieder anbringt.

Bestehen Risse in der Gelenkkapsel, vernäht man diese wieder. Treten Kniescheiben-Luxationen häufiger auf, ist eine offene Operation erforderlich, bei der auch die Kniekapsel behandelt werden kann.

Außerdem lässt sich das Kniescheibenband vom Unterschenkel abtrennen und an der Innenseite wieder anbringen. Für die Befestigung des Bandes verwendet der Operateur Klammernägel oder Schrauben. Manchmal kombiniert man auch eine Arthroskopie mit einer offenen Operation.

Die Kniescheibe kann verrenkt oder gebrochen werden
Die Kniescheibe kann verrenkt oder gebrochen werden

Kniescheibenfraktur

Um eine Kniescheibenfraktur oder Patellafraktur handelt es sich, wenn die Kniescheibe in mehrere Teil zerbricht. Denkbar sind

  • Längsbrüche oder
  • Querbrüche, aber auch
  • Mischbrüche.

Ursachen

Zu einer Fraktur der Kniescheibe kommt es zumeist durch Stürze auf das gebeugte Kniegelenk auf harte Oberflächen, was häufig bei sportlichen Aktivitäten der Fall ist. So bricht das Knie durch einen heftigen Aufprall in zwei oder sogar mehrere Teile. Aber auch bei Autounfällen kann das Knie so heftig angeschlagen werden, dass es zerbricht.

Symptome

Typische Symptome einer Kniescheibenfraktur sind starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die gleich nach der Verletzung auftreten. Außerdem lässt sich der Unterschenkel nicht mehr strecken.

Zumeist kommt es auch zu einem Hämatom (Bluterguss), der sich als blauer Fleck bemerkbar macht. Mitunter lässt sich die Bruchspalte in der Kniescheibe ertasten. Eine zusätzliche Verletzung können Schürfwunden im Bereich des Knies sein.

Diagnose

Um eine Kniescheibenfraktur zu diagnostizieren, erfolgt zunächst eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die betroffene Stelle abtastet. Zum Absichern der Diagnose erfolgt eine Röntgenuntersuchung, bei der man das Kniegelenk auf drei Ebenen röntgt.

Für den Fall, dass weitere Untersuchungen nötig sind, können

vorgenommen werden.

Behandlung

Handelt es sich bei der Kniescheibenfraktur um einen unverschobenen Längsbruch, reicht in der Regel eine konservative Behandlung aus. Ansonsten führt man einen operativen Eingriff durch.

Im Rahmen der konservativen Therapie wird das Knie für einen kurzen Zeitraum ruhiggestellt. Anschließend erfolgt eine rasche Mobilisierung des Gelenks. Außerdem erhält der Patient entzündungshemmende Medikamente.

Im Rahmen einer operativen Therapie kommen mehrere Operationsverfahren infrage. Bei Querfrakturen erfolgt in der Regel eine Zuggurtungsosteosynthese. Dabei bringt der Operateur längs der Kniescheibe zwei Drähte an die Knochenfragmente an.

In Form einer Acht legt er um die Drähte herum eine Drahtschlinge an. Durch den Zug der Drahtschlinge geraten die beiden Fragmente wieder aneinander, sodass sie verheilen können.

Im Falle von Mehrfachfrakturen lässt sich der Bruch durch eine so genannte Äquatrialcerclage sichern. Eine Alternativmöglichkeit ist die Verschraubung der Bruchstücke.

Im Anschluss an die Operation darf das Kniegelenk zunächst nur geringfügig belastet werden. Nach der Ruhigstellung erfolgt die Mobilisation des Kniegelenks.

Läuferknie

Knieschmerzen durch Überbeanspruchung des Knies treten häufig bei Läufern auf
Knieschmerzen durch Überbeanspruchung des Knies treten häufig bei Läufern auf

In der Medizin bezeichnet man ein Läuferknie auch als Tractussyndrom oder Ilio-tibiales Bandsyndrom (ITBS). Dabei leiden die Betroffenen unter Knieschmerzen, die durch Überbeanspruchung des Gelenkes auftreten. Vor allem bei Laufsportlern ist das Syndrom weit verbreitet. So leidet jeder vierte Läufer darunter.

Das so genannte "Runner's Knee" tritt bei Joggern immer wieder auf. Typisch bei diesem Problem ist, dass die Schmerzen während des Laufens so stark werden, dass der Jogger sein Training abbrechen muss. Meist gehen die Beschwerden bis zur nächsten Laufeinheit wieder zurück. Dennoch sollte man ein "Runner's Knee" nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Ursachen

Verursacht wird ein Läuferknie durch übermäßige und falsche Beanspruchungen des Knies. Vor allem an der Außenseite des Knies sind Schmerzen zu verspüren.

Verantwortlich für die Beschwerden ist eine Sehnenplatte, die man als Tractus iliotibialis bezeichnet. Sie verläuft vom Becken über den äußeren Oberschenkel bis zum Schienbeinkopf.

Bei einem Läuferknie scheuert der Tractus iliotibialis über die Knochen, von denen das Kniegelenk gebildet wird. Infolgedessen kommt es zu einer Entzündung des Gewebes, was wiederum unangenehme Schmerzen hervorruft.

Zu den Hauptursachen für ein Läuferknie gehören angeborene Fehlstellungen, so genannte O-Beine sowie die typischen Läuferfehler wie zu hohe Trainingsumfänge, ungenügende Dehnübungen oder zu wenige Aufwärmeinheiten vor dem Laufen. Ebenso können falsches Schuhwerk oder ein zu harter Untergrund beim Laufen eine Rolle spielen.

Symptome

Bemerkbar macht sich ein Läuferknie durch stechende Schmerzen an der Außenseite des Kniegelenks. Zutage treten die Beschwerden zuerst vor allem beim Abwärtsgehen.

Später zeigen sich die Schmerzen jedoch auch beim normalen Gehen oder Treppensteigen. Schließlich sind sie sogar beim Anwinkeln der Beine oder bei Berührungen der Kniescheibe zu verspüren.

Weitere mögliche Symptome bei einem Läuferknie sind ein Gelenkerguss oder eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis). Mitunter lässt sich auch ein knirschendes Geräusch im Kniegelenk wahrnehmen.

Diagnose

Die Diagnose Läuferknie kann der Arzt normalerweise schon anhand der typischen Symptome an der Knieaußenseite stellen. Da aber auch andere Ursachen für die Kniebeschwerden infrage kommen können, werden oftmals bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen oder eine Kernspintomographie zur genaueren Abklärung durchgeführt.

Behandlung

Zu den wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung eines Läuferknies gehört das Lindern der Schmerzen. Als sinnvolle Erste-Hilfe-Maßnahme gilt das Kühlen des Knies mit Eis.

Zur Bekämpfung von Schwellung und Entzündung werden Schmerzmittel und entzündungshemmende Präparate verabreicht. Sind die Beschwerden stark ausgeprägt, besteht die Möglichkeit, ein lokales Betäubungsmittel in das Knie zu injizieren.

Zur Stabilisierung des Knies ist das Anlegen einer Bandage sinnvoll. Während der Behandlung muss der Patient sein Knie konsequent schonen. So ist es ratsam, eine Sportpause von etwa zwei bis drei Monaten einzulegen. Mit dem Laufen sollte erst dann wieder begonnen werden, wenn keine Beschwerden mehr zu verspüren sind.

Als behutsamer Trainingsaufbau sind krankengymnastische Übungen sinnvoll. Diese Übungen führt man am besten unter der Anleitung eines Fachmanns durch. Hilfreich können auch Massagen und Wärmeanwendungen sein.

Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einem Läuferknie kommt, ist es ratsam, einige Vorbeugemaßnahmen durchzuführen. Dazu gehören vor allem das Aufwärmen vor dem Sport sowie ausreichende Dehnungen der Muskulatur.

Dazu dehnt man am besten die Außenseite des Beins, indem man die Beine im Stehen überkreuzt und sich nach vorne beugt. Auch Laufstil und Schuhwerk sollten überprüft werden.

Um Knieschmerzen beim Sport zu vermeiden, raten Sportmediziner Laufsportlern, ihr Trainingspensum zu reduzieren. Das gilt besonders dann, wenn es zu einem schmerzhaften Läuferknie kommt. Ganz verzichten muss man auf das Laufen jedoch nicht. So kann man durchaus in moderatem Maße trainieren.

Aufbautraining hilfreicher als Ruhigstellung?

Neuen Studien zufolge kann leichter Sport bei Kniebeschwerden sogar hilfreich sein. Bisher gingen Mediziner davon aus, dass es bei Beschwerden wie dem Femoropatellaren Schmerzsyndrom (FPSS) besser ist, das Knie zu schonen.

Niederländische Wissenschaftler der medizinischen Universität Rotterdam fanden jedoch heraus, dass sich der Zustand von Patienten, die sich einem sechswöchigem Trainingsprogramm unterzogen, rascher besserte, als der von Patienten, die in der selben Zeit keinerlei Sport trieben und ihr Knie schonten.

Im Rahmen des Sportprogramms wurden die Gesäß- und die Oberschenkelmuskulatur gestärkt sowie Gleichgewichtsübungen durchgeführt. Daher nehmen die Forscher an, dass muskuläres Aufbautraining bei Kniebeschwerden besser hilft als Ruhigstellung.

Damit es gar nicht erst zu Knieproblemen kommt, ist es wichtig, es mit den sportlichen Aktivitäten nicht zu übertreiben. So ist Sport nur dann gesund, wenn man ihn gemäßigt ausübt. Zu bedenken ist auch, dass Sportarten wie Jogging oder häufiges Springen den Knorpel des Knies belasten.

Notfalls umsteigen

Bei hartnäckigen Knieproblemen wird empfohlen, lieber Sportarten auszuüben, die weniger belastend sind. Dazu gehören beispielsweise

Grundinformationen zu Sportverletzungen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: knie © axel kock - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Aufbau des Meniskus © bilderzwerg - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: young woman being manipulated by physiotherapist © Atelier 211 - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Kreuzband Operation mittels körpereigenen Transplantats, illustration mit Beschreibung © bilderzwerg - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: knie © axel kock - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: running legs © jimcox40 - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Vorderer totaler Kreuzbandriss © Henrie - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Verdrehtes Knie.Verrenkt © Henrie - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: football © karaboux - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: skiing © bilderbox - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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