20. Juli 2009
Von Elke Imle
Wie oft haben Sie heute Ihren - sagen wir - rechten Arm gedreht? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich niemand, der keine Schmerzen am Arm hat. Leidet man jedoch unter einer Sehnenscheideinengung, sieht die Sache ganz anders aus. Jede noch so kleine Bewegung löst Schmerzen aus oder ist schon gar nicht mehr möglich.
Wenn sich trotz wochenlangen Ruhighaltens des betroffenen Arms noch keine Besserung eingestellt hat, wird der Arzt vielleicht zu einer Operation raten. Ziel dieser OP ist nicht nur den Schmerz zu unterbinden, sondern auch die Beweglichkeit innerhalb der Sehnenscheiden erhalten zu können.
Wahlweise wird der gesamte Körper oder nur der Arm betäubt (Voll- oder Regionalnarkose). Der Chirurg wird zunächst wie beim Blutabnehmen auch die Blutgefäße am Oberarm mit einer Manschette abklemmen, so dass möglichst wenig Blut bei der OP in den Arm fließen kann.
Der Operationsvorgang unterscheidet sich danach, ob Beuge- oder Strecksehnen betroffen sind. Tritt die Einengung bei Strecksehnen auf, wird das betroffene Sehnenfach aufgespalten. Wenn sich im Arm Verwachsungen gebildet haben, die ebenfalls zur Einengung beigetragen haben, entfernt der Chirurg auch diese. Ist die Einengung bei einer Beugesehne, wird das ringförmige Band um die Sehne am Fingergrundgelenk aufgetrennt. Unabhängig von der betroffenen Sehne kann die OP ambulant (man kann am Tag der OP schon wieder nach Hause) oder stationär (man bleibt nach der OP im Krankenhaus) durchgeführt werden. Dies zeigt schon, dass der Eingriff zur Routine des Chirurgen gehört und selten Komplikationen auftreten.
Nach der Operation wird die Hand bzw. der Arm mit einem Druckverband umwickelt. Trotz des Verbands können und sollen die Finger noch am gleichen Tag wieder bewegt werden. Die Bewegung ist wichtig, damit sich in den Fingern kein Taubheitsgefühl entwickelt.
Neben einem möglichen, vorübergehenden Taubheitsgefühl können auch Blutungen und Blutergüsse entstehen, aber auch Nervenverletzungen könnten Folge der OP sein.
Beschwerdefreiheit kann nur erreicht werden, wenn die Ursache der Sehnenscheindeneinengung verändert wird, also z.B. der Arbeitsplatz am Computer umgestaltet und eine gesunde Arm- und Handhaltung in Zukunft garantiert wird.
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