14. Dezember 2010
Unter einem Oberschenkelhalsbruch versteht man eine hüftgelenksnahe Knochenfraktur. In der Regel muss der Bruch operativ versorgt werden.
Bei einer Oberschenkelhalsfraktur tritt ein Bruch am oberen Ende des Femurs (Oberschenkelknochen) auf. Diese Verletzung kommt vor allem bei älteren Menschen über 60 Jahren vor. Jüngere Menschen sind dagegen nur selten von dieser Verletzung betroffen, die vorwiegend durch Gewalteinwirkung wie Stürze zustande kommt. Als Hauptursache dieser Fraktur gilt Osteoporose (Knochenschwund). Da es bei Osteoporose zu einem Abbau von Knochenmasse kommt, genügt bereits ein ganz banaler Sturz, um zum Bruch zu führen. In den meisten Fällen ereignet sich ein Oberschenkelhalsbruch im Haushalt, wenn der Betroffene über etwas stolpert.
Typische Symptome einer Oberschenkelhalsfraktur sind starke Schmerzen in der Leistengegend. Darüber hinaus kann der Patient nicht Gehen, Stehen oder das Bein anheben. Diagnostiziert wird der Bruch in der Regel durch eine Röntgenaufnahme des Hüftgelenks.
Oberschenkelhalsbrüche werden als Notfall mit aufgeschobener Dringlichkeit eingestuft und in den meisten Fällen operativ behandelt. Nach einer internistischen Basisdiagnostik wird eine Akuttherapie durchgeführt. In der Regel nimmt man den Eingriff rund 48 bis 72 Stunden nach der Einlieferung in die Klinik vor. Konservative Behandlungen, die zur Immobilisation führen, werden zumeist nur bei jüngeren Patienten durchgeführt. Generell versucht man die Ruhigstellung des Patienten so kurz wie möglich zu halten.
Bei einem Oberschenkelhalsbruch unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen von Frakturen. Im Falle einer medialen Schenkelhalsfraktur versorgt man ältere Menschen mit einer Duokopfprothese oder einer Hüfttotalendprothese, die dem Patienten implantiert wird. Diese Verfahren kommen vor allem deswegen zur Anwendung, damit dem Patienten ein weiterer Eingriff möglichst erspart bleibt. Außerdem kann der Patient nach dieser Operation die betroffene Seite rascher wieder belasten, womit auch das Risiko der Immobilität gesenkt wird. Bei jüngeren Menschen werden dagegen eher hüftkopferhaltende Verfahren durchgeführt.
Laterale Schenkelhalsfrakturen behandelt man meist gelenkerhaltend mit einer Osteosynthese. Eine hüftkopferhaltende Methode ist die Verschraubung. Dabei führt man durch den Schenkelhals drei Schrauben in den Hüftkopf ein, ohne die knorpelige Oberfläche des Hüftkopfs zu durchbrechen. Eine andere Variante ist die Dynamische Hüftschraube, bei der man eine Konstruktion aus Metallplatten und Schrauben am Oberschenkel anbringt. Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass es zur Bildung einer Hüftkopfnekrose kommen kann. Außerdem ist eine sofortige Vollbelastung nicht möglich.
Bei einem hüftkopfersetzenden Operationsverfahren tauscht man das Hüftgelenk gegen ein künstliches Gelenk aus. Dies ist vor allem bei Patienten mit schlechter Knochensubstanz oder einer Hüftgelenksarthrose der Fall. Der Ersatz des Hüftgelenks zählt in Deutschland zu den am häufigsten durchgeführten Operationen und wird vorwiegend bei Menschen über 65 Jahren durchgeführt.
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