Jochbeinbruch Artikel

Symptome und Diagnose eines Jochbeinbruches

Als Jochbeinbruch oder auch als laterale Mittelgesichtsfraktur bezeichnet man einen Knochenbruch, von dem hauptsächlich das Jochbein betroffen ist. Neben dem Jochbein können aber auch angrenzende Knochenteile in Mitleidenschaft gezogen werden.

Junge Frau mit Blutergüssen im Gesicht schaut verletzt und wütend in Kamera

Definition

Als Jochbein (Os zygomaticum) bezeichnet man einen paarigen Knochen im mittleren Gesichtsbereich. Dieser bildet den äußeren Rand der Augenhöhlen. Man kann das Jochbein in der oberen Wangenregion ertasten.

Kommt es zu einer direkten, mechanischen Einwirkung von Gewalt auf den Knochen, kann dies zu einem schmerzhaften Bruch des Jochbeins, der auch als laterale Mittelgesichtsfraktur bezeichnet wird, kommen.

Bei einer lateralen Mittelgesichtsfraktur können, neben dem Jochbein, auch angrenzende Knochen wie der Processus zygomaticus des Schläfenbeins, die komplette laterale Augenhöhle, ein Teil des Unterkiefers sowie der Processus zygomaticus des Stirnbeins in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Bezeichnung in der medizinischen Fachsprache für eine solche Jochbeinfraktur ist Fraktur des zygomatiko-orbitalen Komplexes. Mit einer Quote von fast 50 Prozent gehören Jochbeinbrüche zu den häufigsten Arten von Mittelgesichtsfrakturen.

Laterale Mittelgesichtsfrakturen werden in sechs verschiedene Typen unterteilt. Dies sind die isolierte Jochbeinfraktur (Typ I), die nichtdislozierte Jochbeinfraktur (Typ II), der dislozierte Jochbeinbruch ohne eine Diastase am lateralen Orbitarand mit Medial- und Lateralrotation (Typ III), ein dislozierter Jochbeinbruch am lateralen Orbitarand mit Diastase und mit Lateral- und Medialrotation sowie mit einer dorsokausalen Abscherung (Typ IV), der Jochbeintrümmerbruch (Typ V) sowie Brüche von Typ II bis Typ V, bei denen es zudem zu einem Bruch des Orbitabodens kommt (Typ VI).

Von einem isolierten Jochbeinbruch (Typ I) ist lediglich der Jochbogen betroffen. Bei Frakturen von Typ II kommt es, im Unterschied zu den Frakturen von Typ III und Typ IV, nicht zu Verschiebungen der Knochenfragmente. Bei dislozierten Jochbeinbrüchen unterscheidet man, ob es am Augenhöhlenrand zu einer Diastase (Stufe) sowie zu Lateral- oder Medialrotationen gekommen ist. Lateralrotationen sind Einstauchungen des Jochbeinkörpers in die Augenhöhle oder in die Kieferhöhle. Auch bei Medialrotationen entsteht eine Stufenbildung im Bereich der Augenhöhle.

Bei einem Jochbeinbruch verlaufen die Bruchlinien in der Regel an der Knochennaht (Sutur) zwischen dem Stirnbein und dem Jochbein entlang. Betroffen sind unter anderem meist auch die Orbita (seitliche Wand der knöchernen Augenhöhle) und die hintere und obere seitliche Wand der Kieferhöhle (Sinus maxillaris).

Häufig kommt es bei Jochbeinfrakturen zu Verschiebungen der beteiligten Knochenteile. Diese Verlagerung kann sowohl in die Mitte in die Orbita und die Kieferhöhle hinein erfolgen als auch nach hinten oder nach unten.

Zudem können Jochbeinbrüche mit anderen Verletzungen wie Schädelfrakturen oder Unterkieferbrüchen verbunden sein, was vor einer Behandlung unbedingt abgeklärt werden sollte.

Symptome

Zu den typischen Symptomen einer Jochbeinfraktur gehören starke Schmerzen, Blutungen aus der Kieferhöhle, die über die Nase erfolgen, Schwellungen sowie eine eventuelle Abflachung des Gesichtes. Auch eine Asymmetrie des Gesichtes ist möglich. Zudem kann es zu einem so genannten Monokelhämatom kommen.

Diagnose

Um eine Diagnose zu stellen, erfolgt zunächst eine vorsichtige Abtastung der betroffenen Gesichtspartie. Danach erfolgt zumeist eine Röntgenaufnahme, um das ganze Ausmaß der Fraktur erkennen zu können. Auch Untersuchungen der Augen sowie Untersuchungen auf mögliche Folgeverletzungen werden vorgenommen.

Grundinformationen zum Jochbeinbruch

Quellenangaben

  • Bildnachweis: harte frau © Lisa Vanovitch - www.fotolia.de

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