2. September 2008
Von K. Schumann
Beim Bänderriss zerreißen eine oder mehrere Bandstrukturen. Dies geschieht meist im Bereich des Kniegelenks oder im Sprunggelenk. Doch auch ein Bänderriss an den Fingern ist möglich.
Bänder verbinden die beweglichen Teile unseres Knochenskelettes. Sie liegen zum Großteil außerhalb der Gelenkkapsel, es gibt aber auch Bänder die in der Gelenkkapsel liegen. Die bindegewebigen Verbindungen stabilisieren das Gelenk und verleihen ihm Festigkeit. Gleichzeitig ermöglichen sie auch Bewegungen im physiologischen Bewegungsumfang.
Werden Bänder über das normale Maß hinaus belastet, können sie überdehnen oder reißen. Besonders häufig reißen Bänder beim Sport. Hier sind vor allem die Bänder des Sprunggelenks, des Knies oder des Handgelenks betroffen. Dabei können das gesamte Band, oder nur Teile des Bandes betroffen sein.
Je nach Schwere der Verletzung unterscheidet man:
Grad I: Nur wenige Fasern wurden durchtrennt. Das Gelenk ist stabil.
Grad IIa: Weniger als 50% der Fasern sind gerissen. Das Gelenk ist noch stabil.
Grad IIb: Mehr als 50% der Fasern sind gerissen. Das Gelenk ist instabil.
Grad III: Alle Fasern sind gerissen. Das Gelenk ist instabil.
Wenn ein Band reißt, ist dies meist deutlich in Form eines peitschenartigen Knallens zu hören. Es kann zu Einblutungen kommen, die als Bluterguss sichtbar werden. Das verletzte Gelenk schwillt an und schmerzt. Die Belastbarkeit und die Beweglichkeit des Gelenks kann, aber muss nicht zwingend eingeschränkt sein.
Direkt nach Auftreten des Bänderrisses sollte nach der so genannten PECH-Regel vorgegangen werden: Pause, Eis, Compression und Hochlagerung. Um das Ausmaß der Verletzung zu erfassen, sollte das verletzte Gelenk von einem Arzt untersucht werden. Mithilfe von Funktionsprüfungen und Röntgenuntersuchungen kann eine genaue Diagnose gestellt werden.
Je nach Verletzung kann die Therapie konservativ mit Stützverbänden, Bandagen oder Kunststoffschienen oder operativ erfolgen. Ziel ist in jedem Fall die vollständige Ausheilung und die Wiederherstellung der Gelenkstabilität. Nach der Therapie ist eine krankengymnastische Behandlung empfehlenswert. Leistungssport sollte frühestens nach 12 Wochen ausgeübt werden. Generell sollte Sport bis zu 6 Monate nach der Verletzung nur mit orthetischem Schutz, d.h. Orthese oder Tape ausgeübt werden.
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