Verblitzung und Schneeblindheit - Hornhautschädigungen durch starke UV-Strahlung

Typische Symptome sind mitunter starke Augenschmerzen, Tränen und eine Schwellung der Bindehaut

Zu den häufiger auftretenden Augenverletzungen gehören die Verblitzung und die Schneeblindheit. Dabei kommt es durch starke UV-Strahlung zu Schädigungen an der Hornhaut.

Schneewanderer mit Rucksack unter blauem Himmel

Unter einer Verblitzung oder Schneeblindheit versteht man Schäden an der Hornhaut des Auges, nachdem diese starker Lichtstrahlung bzw. UV-Strahlung ausgesetzt war. In der Medizin bezeichnet man diese Augenverletzungen auch als Keratitis photoelectrica.

Ursachen

Zu einer Schneeblindheit oder Verblitzung kommt es durch eine übermäßige UV-Bestrahlung auf die äußere Hornhaut des Auges. Die Bezeichnung "Schneeblindheit" stammt daher, weil diese Augenverletzung häufig

auftritt. Zu einer Verblitzung kann es aber auch

kommen. Auslöser für eine Keratitis photoelectrica sind UV-B-Strahlen. Diese bewirken auf der Horn- und Bindehaut des Auges einen regelrechten Sonnenbrand, der sich durch schmerzhafte kleine Epithelverletzungen bemerkbar macht.

Die starken Schmerzen bei einer Verblitzung sind auf freiliegende Nervenenden zurückzuführen.

In den meisten Fällen kommt es zu einer Schneeblindheit bzw. Verblitzung, weil die Betroffenen keine Sonnen- oder Schutzbrille tragen. Durch Schnee, Wasser oder Sand wird die UV-Strahlung reflektiert, was eine zusätzliche indirekte Bestrahlung zur Folge hat.

Bei der Schneeblindheit handelt es sich jedoch nicht um eine echte Blindheit. Der Begriff bezieht sich auf die Augenlider, die sich zeitweise nicht mehr öffnen lassen.

Symptome

Bemerkbar macht sich eine Schneeblindheit etwa drei bis zwölf Stunden, nachdem der Betroffene der Lichtstrahlung ausgesetzt war. Zu den typischen Symptomen der Keratitis photoelectrica gehören

Außerdem tritt

  • ein Lidkrampf

auf, der zum ständigen Schließen der Augen führt, da eine erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photophobie) besteht. Mitunter leiden die Betroffenen auch unter

Komplikationen

Mögliche Komplikationen, die nach einer Schneeblindheit oder Verblitzung auftreten können, sind

  • Abschuppungen des Epithels,

was zu einer Verzögerung des Heilungsprozesses führt, sowie

  • Superinfektionen.

Im schlimmsten Fall besteht sogar

  • die Gefahr einer wirklichen Erblindung.

Diagnose und Behandlung

Diagnostizieren lässt sich eine Schneeblindheit oder Verblitzung vom Arzt durch

Bestimmte Verletzungen oder Erkrankungen, wie beispielsweise Fremdkörper oder ein akuter Glaukomanfall können ähnliche Symptome wie bei einer Keratitis photoelectrica hervorrufen. Daher muss der Arzt vor der Diagnose andere mögliche Augenkrankheiten ausschließen.

In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden bei einer Schneeblindheit oder Verblitzung nach etwa 24-48 Stunden wieder. Im Rahmen einer augenärztlichen Therapie werden in erster Linie die Schmerzen bekämpft. Darüber hinaus gilt es eine mögliche Superinfektion sowie weitere UV-Expositionen zu vermeiden.

Zur Behandlung der Schmerzen verabreicht man den Patienten

Diese dürfen jedoch nur einmal gegeben werden, da ansonsten die Gefahr von Hornhautepithelschäden besteht. Außerdem bekommt der Patient

Auch

  • kühlende Auflagen

sind oft hilfreich. Um eine Superinfektion zu verhindern und die Hornhaut zu schützen, wird

  • eine desinfizierende oder antibiotische Augensalbe

aufgetragen. Damit es nicht erneut zu einer Lichtexposition kommt, legt man dem Patienten

  • einen beidseitigen Augenverband

an. Als empfehlenswert gelten

  • Bettruhe sowie
  • das Tragen einer Sonnenbrille.

Letztere sollte grundsätzlich getragen werden, um einer Schneeblindheit oder Verblitzung vorzubeugen.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Formen von Augenverletzungen

Zu diesem Artikel

  • 573 Bewertungen
  • 16300 Lesungen
  • Kurz-URL zum Kopieren:http://paradisi.de/?a=16958

Einsortiert in die Kategorien:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Mountain climber © rcaucino - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema