15. Januar 2005
Männer gehen viel zu spät zu Ärzten, und die schlagen nun Alarm: „Wir Ärzte können dann nur noch Reparaturmedizin betreiben“, sagt der Internist und Endokrinologe Dr. Friedrich Jockenhövel aus Köln in der Gesundheitszeitschrift „Apotheken Umschau“.
Männer neigen zu krassen Fehleinschätzungen, wenn es um ihren Körper geht. Einen Schnupfen dramatisieren sie, während schlimme Erkrankungen ignoriert und verdrängt werden. Andererseits leben viele von ihnen mit einem falsch verstandenen Mut zum Risiko: Bier, Zigaretten, Stress im Job, Überlastung und zu wenig Schlaf.
Die Folge: Fast alle Krebsarten sind bei ihnen häufiger als bei der Frau, dreimal so viel Männer wie Frauen sind alkoholsüchtig, im Alter zwischen 45 und 64 erliegen sie ebenfalls dreimal häufiger einem Infarkt, und sie sterben doppelt so häufig am Hirnschlag. Ein Ansatz zur besseren medizinischen Versorgung sieht Jockenhövel darin, das Berufsbild des „Männerarztes“ zu schaffen. Er glaubt, dass derzeit noch viele Ärzte die Beschwerden von Männern noch nicht ernst genug nehmen.
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