12. November 2009
Um festzustellen, ob bei einem Patienten eine Schallempfindungsschwerhörigkeit oder eine Schallleitungsschwerhörigkeit der Fall ist, wird eine Stimmgabelprüfung vorgenommen. Dabei gibt es verschiedene Methoden für die Durchführung.
Für die Anwendung einer Stimmgabelprüfung gibt es drei unterschiedliche Methoden.
1. Weber-Versuch
Bei dem so genannten Weber-Versuch kommt es zu einer Prüfung der Leitung des Schalls über den Schädelknochen bzw. die Knochenleitung. Dazu wird die Stimmgabel in der Mitte des Kopfes auf dem Scheitel der zu untersuchenden Person befestigt. Patienten, die auf beiden Seiten schwerhörig sind und Menschen ohne Hörschädigung können den entstehenden Ton auf beiden Ohren gleich stark wahrnehmen. Personen, die unter einer Schallleitungsschwerhörigkeit leiden, können hingegen den Ton auf dem Ohr, bei dem eine Hörstörung vorliegt, besser hören. Bei Patienten, die von einer Schallempfindungsschwerhörigkeit betroffen sind, ist der Ton im betroffenen Ohr schlechter wahrzunehmen.
2. Rinne-Versuch
Bei dem Rinne-Versuch kommt es zu einem Vergleich der Luft- und Knochenleitung eines Ohres. Dafür wird die Stimmgabel so lange auf dem Knochen hinter dem Ohr angebracht, bis sie die zu testende Person nicht mehr hören kann. Anschließend erfolgt eine Überprüfung der Luftleitung. Dafür entfernt der HNO-Arzt die Stimmgabel von ihrem Platz und hält sie unmittelbar vor das Ohr der Testperson. Für den Fall, dass die Testperson von einer Schallleitungsschwerhörigkeit betroffen ist, kann sie die Stimmgabel über dem Knochen deutlicher und länger hören als vor dem Ohr. Bei jemandem, der über ein normales Hörvermögen verfügt, verläuft der Test umgekehrt. Er hört die Stimmgabel vor seinem Ohr deutlicher und länger als hinter seinem Ohr. Noch klarer fällt dieser Test bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit aus. Dabei werden beide Schallleitungswege schlechter wahrgenommen.
3. Gelle-Versuch
Der Gelle-Versuch kommt nur dann zur Anwendung, wenn Verdacht auf Otosklerose, eine Verkalkung der Gehörknöchelchenkette, die sich im Mittelohr befindet sowie von Teilen des Innenohrs, besteht. Die Stimmgabel wird hinter dem Ohr auf dem Knochen angebracht. Außerdem wird mit einer Ballonpumpe der Druck auf den Gehörgang sowie das Trommelfell erhöht. Dabei versteift sich die Gehörknöchelchenkette aufgrund der Druckerhöhung, was zu einem leiseren Hören des Tones der Stimmgabel führt. Wenn der Ton hingegen für die Testperson die gleiche Lautstärke behält, weist dies auf eine Otosklerose hin.
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