2. November 2009
Gelangt Flüssigkeit in die Pleurahöhle, wird eine Pleurapunktion durchgeführt. Dabei wird eine Nadel in die Pleurahöhle eingeführt.
Im Vorfeld einer Pleurapunktion gilt es zu beachten, ob bei dem Patienten mögliche Blutgerinnungsstörungen vorliegen. In diesem Fall muss der Arzt abwägen, ob eine Durchführung der Punktion sinnvoll ist oder nicht.
Für die Durchführung der Pleurapunktion nimmt der Patient eine sitzende Position ein und stützt sich mit einer Lehne oder einem Kissen nach vorne ab. Anschließend wird im seitlichen oder hinteren Bereich des Brustkorbs eine geeignete Stelle für die Punktion ausgesucht und mit einer Markierung versehen. Ist dies erfolgt, wird die betreffende Stelle desinfiziert und örtlich betäubt. Danach wird eine Hohlnadel oder eine Kanüle durch die Haut eingeschoben. Zwischen zwei Rippen und die Zwischenrippen-Muskulatur hindurch, gelangt die Nadel schließlich bis zur Pleurahöhle. Durch eine Spritze, die an der Kanüle befestigt wurde, wird ein Teil des Pleuraergusses abgesaugt. Nach Beendigung der Prozedur wird die entnommene Probe zur weiteren Untersuchung in ein Labor gebracht.
Für den Fall, dass der gesamte Pleuraerguss abgelassen werden soll, wird ein spezieller Schlauch eingelassen. Per Ultraschall wird nachgeprüft, ob der gesamte Pleuraerguss beseitigt wurde. Nach der Entfernung der Kanüle wird dem Patienten ein Verband angelegt.
Etwa ein bis zwei Stunden nach der Punktion wird eine Röntgenkontrolle durchgeführt, um die mögliche Entstehung eines Pneumothorax nachzuprüfen und notfalls entsprechend durch eine Bülau-Drainage zu behandeln.
Für den Fall, dass es immer wieder zu Pleuraergüssen kommt, besteht die Möglichkeit den Pleuraspalt durch eine Pleurodese zu verkleben. Dabei wird eine spezielle Kanüle mit einem Drainageschlauch eingeführt und bis zur Pleurahöhle vorgeschoben. Durch den Drainageschlauch werden dann ein Betäubungsmittel und anschließend ein Verödungsmittel wie ein Antibiotikum, ein Zytostatikum oder ein Gewebekleber injiziert. Diese Behandlung kann bei Bedarf wiederholt werden.
Mögliche Komplikationen bei einer Pleurapunktion können Blutungen im Pleuraspalt, Blutergüsse in der Muskulatur oder der Haut, die Entstehung eines Pneumothorax, Gewebeverletzungen der Lunge, Haut- oder Weichteilverletzungen, Nervenverletzungen, Infektionen oder Verletzungen von benachbarten Organen sein.
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