29. Oktober 2009
Um die Erreger von bestimmten Erkrankungen feststellen zu können, wird eine Pilzkultur angelegt. Für das Anlegen kommen verschiedene Nährböden in Betracht.
Um eine Pilzkultur anzulegen, wird eine Probe des Patienten benötigt. Dazu wird in der Regel ein Abstrich entnommen, der dann zur weiteren Untersuchung in ein Labor geschickt wird. Dort erfolgt unter sterilen Bedingungen die Beimpfung der Pilzkultur. Dafür werden die Mikroorganismen oder wachstumsfähigen Zellen gezielt in ein Nährmedium übertragen oder eingebracht, um sich dort ungestört vermehren zu können. Zu diesem Zweck wird das entnommene Untersuchungsmaterial mit einer Impföse, einem speziellen Instrument, oder einem Wattetupfer auf einem Nährboden ausgestrichen. Als Nährböden oder Nährlösungen kommen verschiedene Möglichkeiten wie Kimmig-Agar, Sabouraud-Maltose-Agar, Sabouraud-Glucose-Agar, Sabouraud-Dextrose-Bouillon, Chromoagar, Reisagar, Kartoffel-Dextrose-Agar, Maismehlagar oder Nickerson-Agar in Frage. Ein Teil dieser Nährmedien ermöglicht das Wachstum zahlreicher Pilzarten. Einige andere hingegen eignen sich zur Isolierung oder Identifikation einiger Pilzarten. In der Regel beimpft man zwei bis drei unterschiedliche Nährböden. Auf diese Weise erhalten sowohl Hefen als auch Dermatophyten perfekte Wachstumsbedingungen. Die Auswahl des Nährmediums und der Wachstumsbedingungen hängt dabei auch von der Verdachtsdiagnose ab.
Nachdem ein geeigneter Nährboden ausgewählt wurde, wird die Pilzkultur rund zwei bis vier Wochen bei Zimmertemperatur inkubiert. Flüssigkulturen hingegen werden bei 37 Grad Celsius ausgebrütet, was nur zwei bis drei Tage beansprucht.
Nach der Ausbrütung der Pilzkultur wird diese anschließend mikroskopisch oder makroskopisch gründlich untersucht. Auf einem Standardnährboden ist es möglich, Pilze durch ihre Pigmentbildung, ihre speziellen Wachstumsformen oder durch die Bildung von Fruchtkörpern zu identifizieren.
Ein Problem bei Pilzkulturen ist die Verunreinigung durch Schimmelpilze. Durch ihr schnelles Wachstum verdrängen die Schimmelpilze die anderen Pilze und erschweren damit die Diagnose. Aus diesem Grund werden Hemmstoffe wie Actidion oder Cycloheximid angewendet, um ein Entstehen von Schimmelpilzen zu verhindern.
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