9. September 2009
Besteht der Verdacht auf bestimmte Störungen des Nervensystems, wird eine neurologische Untersuchung zur Abklärung vorgenommen. Dabei werden zahlreiche, verschiedene Untersuchungen durchgeführt.
Zu Beginn der neurologischen Untersuchung wird eine ausführliche Befragung des Patienten über seine Beschwerden und seine Krankengeschichte durchgeführt (Anamnese). Meistens verläuft eine neurologische Untersuchung in einer bestimmten Reihenfolge. Zunächst erfolgt eine allgemeine internistische Untersuchung, bei der das Herz, die Lunge und die Halsgefäße abgehört werden. Außerdem werden Arm- und Fußpulse ertastet. Danach werden Kopf und Gesicht auf schmerzhafte Druckpunkte überprüft. Des Weiteren werden die zwölf Hirnnerven untersucht. Dabei achtet der untersuchende Arzt besonders auf die Bewegungen der Augen, die Sehfähigkeit, den Gleichgewichtssinn und die Mimik des Gesichtes.
Ein weiterer Untersuchungspunkt ist die Überprüfung der Reflexe. Dafür verwendet der Arzt einen kleinen Hammer, mit dem er verschiedene Reflexe auslöst. Dabei wird auf Unterschiede zwischen den beiden Körperhälften geachtet. Auch das Bewegungssystem des Patienten wird untersucht. Hierbei werden die Gelenke, die Wirbelsäule, die Arme, die Beine und die Muskulatur auf eine mögliche Abnahme der Muskelmasse oder auf Lähmungen überprüft. Weiterhin wird das Zusammenspiel der Muskeln getestet. Der Patient muss dabei mit geschlossenen Augen seinen Zeigefinger langsam zur Nasenspitze führen. Auf diese Weise lassen sich Störungen des Kleinhirns feststellen.
Ein weiterer Punkt der neurologischen Untersuchung ist die Überprüfung des vegetativen Nervensystems, das für die Regelung und Koordination der inneren Organe verantwortlich ist. Der untersuchende Arzt stellt dabei Fragen über die Funktionen von Darm und Blase, beobachtet die Atmung des Patienten und nimmt eine Puls- und Blutdruckmessung vor. Ebenso werden die Feuchtigkeit und die Temperatur der Haut festgestellt. Weiterhin wird eine Untersuchung der Sensibilität vorgenommen. Dabei erfolgt eine Überprüfung des Schmerz-, Druck-, Berührungs- und Temperaturempfindens des Patienten.
Zum Abschluss der neurologischen Untersuchung wird ein psychischer Befund erstellt. Dazu wird die Konzentrations-, Merk-, und Orientierungsfähigkeit des Patienten getestet. Ebenso wird festgestellt, in welcher Stimmung der Patient sich befindet. Die Reihenfolge der neurologischen Untersuchung kann, je nach Art der Beschwerden, variieren.
Eine neurologische Untersuchung ist völlig ungefährlich und hat keinerlei Komplikationen. Oftmals müssen jedoch weitere Untersuchungen wie ein EEG (Elektro-Enzephalographie), ENG (Elektro-Neurographie), EMG (Elektro-Myographie), Blutuntersuchungen, eine Kernspin-Tomographie, eine Computertomographie oder eine Lumbalpunktion erfolgen, um die neurologische Untersuchung zu ergänzen.
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