13. August 2008
Von Annett Biermann
Mit einer Magenspiegelung hat der Arzt die Möglichkeit, mit Hilfe eines Schlauches die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm von innen zu betrachten. Manchmal ist diese nicht sehr angenehme Untersuchung einfach nötig, um vor Krankheiten zu schützen oder bestehende richtig zu behandeln.
Der Schlauch besteht aus einer speziellen beweglichen Glasfaser, welche in Kunststoff eingefasst ist. An seinem Ende ist eine Kamera zur Übertragung auf einen Bildschirm, sowie eine kleine Lampe angebaut. Auch besitzt er einen Arbeitskanal, durch den kleine Instrumente eingeführt werden können. Die sich heute im Einsatz befindlichen modernen Geräte haben nur noch einen Durchmesser von ca. 1cm und lassen sich fast ohne Schmerzen, oral über den Mund in den Magen einführen.
Beschwerden wie Schluckstörungen, immer wieder kehrendes Sodbrennen oder auch anhaltender Brechreiz und Übelkeit können eine Magenspiegelung notwendig machen. Auch wird sie zur Kontrolle nach Magenoperationen angewandt. Da die Möglichkeit besteht, auch kleinere Gewebeproben zu entnehmen, können mit dem Endoskop auch Polypen und verschluckte Fremdkörper entfernt werden. Auch die Behandlungen von Einengungen in der Speiseröhre können durchgeführt werden.
Bevor eine Magenspiegelung durchgeführt werden kann, muss einiges beachtet werden. So sollte der Patient ca. 6 Stunden vor Eingriff nichts mehr essen und trinken, da der Magen nur dann zu beurteilen ist, wenn er frei von Speisen ist. Eine Narkose ist nicht nötig, allerdings kann der Arzt dem Patienten auf Wunsch eine Beruhigungsspritze setzen.
Die eigentliche Magenspiegelung dauert nur wenige Minuten. Der Patient liegt dazu auf der linken Körperseite und der Arzt führt das Gastroskop in den Mund bis zum Magen ein. Er wird mit dem Einblasen von Luft den Magen weiten, um bessere Einsicht zu haben. Zeigt sich ein Krankheitsbild, kann er nun dementsprechend reagieren und behandeln (zum Beispiel Gewebeproben entnehmen oder therapeutische Eingriffe vornehmen).
Auch bei dieser Untersuchungsmethode kann es zu Komplikationen kommen, nicht selten kann es zu einer Verletzung oder einem Durchstoß der Verdauungstraktwände kommen, lange oder starke Blutungen nach Gewebeprobeentnahmen sind keine Seltenheit. Eher selten sind Schäden am Gebiss. Durch die Gabe von Beruhigungsmitteln kann es zu Störungen der Atemfunktion und Herz-Kreislaufproblemen kommen.
Als Alternative ist hier die Möglichkeit einer Röntgenuntersuchung möglich. Hierzu wird ein Röntgen-Kontrastmittel getrunken, welches beim Röntgen Magengeschwüre sichtbar machen kann. Die Entnahme von Gewebeproben oder das Durchführen therapeutischer Maßnahmen ist mit dieser Untersuchungsform allerdings nicht möglich. In dem Fall wird dann doch eine Magenspiegelung verordnet.
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16.01.12 | |
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