26. Oktober 2009
Um bestimmte Erkrankungen des Gehirns oder des Rückenmarks feststellen zu können, wird eine Liquordiagnostik angewendet. Dazu wird eine Lumbalpunktion durchgeführt.
Um die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit für eine Untersuchung zu entnehmen, wird an dem zu untersuchenden Patienten eine Lumbalpunktion durchgeführt. Dazu wird eine Punktionskanüle in den Rückenmarkskanal des Betroffenen eingeschoben. Diese enthält ein Röhrchen, die über die Nadel ca. drei bis fünf Milliliter des Nervenwassers entnimmt. Diese Probe wird nach der Entnahme zur weiteren Untersuchung an ein Labor überstellt. Dort kommt es zu ausführlichen labortechnischen Untersuchungen der Flüssigkeit. Dabei wird beurteilt, ob der Liquor Blut, Blutgerinnsel, Eiter oder sonstige Verfärbungen aufweist. Weiterhin werden die Proteine, Enzyme, Elektrolyten und der Liquorzucker bestimmt. Außerdem wird die Anzahl der Zellen im Nervenwasser festgestellt. Anschließend werden die Zellen mikroskopisch untersucht. Dazu werden sie auf Glasplättchen ausgestrichen und gefärbt. Darüber hinaus wird die Flüssigkeit auf Pilze, Bakterien und Antikörper untersucht. Ist der Liquor gesund, ist seine Substanz farblos und wasserklar. Der Zellgehalt ist nur gering und der Eiweißgehalt beträgt 0,15 bis 0,45 Gramm pro Liter. Der Gehalt des Blutzuckers liegt im Normalfall bei 50 bis 70 Prozent. Liegt eine Entzündung im Liquor vor, lässt sich dies an einer Trübung der Flüssigkeit erkennen. Blutungen können durch roten oder gelben Liquor festgestellt werden.
Risiken bei der Liquordiagnostik bestehen nur während der Lumbalpunktion. Diese darf nicht bei erhöhtem Hirndruck vorgenommen werden, da sonst die Gefahr von Blutungen und Infektionen besteht.
Als Alternative zur Liquordiagnostik kommen die Kernspin-Tomographie und die Computer-Tomographie in Betracht.
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