22. September 2011
Als Kapselendoskopie bezeichnet man eine bildgebende Untersuchungsmethode. Sie kommt vor allem bei klinischen Untersuchungen des Dünndarms zur Anwendung.
Bei der Kapselendoskopie handelt es sich um ein relativ neuartiges, bildgebendes Untersuchungsverfahren. Es wird erst seit 2001 angewendet und bietet die Möglichkeit, den Dünndarm (Intestinum tenue) in seiner ganzen Länge von rund drei bis sechs Metern zu betrachten. Im Gegensatz zu anderen Organen lässt sich der Dünndarm mit Endoskopen, die von außen eingeführt werden, nur schwer erreichen.
Im Rahmen einer Kapselendoskopie greift man auf eine winzige, frei schwimmende, Digitalkamera zurück. Diese Chip-Kamera bringt man zusammen mit anderen Ausrüstungsgegenständen wie Steuer- und Sendeelektronik, einer Leuchtquelle und Akkus in einer schützenden Kapsel unter, die eine Länge von 26 Millimetern sowie einen Durchmesser von 11 Millimetern hat. Eine Variante ist die magnetgeführte Kapselendoskopie, die zur alleinigen Untersuchung des Magens dient. Dabei ist es möglich, die Kapsel durch magnetische Leitung an dem Abschnitt des Magens zu platzieren, der speziell untersucht werden soll. Dieses Verfahren ist seit 2010 auf dem Markt.
Die Kapsel, die man für die Untersuchung des Dünndarms verwendet, kann normalerweise von den Patienten gut geschluckt werden. Fortbewegen lässt sie sich mithilfe der Peristaltik, der natürlichen Darmbewegung. Während sich die Kapsel im Darm befindet, sendet sie von dort aus Bilder, die mithilfe von acht Elektroden, die man am Bauch des Patienten anbringt, weitergeleitet werden. Die Aufzeichnungsdauer beträgt ungefähr sechs bis acht Stunden. Das Verfahren hat für den Patienten den großen Vorteil, dass er sich während der Aufzeichnung frei bewegen kann. Später scheidet er die Kapsel, die nur einmal pro Untersuchung verwendet wird, auf natürlichem Wege wieder aus.
Die Digitalkamera ist in der Lage bis zu 55.000 Bilder zu machen, die später mithilfe eines speziellen Computerprogramms als Film oder Einzelbilder dargestellt werden. Für die Auswertung zuständig ist ein Arzt, der Erfahrung auf dem Gebiet der Endoskopie hat. Das Auswerten der Bilder nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch. Durch die Verwendung einer Lokalisationsfunktion lassen sich auffällige Befunde einer bestimmten Position zuordnen. Eine herkömmliche Darmspiegelung oder Magenspiegelung vermag die Kapselendoskopie nicht zu ersetzen. Sie dient in erster Linie dazu, die Schleimhaut des Dünndarms bildlich darzustellen. Hauptanwendungsgebiet sind vor allem Darmblutungen ungeklärten Ursprungs, deren Ursachen sich auch durch eine Darmspiegelung nicht finden lassen. Darüber hinaus setzt man die Kapselendoskopie zur Untersuchung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder bei chronischen Durchfällen und Bauchschmerzen ein. Nicht geeignet ist eine Kapselendoskopie für Menschen, die unter Schluckbeschwerden oder Stenosen (Engstellen) im Darmbereich leiden. Das Gleiche gilt für Träger von Herzschrittmachern.
Die Kosten für eine Kapselendoskopie betragen ca. 1200 Euro. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Verfahren jedoch nur, wenn es vorher beantragt wurde. Dabei kann die Entscheidung von Kasse zu Kasse unterschiedlich ausfallen.
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07.03.12 | |
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21.02.11 | |
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17.02.11 | |
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31.10.10 | |
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27.10.10 | |
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