9. September 2009
Um das genaue Hörvermögen eines Patienten feststellen zu können, wird ein Hörtest durchgeführt. Dabei gibt es mehrere verschiedene Methoden.
Für einen Hörtest stehen einem untersuchenden HNO-Arzt mehrere Testmöglichkeiten zu Verfügung. Dazu gehören subjektive und objektive Testverfahren. Subjektive Verfahren sind:
1. Hörweitenprüfung
Bei einer Hörweitenprüfung wird die Schallwahrnehmung beider Ohren getestet. Zur Überprüfung der hohen Frequenzbereiche der Ohren werden aus verschiedenen Distanzen der Testperson viersilbige Zahlenwörter zugeflüstert. Bei den tieferen Frequenzbereichen werden die Zahlen in Zimmerlautstärke wiedergegeben. Die Ohren werden dabei einzeln getestet und die Hörweite in Metern angegeben. So gilt das Hörvermögen als normal, wenn der Patient die Wiedergabe der Worte aus 6 bis 8 Metern hören kann. Patienten, die unter einer Schallleitungsschwierigkeit leiden, haben Probleme tiefe Frequenzen hören zu können. Bei einer Schallempfindungsschwierigkeit hingegen bereiten dem Patienten die höheren Frequenzbereiche Probleme.
2. Audiometrie
Bei einer Sprach- oder Tonaudiometrie werden das vorhandene Hörvermögen und die verschiedenen Frequenzbereiche überprüft. Die Testperson erhält dabei Kopfhörer aufgesetzt. Anschließend werden, Ohr für Ohr, Töne in zunehmender Lautstärke erzeugt. Jedesmal, wenn der Getestete einen Ton wahrnimmt, meldet er sich per Handzeichen oder Knopfdruck. Diese Methode ist das häufigste Verfahren bei Hörtests.
3. Stimmgabelprüfung
Mit einer Stimmgabelprüfung werden Schallempfindungsschwerhörigkeit und Schallleitungsschwierigkeit voneinander unterschieden. Sie kann aber nur eine grobe Prüfung der Hörminderung gewährleisten. Bei dem Test wird eine Stimmgabel auf verschiedenen Stellen des Kopfes platziert. Die Schallleitung erfolgt dabei über die Schädelknochen.
Zu den objektiven Hörtests gehören:
1. Otoakustische Emissionen
Bei diesem Verfahren kommt es zu einer Überprüfung des Innenohrs. Erreichen die Töne das Ohr, erfolgt ein Zusammenziehen der Haarzellen im Innenohr. Dadurch werden Geräusche, die als otoakustische Emissionen bezeichnet werden, ausgesendet. Im äußeren Gehörgang werden sehr empfindliche Messmikrofone platziert, die in der Lage sind, diese leisen Geräusche wahrzunehmen.
2. Hirnstamm- oder Elektrische Raumstammaudiometrie
Dieses Verfahren, das auch AEP (akustisch evozierte Potentiale) genannt wird, ist besonders für Menschen, die an einem normalen Hörtest nicht teilnehmen können, geeignet. Dazu gehören beispielsweise Kleinkinder oder Säuglinge. Dabei werden die Gehirnaktivitäten gemessen, die von den Hörreizen ausgelöst werden. Dazu genügt bereits eine Ermittlung am Kopf oder an der Stirn.
3. Stapediusreflexprüfung
Bei diesem Hörtest kommt es zu der Beschallung eines Ohres mit starker Lautstärke. Dabei entsteht eine Kontraktion des Stapidusmuskels im Mittelohr, die zu einer Spannung der Gehörknöchelchenkette führt. Diese wiederum kann gemessen werden. Durch die Spannungsmessung können unterschiedliche Arten von Schwerhörigkeit differenziert werden.
4. Tympanometrie
Bei einer Tympanometrie kommt es zur Messung des Mittelohrdrucks. Das Messgerät befindet sich dabei im äußeren Gehörgang. Während des Tests werden unterschiedliche Arten von Druck wie Normaldruck, Unterdruck und Überdruck erzeugt. Durch die Druckänderungen kommt es zu einer Veränderung der Spannung der Gehörknöchelchen und des Trommelfells. Die Messung des reflektierten Schallanteils wird als Kurve, die auch Tympogramm genannt wird, aufgezeichnet. Auf diese Weise kann die Funktionsfähigkeit des Trommelfells beurteilt werden.
Ein Hörtest ist frei von Risiken und Schmerzen und nimmt nur wenig Zeit in Anspruch. In manchen Fällen kann ein Hörtest die Verschreibung eines Hörgerätes zur Folge haben.
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