Als Gelenkpunktion bezeichnet man in der Medizin eine spezielle Untersuchungsmethode. Damit lassen sich Erkrankungen der Gelenke präziser diagnostizieren.
Ziel und Zweck einer Gelenkpunktion ist vor allem die Diagnose von Gelenkerkrankungen. Aber auch als Behandlungsmaßnahme kann sie angewendet werden.
Der Begriff Punktion stammt aus dem lateinischen (pungere) und bedeutet soviel wie stechen. Bei einer Punktion des Gelenks wird mit einer Nadel die Gelenkhöhle geöffnet, um anschließend Flüssigkeit aus dem Gelenk abzusaugen. Genauso kann durch eine Punktion auch eine bestimmte Substanz in das Gelenk injiziert werden. Für eine Gelenkpunktion geeignet sind alle größeren Gelenke. Dazu gehören die Schultergelenke, die Kniegelenke und das Hüftgelenk.
Durch Verletzungen oder bestimmte Krankheiten kann es zur Ansammlung von Flüssigkeit in einem Gelenk kommen, was in der Medizin auch als Gelenkerguss bezeichnet wird. Häufigste Ursachen sind dabei Schädigungen des Kapsel-Band-Apparates sowie Knorpel- oder Meniskusschäden. Aber auch Arthrose, Rheuma, Gicht oder Infektionen können zu Erkrankungen der Gelenke oder Gelenkergüssen führen. Gelenkergüsse können sowohl blutig als auch unblutig verlaufen.
Bei einer Gelenkpunktion unterscheidet man zwischen einer diagnostischen Punktion und einer therapeutischen Punktion. Zweck einer diagnostischen Gelenkpunktion ist die Feststellung von Ursachen für einen Gelenkerguss oder eine Schwellung des Gelenks. Auf diese Weise lässt sich ermitteln, ob eine Entzündung oder eine Blutung für die Gelenkbeschwerden verantwortlich ist. Während bei gesunden Gelenken das Punktat (entnommene Flüssigkeit) zähflüssig und klar ist, deuten Blutspuren oder Blut mit Fettaugen auf eine Verletzung, an der auch Knochen beteiligt sind, hin. Besteht das Punktat aus farbloser Flüssigkeit (Serum), ist dies ein Indiz für Knorpel- oder Meniskusschäden. Bei einem dünnflüssigem, trüben Punktat deutet dies auf eine Rheuma-Erkrankung hin. Gelblich-trübe Flüssigkeit wiederum lässt auf eine eitrige Infektion des Gelenks schließen, während eine himbeerfarbene Flüssigkeit auf Krankheiten wie Syphilis (Lues) hindeutet.
Gelenkpunktionen, die als therapeutische Maßnahme durchgeführt werden, kommen vor allem bei starken Gelenkergüssen zur Anwendung. Ziel ist die Linderung der Schmerzen sowie die Entlastung des betroffenen Gelenks. Besonders bei Blutergüssen ist die Gelenkpunktion von Bedeutung, um Schäden am Knorpel und Entzündungen zu vermeiden. Bei Gelenkentzündungen reicht eine Punktion allein nicht aus, sondern sollte durch Kortisoninjektionen ergänzt werden, um die Entzündung zurückzudrängen.
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19.11.12 | |
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22.08.11 | |
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21.06.11 | |
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