Anwendung und Ablauf des Epikutantests

Als Epikutantest bezeichnet man einen Provokationstest, der zu allergischen Reaktionen führen soll. Dabei werden mit Hautpflastern Allergensubstanzen auf die Haut gegeben.

Funktion und Durchführung vom Epikutantest zur Bestimmung von möglichen Allergien

Der Epikutantest (Läppchentest) ist ein Allergietest, der auch Provokationstest genannt wird, weil mit ihm der menschliche Körper zu einer allergischen Reaktion provoziert wird. Dadurch wird ermittelt, ob die getestete Person allergisch auf bestimmte Substanzen reagiert und von welchen Stoffen die Allergie ausgelöst wird.

Das Wort "epikutan" bedeutet "auf die Haut". So werden bei diesem Epikutantest die Allergensubstanzen, die auf Hautpflaster aufgetragen werden, auf bestimmte Hautpartien wie Oberarm oder Rücken angebracht.

Sinn des Tests

Ziel und Zweck eines Epikutantests ist der Nachweis Typ-IV-Allergien. Dazu gehören zum Beispiel Kontaktallergien auf:

Auch für den Nachweis von allergischen Reaktionen auf das UV-Licht kann der Epikutantest verwendet werden, was auch Photopatchtest genannt wird. Reagiert die Haut unter dem Pflaster mit einer Entzündung, handelt es sich um eine allergische Reaktion.

Standardisierte Testreihen

Verwendet werden bei einem Epikutantest standardisierte Testreihen, welche die 25 häufigsten Kontaktallergene enthalten. Dazu gehören unter anderem:

Besteht ein bestimmter Verdacht, wird die entsprechende Testreihe ausgewählt. So gibt es für bestimmte Berufsgruppen, die als besonders gefährdet eingestuft werden, wie etwa Bauarbeiter, Friseure, Metallarbeiter oder Textilarbeiter auch besondere Testreihen.

Ablauf eines Epikutantests

Um eine Allergie auf bestimmte Substanzen wie Nickel, Chrom oder Latex nachzuweisen, wird ein Epikutantest durchgeführt. Dazu werden spezielle Pflaster auf der Haut angebracht.

Durchgeführt wird ein Epikutantest, wenn Verdacht auf eine Kontaktallergie besteht, die sich zumeist als Hautekzem äußert. Im Gegensatz zu anderen Allergietypen wie Typ I, kommt es erst nach Stunden, in manchen Fällen sogar erst nach Tagen, zu einer allergischen Reaktion.

Worauf vorab zu achten ist

Auf keinen Fall sollte ein Epikutantest mit Substanzen durchgeführt werden, mit denen die Testperson noch nicht in Berührung gekommen ist, da sonst die Gefahr einer Sensibilisierung durch den Test besteht.

Vor der Durchführung des Epikutantests sollte darauf geachtet werden, dass die zu testende Hautpartie gesund ist, da es sonst zu falsch-positiven Testergebnissen kommen kann. Auch immunschwächende Medikamente können zu fehlerhaften Testergebnissen führen.

Während des Zeitraums, in dem der Test durchgeführt wird, darf die Testperson nicht baden und duschen, damit sich das Pflaster nicht versehentlich ablöst.

Durchführung eines Epikutantests

Bei der Durchführung des Epikutantests werden in der Regel zehn einzelne Allergene hintereinander auf ein etwa 5x10 Zentimeter großes Pflaster aufgetragen. Um 25 Allergene zu testen, sind zwei oder drei Pflaster erforderlich. Durch die Pflaster bleiben die Substanzen an der vorgesehenen Stelle und können ungestört auf die Haut einwirken.

Die Testperson muss die Pflaster etwa zwei Tage lang auf der Haut tragen. Nach Ablauf der Frist werden die Pflaster entfernt und eine Testablesung vorgenommen. Danach werden die Hautpartien mit Farbstoff oder einem Stift markiert. Ein bis zwei Tage später erfolgt eine erneute Ablesung.

Kommt es zu Rötungen, Juckreiz und Bläschenbildung, die zwischen der ersten und der zweiten Ablesung noch zunehmen, handelt es sich um eine allergische Reaktion. Danach können geeignete Gegenmaßnahmen begonnen werden.

Generell gilt der Epikutantest als bestmöglichste Methode, um Allergien von Typ IV nachzuweisen.

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  • allergietest © Dron - www.fotolia.de

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