11. September 2009
Als ERCP-Untersuchung bezeichnet man eine Röntgenuntersuchung, die den gesamten Verdauungstrakt umfasst. Dazu gehören die Gallenblase, die Gallengänge und das Bauchspeichel-Drüsengang-System.
ERCP ist die Kurzbezeichnung für Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikographie. Dabei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung des Verdauungstraktes, zu dem die Gallenblase, die Gallengänge (cholangio) sowie das Bauchspeichel-Drüsengang-System (pankreatiko) gehören. Mit Hilfe einer ERCP-Untersuchung können Veränderungen der Bauchspeichel-Drüsengänge oder der Gallenwege diagnostiziert werden. Durchgeführt wird die ERCP-Untersuchung mit einem speziellen Endoskop.
Das Wort retrograd bedeutet, dass der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse und die Gallenwege, in der entgegengesetzten Richtung des Flusses, vom Zwölffingerdarm bis zur Mündung zurückverfolgt werden.
Durch ein flexibles Spezialendoskop hat der behandelnde Arzt die Möglichkeit, den Zwölffingerdarm von innen einzusehen. Zudem kann er bis zur Mündung des Ausführungsganges vordringen. Ausgerüstet ist das Spezialendoskop mit einer Kamera, die sich am Ende eines Schlauchs befindet, einer Spül- und Absaugausrüstung, einer Lichtquelle sowie einem Stablinsen-System, das zur Vergrößerung der Aufnahmen dient. Des Weiteren ist es mit Arbeitskanälen ausgestattet, mit denen chirurgische Instrumente zur Gewebeentnahme oder für kleinere, operative Eingriffe eingesetzt werden können. Außerdem kann das optische System des Endoskops mit einem Bildschirm verbunden werden.
Wenn das Endoskop die Mündung des Bauchspeichel-Drüsenganges sowie der Gallengänge erreicht hat, wird die Region mit einem Röntgen-Kontrastmittel gefüllt. Dadurch können die Gangsysteme gut sichtbar gemacht werden. Sollte es erforderlich sein, können auch kleine, chirurgische Eingriffe vorgenommen werden. So kann die Gangsystem-Mündung mit einem Schnitt erweitert werden, was auch Papillotomie genannt wird. Auch die Entfernung von mündungsnahen Gallensteinen oder das Einsetzen von Stents, um den Abfluss von Galle zu erleichtern, ist möglich. Auch Biopsien (Gewebeentnahmen) lassen sich bei einer ERCP-Untersuchung durchführen.
Haupteinsatzgebiete einer ERCP-Untersuchung sind entzündliche Verengungen der Gallenwege, Gallensteine, Tumore in den Gallengängen oder Ausführungsgängen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Zysten in der Bauchspeicheldrüse.
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