Blutzucker ohne Einstich messen: Neues Pflaster misst direkt an der Haarwurzel

Die neue Technologie könnte Diabetikern zukünftig das Pieksen ersparen

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  • von Paradisi-Redaktion
Geräte zur Blutzuckermessung liegen auf Blättern mit Tabellen

Bislang kommen Diabetiker und Diabetikerinnen nicht darum herum, sich regelmäßig mit einer kleinen Nadel in die Fingerkuppe oder das Ohrläppchen zu stehen, wenn sie ihren aktuellen Blutzucker wissen möchten. Eine Ausnahme bilden nur jene, die einen dauerhaften Zugang tragen, was ebenfalls unangenehm ist. Viele leiden unter dieser regelmäßigen Selbstverletzung, auch wenn sie minimal ist. Manche verlängern sogar das eigentlich Kontrollintervall, messen nicht täglich und gehen damit ein Risiko für ihre Gesundheit ein.

Um das Leben für Diabetes-Patienten angenehmer zu machen, kam bereits 2001 ein Gerät auf den Markt, das den Blutzuckerwert über Tränenflüssigkeit und Speichel bestimmen konnte. Allerdings war die Technik noch nicht soweit ausgereift, sodass Patienten dieses Messgerät regelmäßig mit ihrem Blut kalibrieren mussten. Daher setzte es sich nicht durch.

Sensoren messen Blutzucker an den Haarwurzeln

Nun haben Forscher eine neue Methodik entwickelt, die recht vielversprechend ist. Nanophysiker aus Großbritannien haben ein Pflaster hergestellt, das direkt über die Haarwurzeln geklebt wird. Die darin verbauten Sensoren sind in der Lage, die Flüssigkeit aus den Haarwurzeln anzusaugen und unmittelbar auf den Blutzuckergehalt zu testen. Auf diese Weise muss kein Einstich durch die Haut erfolgen.

Die Sensoren im Pflaster werden in ein Material gebettet, das man erst 2004 erstmals genutzt hat: Graphen. Es ist wabenartig und gut leitfähig. Gleichzeitig ist es flexibel in der Form und umweltschonend. Es eignet sich für große Produktionen und kann dabei relativ preiswert hergestellt werden.

Erste Tests verliefen vielversprechend

Die ersten Tests wurden mit Schweinehaut durchgeführt und stellten sich dabei als sehr zuverlässig heraus. Daraufhin lud man zwei gesunde Teilnehmer ein, die das Pflaster für 24 Stunden trugen und darüber ihren Blutzucker bestimmen ließen. Auch diese Ergebnisse waren zuverlässig und eine Kalibrierung nicht notwendig. Nach weiteren Verfeinerungen soll das Pflaster daher bald in größeren Studien mit Diabetikern auf die Alltagstauglichkeit hin getestet werden.

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