Neuer Bluttest kann 50 unterschiedliche Krebsformen erkennen

Zuverlässiger Bluttest wäre ein Meilenstein in der Krebsfrüherkennung

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion
Blutabnahme am Arm eines Mannes, im Vordergrund die geballte Faust auf roter Ablage

Wer an Krebs erkrankt, hat die besten Behandlungschancen, wenn eine Therapie frühzeitig begonnen wird. Daher arbeiten Forscher weltweit an der Früherkennung. Moderne Untersuchungsmethoden können zwar schon viele Krebsformen finden, doch der Aufwand ist teils sehr groß, sodass Untersuchungen meistens erst bei den ersten Beschwerden durchgeführt werden. Gerade in Frühstadien beeinträchtigen viele Tumorarten den Alltag aber überhaupt nicht, weswegen Betroffene gar nicht beim Arzt sind. Ziel ist es daher, ein einfaches Testverfahren zu entwickeln, bei dem mit wenig Aufwand für Patient und Arzt auf möglichst viele Krebsformen zugleich getestet werden kann. Genau ein solcher Bluttest ist nun in der Entwicklung.

Wissenschaftler haben eine Liquid Biopsy entwickelt, die lediglich eine normale Blutprobe des Patienten benötigt. In dieser wird nach Überresten der Krebs-DNA gesucht. Hintergrund ist die Tatsache, dass beim Wachstum eines Krebsgeschwüres regelmäßig einige Krebszellen absterben. Zerfällt eine solche Zelle, gehen kleine Bruchstücke in die Blutbahn über. Der neue Test ist in der Lage, diese zu erkennen und die mutierte DNA einer Krebsform zuzuordnen. Theoretisch lassen sich so mit einer Probe bis zu 50 Krebserkrankungen diagnostizieren.

Erste Testläufe waren vielversprechend

Wie zuverlässig der Bluttest bislang sein kann, wurde mit 6.689 Menschen überprüft. Während 4.207 gesund waren, handelte es sich bei den übrigen 2.482 um Patienten mit Krebs. Die Krebsdiagnose lag gesichert vor, doch eine Behandlung war noch nicht begonnen worden. Im ersten Testlauf wurden die Blutproben der Krebspatienten genutzt, um einen Computeralgorithmus lernen zu lassen, welche DNA-Muster im Blut auf welche Krebsform hindeuten.

Das Ergebnis der Studie bescheinigte dem Bluttest eine Spezifität von 99,3 Prozent. Die Spezifität gibt an, wie viele richtig-negative Ergebnisse es gibt. Gesunde Menschen werden also als gesund erkannt. Die Sensitivität, der Wert für richtig-positive Ergebnisse, fiel noch nicht so gut aus. Er lag bei den zwölf tödlichsten Krebsleiden bei nur 67,3 Prozent. Betroffene wurden also in vielen Fällen vom Test nicht als krebskrank erkannt. Eine Verbesserung des Verfahrens muss daher noch immer angestrebt werden.

Immerhin gelang es dem Bluttest jedoch, bei 96 Prozent der erkrankten Patienten auch den Ursprung der Krebs-DNA zu erkennen. Man konnte also sehen, welche Krebsform zugrunde lag. Das könnte für Menschen mit Metastasen aber unbekanntem Primärtumor wichtig werden.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Erstellt am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • Bildnachweis: Ärztin bei Blutabnahme an Patient © Kzenon - www.fotolia.de

Weitere News zum Thema

Insulintherapie

Mit Poster besseres Behandlungsergebnis

Wenn Diabetiker ihre Zielwerte schwarz auf weiß haben, verbessert das offenbar ihre Einstellung zur Therapie. Das berichtet die Apothekenzeits...

Diabetes

Raucher werden leichter zuckerkrank

Herz-Kreislauf-Krankheiten, chronische Bronchitis, Krebs – mit diesen Risiken müssen sie leben, wissen Raucher. Weniger bekannt ist: Auch für ...

Blutbild

Was beim Arzt "nüchtern" heißt

Wer vom Arzt nüchtern zur Blutentnahme einbestellt wird, soll 12 bis 14 Stunden vorher keine feste oder flüssige Nahrung zu sich nehmen, präzi...

Blutbild

Hustentrick beim Blutabnehmen

Husten und wegschauen, wenn der Doktor eine Vene ansticht, um Blut zu gewinnen. Mit diesem Trick ließ sich bei einer Studie an der Universität...