Monozyten - Werte, Funktion und Störungen

Als Monozyten wird eine Subform der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) bezeichnet. Sie stellen einen Teil des Immunsystems dar und sind die Vorläufer der so genannten Fresszellen, der Makrophagen. Die Medizin erfasst sie unter dem Begriff "Mono" im Rahmen eines Differentialblutbildes. Liegt ein zu hoher Monozytenwert vor, spricht man von einer Monozytose. Bei zu niederigem Wert von einer Monopenie. Lesen Sie hier alles Wichtige über Monozyten.

Vorläufer der Makrophagen und wichtig für Stoffwechsel und Immunsystem

Monozyten - Merkmale und Funktion

In der Regel weisen Monozyten die runde Gestalt einer Kugel auf. Sie erreichen einen Durchmesser von 12 bis 20 Mikrometern.

Damit haben die Monozyten den größten Umfang unter allen Blutzellen. So beträgt der Durchmesser der Erythrozyten (roten Blutkörperchen) im Vergleich dazu lediglich 7,5 Mikrometer.

Im Inneren der Monozytenzelle ist ein verhältnismäßig großer Zellkern untergebracht. Zumeist weist er die Form einer Bohne auf.

Weitere Bestandteile eines Monozyten sind Vesikel, die bei einer medizinischen Untersuchung optimal eingefärbt werden können. Dadurch lassen sie sich bei der Analyse unter einem Mikroskop gut identifizieren.

Manchmal speichern sich die Monozyten auch in der Milz ab, wo sie eine längere Lebenserwartung erreichen. Im Falle einer akuten Entzündung werden sie von dort aus freigesetzt und sind dadurch schneller im betroffenen Gewebe zur Stelle.

Gebildet werden die Monozyten im Knochenmark. Nach ihrer Entstehung zirkulieren sie für etwa 1 bis 3 Tage im Blut des Menschen. Danach gehen sie ins Gewebe wie das Bindegewebe oder die Leber über.

Aktiv werden die Monozyten, wenn fremde Substanzen in den Organismus vordringen. Innerhalb des Blutes gehen sie direkt als Monozyten vor. Werden andere Gewebearten in Mitleidenschaft gezogen, bewegen sich die Monozyten durch die Gefäßwände hindurch in Richtung Gewebe.

An dieser Stelle kommt es zu ihrer Umwandlung in Makrophagen oder Dendritische Zellen. Dabei erreichen sie einen fünf- bis zehnfachen Umfang im Vergleich zu ihrer ursprünglichen Form.

Aufgaben der Makrophagen

Als gut gepanzerte Makrophagen sind die Monozyten in der Lage, Keime, die in den Körper eingedrungen sind, aufzunehmen bzw. zu "fressen". Die Makrophagen sind zu diesem Zweck mit Enzymen und giftigen Substanzen ausgestattet, von denen die fremden Stoffe zerstört und aufgelöst werden.

Zu den Funktionen der Makrophagen gehört neben dem Abbau von Krankheitserregern außerdem die Beseitigung von alten Stoffen des eigenen Körpers. So haben sie unter anderem Anteil am Knochenstoffwechsel.

Ferner sind Monozyten und Makrophagen wichtig für das Aktivieren des Immunsystems. Im Unterschied zu den Makrophagen verfügen die Monozyten noch nicht über einen Schutz gegen aggressive Abwehrzellen.

Eine optimale Wirkung erzielen die Monozyten bei Fieber zwischen 38,3 und 41 Grad Celsius. Das Fieber ist dann eine normale Reaktion des Körpers und beschleunigt die Abwehrfunktionen des Immunsystems. Die Lebensdauer der Makrophagen im Zellgewebe liegt bei einigen Wochen.

Monozytenwerte

Der Normalwert von Monozyten an der gesamten Anzahl aller weißen Blutkörperchen im Organismus beträgt bei Erwachsenen drei bis sieben Prozent. Der absolute Wert setzt sich aus ca. 280 bis 500 Monozyten je Mikroliter Blut zusammen.

Monozytose

Von einer Monozytose sprechen Ärzte, wenn sich die Anzahl der Monozyten erhöht. Der Nachweis erfolgt durch eine Untersuchung des Blutbildes.

Zumeist wird die Monozytose durch chronische Entzündungen oder eine Nekrose von bestimmten Bestandteilen des Gewebes hervorgerufen. Zu den unterschiedlichen Ursachen gehören:

Ist die Monozytose besonders stark ausgeprägt, lässt sich dies in der Regel auf eine Myelodysplasie zurückführen. Bei dieser Erkrankung kommt es einer unkontrollierten Blutbildung. Dazu zählen verschiedene Knochenmarkserkrankungen, die eine Störung der Blutzellenherstellung nach sich ziehen.

Als weitere mögliche Ursache für eine Monozytose gilt die akute myeloische Leukämie (AML). Sie trägt auch die Bezeichnung Monozytenleukämie. Erhöhte Monozytenwerte entstehen außerdem durch andere Krebserkrankungen wie Lungenkrebs oder Brustkrebs.

Monopenie

Eine erniedrigte Anzahl Monozyten im Blut wird als Monopenie bezeichnet. Sie zeigt sich jedoch eher selten, wenn sich der Gesamtleukozytenwert verringert. Als mögliche Auslöser kommen

  • Immunerkrankungen wie AIDS
  • Schädigungen des Knochenmarks aufgrund von Schwermetallen oder Giften sowie
  • eine Behandlung mit Glukokortikoiden

in Betracht.

Symptome durch eine Monozytose oder Monopenie

Weder zu hohe noch zu niedrige Monozytenwerte rufen spürbare Symptome hervor. Beschwerden sind allerdings durch die jeweilige Ursache möglich, die für die Monozytose oder Monopenie verantwortlich ist.

Störungen der Monozyten

Durch bestimmte genetische Abweichungen wird die Funktionstüchtigkeit von Monozyten und Makrophagen negativ beeinträchtigt. Dadurch entstehen in den Zellen fettreiche Lipidablagerungen. Die Folge davon sind Fettspeichererkrankungen wie die Niemann-Pick-Krankheit oder die Gaucher-Krankheit.

Die Diagnose von Monozytenstörungen erfolgt im Rahmen einer Blutuntersuchung bzw. dem Erstellen eines Blutbildes. Dies geschieht zumeist bei Verdacht auf eine Infektion oder Autoimmunkrankheit. Nicht selten entdeckt der Arzt die Störung auch bei der Durchführung einer Routineuntersuchung.

Welche Therapie bei einer Monozytenstörung zur Anwendung gelangt, richtet sich nach der auslösenden Ursache.

Fehlende Monozyten

Bei manchen Menschen sind überhaupt keine Monozyten vorhanden. Grund dafür ist das selten vorkommende MonoMAC-Syndrom. Bei dieser Erkrankung leiden die betroffenen Personen unter Infektionen, die durch Mikroorganismen entstehen, die normalerweise keine Erkrankungen verursachen.

Grund dafür ist ein Gendefekt, der das Knochenmark negativ beeinträchtigt. Welche Symptome dadurch auftreten, richtet sich nach den auslösenden Keimen.

Um das MonoMAC-Syndrom zu behandeln, erhält der Patient Antibiotika. Eine Heilung ist durch eine Knochenmarktransplantation möglich.

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  • fließendes blut © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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