Anwendung und Ablauf der Biopsie (Nadelbiopsie, Endoskopische Biopsie und Probeexzision)

Als Biopsie bezeichnet man eine Entnahme und Untersuchung von Gewebe aus dem Organismus. Sie dient zur Erkennung von möglichen krankhaften Veränderungen der Organe.

Funktion und Durchführung sowie mögliche Komplikationen der Biopsie bei der Gewebeentnahme zur Untersuchung von Gewebe

Ziel und Zweck einer Biopsie ist die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Körper. Diese Methode kommt zum Einsatz, um präzise Informationen zur Diagnostik oder zu einer Therapieplanung für eine bestimmte Krankheit zu liefern. So dient die Biopsie zur Erkennung von:

Prinzipiell können von den meisten Gewebearten, die sich im Körper befinden, Gewebeproben entnommen werden.

Wann Biopsien nötig sind

Biopsien werden vor allem dann durchgeführt, wenn eine Diagnose mit bloßem Auge nicht erstellt werden kann oder andere Untersuchungsmethoden wie eine Computertomographie oder eine Röntgenaufnahme nicht genug Informationen liefern können. Dies ist vor allem bei Veränderungen des Gewebes wie die Veränderung eines Muttermals, Magenschleimhautveränderungen oder ein Knoten in der Brust der Fall.

Biopsiearten

Die häufigsten Arten von Biopsien sind:

  1. die Prostatabiopsie, die bei Verdacht auf Prostatakrebs durchgeführt wird
  2. die Leberbiopsie, um Leberkrankheiten zu diagnostizieren oder zu kontrollieren
  3. die Exzision (Ausschneidung), die im Falle eines Hautkrebsverdachts zur Anwendung kommt

Dies ist auch bei der Gebärmutterbiopsie (bei Verdacht auf ein Zervixkarzinom, eine bösartige Veränderung des Muttermundes) der Fall. Hier sind oftmals operative Eingriffe (Konisationen) nötig, um eine Gewebeprobe aus dem Gebärmutterhals zu entnehmen.

Ablauf einer Biopsie

Bei der Durchführung einer Biopsie gibt es verschiedene Arten um Gewebeproben zu entnehmen. In der Regel werden sie mit speziellen Kanülen durchgeführt.

Was vorab zu beachten ist

Vor der Durchführung einer Biopsie muss darauf geachtet werden, dass der Patient nüchtern ist. Das heißt, er darf einige Stunden vor Beginn der Gewebeentnahme nichts trinken oder essen.

Besteht eine starke Bauchbehaarung, erfolgt unter Umständen vorher eine Rasur im Bereich der Biopsie. Außerdem werden mit einer Blutuntersuchung die Gerinnungswerte des Patienten untersucht.

In den meisten Fällen ist eine Biopsie nicht mit Schmerzen verbunden. Wenn es notwendig ist, werden dem Patienten bei Bedarf Schmerz- oder Beruhigungsmittel verabreicht. Die meisten Biopsien können ambulant in einer Arztpraxis durchgeführt werden.

Wichtig ist, dass die Biopsie bei sterilen Bedingungen erfolgt, damit keine Infektionen entstehen.

Durchführung der Biopsie

Für die Entnahme der Gewebeprobe gibt es verschieden Formen von Biopsien, die von den zu untersuchenden Organen abhängen.

Nadelbiopsie

Bei dieser Form von Biopsie, die auch Punktionsbiopsie genannt wird, erfolgt die Gewebeentnahme mit einer Hohlnadel. Dabei wird die Haut vorher desinfiziert und in bestimmten Fällen betäubt.

Je nach Art des zu untersuchenden Organs werden bei der Nadelbiopsie verschiedene Nadeln eingesetzt. Für die Entnahme von einzelnen Zellen oder Flüssigkeiten werden sehr dünne Nadeln verwendet. Für größere Gewebeteile kommen dicke Nadeln zum Einsatz.

Mit einer Röntgenaufnahme oder Computertomographie kann die Biopsie auch gezielt vorgenommen werden.

Nachdem die Nadel entfernt wurde, kommt es zur Untersuchung der Gewebeprobe in einem Labor.

Endoskopische Biopsie

Bei einer endoskopischen Biopsie wird die Gewebeprobe während einer Spiegeluntersuchung (Endoskopie) entnommen. Dabei kommen Schlingen oder Zangen zur Anwendung, die sich am Ende des spiegelnden Endoskops befinden.

Mit dieser Methode können Darmkrebs, Dünndarmtumore oder Magengeschwüre festgestellt werden.

Nach der Entnahme der Probe wird diese unter einem Mikroskop von einem Pathologen untersucht und analysiert.

Probeexzision

Bei der Probeexzision, die auch Exzisionsbiopsie genannt wird, kommt es zur Entnahme von größeren Gewebestücken mit einem Skalpell, was vor allem bei Muttermalen geschieht, bei denen Verdacht auf Schwarzen Hautkrebs (Melanom) besteht. Das Muttermal wird herausgeschnitten und anschließend auf Krebszellen untersucht.

Mögliche Komplikationen

In der Regel sind Biopsien nicht schmerzhaft und ohne größeres Risiko. In einzelnen Fällen kann es jedoch zu Verletzungen, Infektionen oder Blutungen kommen.

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