9. September 2009
Besteht der Verdacht auf bestimmte Magen- und Darmerkrankungen oder Unverträglichkeiten, wird ein Atemtest vorgenommen. Um ein möglichst exaktes Ergebnis zu erhalten, ist auch die Mithilfe des Patienten erforderlich.
Bei den gängigen Atemtests gibt es zwei Varianten. Dazu gehören der Wasserstoffatemtest und der Harnstoff-Atemtest.
Wasserstoffatemtest
Der Wasserstoffatemtest kommt vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden wie zum Beispiel häufigen Bauchschmerzen, chronischem Durchfall sowie weiteren Magen- und Darmproblemen zu Einsatz. Auf diese Weise können Syndrome wie Fruktosemalabsorption oder Laktoseintoleranz festgestellt werden.
Bei diesem Test wird die Konzentration des Wasserstoffs (H2) in der ausgeatmeten Luft gemessen. Durch die bakterielle Zersetzung von Kohlenhydraten wie zum Beispiel Zuckerstoffen im Dickdarm, bildet sich bei jedem Menschen Wasserstoff. Der Wasserstoff gelangt über den Dickdarm in das Blut und wird anschließend über die Lunge ausgeatmet. Dabei hängt die Menge des Wasserstoffs von der Menge der Kohlenhydrate im Dickdarm ab. Zu Beginn des Tests erhält die Testperson ein Getränk, das Zucker und Kohlenhydrate enthält wie Fruktose oder Laktose. Dabei ist es sehr wichtig, dass der Patient nüchtern ist. In der Regel darf er bereits am Vorabend des Atemtests nichts essen. Vor Testbeginn wird der Basalwert gemessen. Anschließend erhält die Testperson ein Glas Wasser mit dem aufgelösten Zuckerstoff. In manchen Fällen wird auch eine Kapsel verwendet. Schließlich wird die ausgeatmetete Luft alle zehn bis dreißig Minuten gemessen. Der gesamte Testvorgang dauert etwa zwei bis drei Stunden. Nach Beendigung des Atemtests werden die Resultate im Labor untersucht.
C-Atemtest
Der 13C-Atemtest funktioniert im Prinzip auf die gleiche Weise. Hier wird anstelle des ausgeatmeten Wasserstoffs die Menge des ausgeatmeten Kohlendioxids gemessen. Damit werden vor allem Krankheiten des Magens wie Heliobacter pylori diagnostiziert.
Für diesen Test bekommt die Testperson Harnstoff zur Einnahme. Dieser wird mit dem stabilen Kohlenstoff-Isotop 13C markiert. Dann wird unmittelbar vor der Harnstoffeinnahme eine Probe der ausgeatmeten Luft entnommen. Die nächste Probe erfolgt dann dreißig Minuten später. Die auf diese Weise ermittelten Werte werden dann im Labor auf ihren Befund untersucht.
Die beiden Atemtests gelten als sehr genau. Nur selten kommt es zu Fehlinterpretationen.
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