Wadenwickel - Anwendung, Ablauf und Behandlung

Als Wadenwickel bezeichnet man ein traditionelles, bewährtes Hausmittel. Zur Anwendung kommt es bei Fieber und akuten Entzündungen. Besonders bei hohem Fieber ab 39 Grad Celsius kann die Anwendung von Wadenwickeln sehr hilfreich sein. Dabei werden feuchte Tücher um die Unterschenkel des Kranken gewickelt.

Die Durchführung von Wadenwickeln zum Senken von hohem Fieber

Ziel und Zweck einer Wadenwickel-Anwendung ist die Senkung von hohem Fieber und die Linderung von damit verbundenen Beschwerden. Zudem wird damit dasAllgemeinbefinden des Patienten gebessert.

Wadenwickel sind eine naturheilkundliche Methode. Besonders bei Kindern hat sich dieses Hausmittel schon oft bewährt.

Wirkungsprinzip

Grundlage der Wadenwickel ist der Entzug von Wärmeenergie durch das Entstehen von Verdunstungskälte, indem man feuchte Leinen- oder Baumwolltücher um die Unterschenkel des Patienten wickelt. Durch das Verdunsten der Feuchtigkeit in den Wadenwickeln, das durch die Körperwärme vorangetrieben wird, kommt es zu einem Entzug der Wärme im Körper.

Auf diese Weise ist es möglich, Fieber ab einer Höhe von 39 Grad Celsius, um 1,0 bis 1,5 Grad Celsius in einem Zeitraum von sechzig bis neunzig Minuten zu senken. Erfolgt die Absenkung des Fiebers schneller, kann es zu einer Belastung des Kreislaufs kommen.

Voraussetzungen

Vor der Anwendung der Wadenwickel sollte man darauf achten, dass die Füße und Hände der erkrankten Person auch gut durchwärmt sind, da Fieber nicht immer zu einer starken äußeren Erhitzung führt. Besteht die Gefahr einer Unterkühlung, müssen andere Mittel angewandt werden.

Vorbereitung der linken Wade für einen Wadenwickel
Der Wickel soll dem Körper Wärme entziehen und dient somit als Hausmittel zur Fiebersenkung

Durchführung

Die richtige Wassertemperatur

Für die Durchführung der Wadenwickel werden zwei Leinen- oder Baumwolltücher mit lauwarmem Wasser getränkt und nur behutsam ausgewrungen. Das Wasser sollte lauwarm und nicht kalt sein, denn die Wärmeenergie wird dem Körper durch die Verdunstung der Feuchtigkeit in den Wadenwickeln entzogen und nicht durch die Kühlung der Waden.

Sind die Wadenwickel zu kalt, kann es zu einer Verengung der Hautgefäße und somit zu einer schlechteren Durchblutung der Waden kommen. Dadurch können die Wadenwickel nicht mehr richtig wirken, da auch keine Wärme mehr aus dem restlichen Körper abgezogen werden kann.

Aus diesem Grund wickelt man also Tücher mit lauwarmem Wasser um die Unterschenkel der erkrankten Person. Um eine Durchfeuchtung des Bettes zu vermeiden, sollte eine saugende Unterlage unter die Beine gelegt werden.

Dauer

Die Wadenwickel bleiben dann rund zwanzig bis dreißig Minuten um die Beine gewickelt. Die Beine sollten dabei nicht zugedeckt werden. Nach Ablauf der Zeit kann die Prozedur mehrmals wiederholt werden. Nachdem sich die Temperatur des Körpers um etwa ein Grad gesenkt hat, können die Wadenwickel beendet werden.

Natürliche Zusätze

Um die Verdunstung zu unterstützen, können auch Zusätze wie Zitronensaft oder Essig gegeben werden. Zudem können auch zusätzlich fiebersenkende Medikamente verabreicht werden. Wadenwickel sind sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet.

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Quellenangaben
  • Krankes Kind mit Wadenwickel © photophonie - www.fotolia.de
  • Schwangere Frau haelt ihr Beim mit Wadenkrampf © RioPatuca Images - www.fotolia.de

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