Strahlen plus Chemo: Zusätzliche Therapie kann bei Lungenkrebs lebensrettend sein

Von Nicole Freialdenhoven
17. September 2014

Rund 13 Prozent der Lungenkrebspatienten leiden an einem kleinzelligen Bronchialkarzinom (SCLC), das in der Regel schon zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Metastasen gebildet hat. Die Heilungschancen sind daher meist eher schlecht.

Zusätzliche Strahlentherapie kann Leben retten

Eine neue Studie zeigt nun, dass eine zusätzliche Strahlentherapie hier möglicherweise eine Verbesserung darstellt: 24 Prozent der Studienteilnehmer zeigten nach sechs Monaten keine erneute Progression ihres Tumors - im Vergleich zu lediglich 7 Prozent bei anderen Patienten.

Normalerweise wird bei metastasiertem kleinzelligem Lungenkrebs eine Chemotherapie durchgeführt mit anschließender prophylaktischer Bestrahlung des Schädels um etwaige Metastasen im Kopf zu behandeln. Obwohl dies die Prognose verbessert, haben die meisten Patienten dennoch eine Lebenserwartung von weniger als zwei Jahren.

Das VU Medisch Centrum Amsterdam hat daher nun zusätzlich eine Bestrahlung des Brustkorbs vorgenommen um den Kampf gegen Tumore in diesem Bereich zu intensivieren. Frühere Studien hatten gezeigt, dass die Chemotherapie alleine hier wenig ausrichtete.

Langzeiterfolge

Die neue Behandlung zeigte auch Langzeiterfolge: Nach zwei Jahren lebten von den Patienten mit zusätzlicher Thoraxbestrahlung noch 13 Prozent, während es bei anderen Patienten mit dieser Form des Lungenkrebs nur noch 3 Prozent waren.

Die Forscher aus Amsterdam raten daher dazu, die zusätzliche Strahlentherapie standardmäßig in die Behandlung mit aufzunehmen.