Leichtere Nikotinentwöhnung: Enzym bewährt sich im Versuch mit Ratten

Ein Enzym, das für einen schnellen Abbau von Nikotin sorgt, könnte den Rauchstopp in Zukunft erleichtern

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  • von Paradisi-Redaktion
Vier Buchstabenwürfel bilden das Wort "STOP" auf einem Haufen Tabak und zwei Zigaretten

Nikotin ist ein Suchtmittel, von dem Raucher nur schwer loskommen und daher während der Entwöhnung oft unterstützende Medikamente nehmen. Diese führen dem Körper kleine Mengen Nikotin zu, damit die Entzugssymptome nicht so stark sind. Bald könnte es jedoch einen anderen Weg in der Therapie geben und ein einmal täglich verabreichtes Enzym hilft bei der Entwöhnung.

Experiment mit nikotinabhängigen Ratten

Für ihr Experiment nahmen die Forscher gesunde Ratten und zeigten ihnen, wie sie via Hebel frei entscheiden können, ob und wann sie Nikotin erhalten. Sie verbrachten 21 Stunden pro Tag in ihrem Spezialkäfig und konnten zwölf Tage lang mit dem Hebel arbeiten. Alle Tiere mochten Nikotin und waren am Ende abhängig. Dann verwehrten die Forscher jeden zweiten Tag das Gift und die Ratten zeigten klare Entzugserscheinungen. An den Tagen mit Nikotinzugang steigerten die Tiere dann auch ihre Dosis.

Enzym sorgt für geringere Entzugssymptome

Nun bildeten die Forscher zwei Gruppen und gaben einer Gruppe das Enzym NicA2-J1. Es ist in der Lage, Nikotin schnell abzubauen, sodass es im Blut nicht mehr nachweisbar ist. Die Vergabe einmal täglich änderte jedoch nichts daran, dass die Ratten weiterhin den Hebel im Käfig bedienten und sich Nikotin zuführten. Offenbar kommen kleine Mengen dennoch im Gehirn an, auch wenn die Bluttests nichts mehr nachweisen. Das macht das Enzym interessant für die Raucherentwöhnung, denn durch den schnelleren Abbau im Körper sind die schädlichen Auswirkungen kleiner und dank der kleinen Menge Nikotin im Gehirn sind Entzugssymptome nahezu nicht vorhanden.

Interessant war zudem, dass dank der Enzymtherapie viele Ratten die Betätigung des Hebels einstellten, wenn er mit einem Schmerzreiz verbunden war. Die Forscher schalteten einen Mechanismus ein, der bei drei von zehn Hebelbetätigungen einen Stromschlag abgab. Die Mäuse mit NicA2-J1 im Körper ließen nun überwiegend vom Nikotin ab, während die anderen Tiere die Schmerzen für ihre Suchtbefriedigung in Kauf nahmen. Da auch viele Raucher trotz starker Negativfolgen nicht vom Nikotin wegkommen, macht der Tierversuch Hoffnung. Auch als man allen Ratten einen Wirkstoff gab, der motorisch unruhig macht, blieben die therapierten Tiere dem Hebel eher fern, während die anderen noch einmal ihre Nikotindosis erhöhten.

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