Metformin aus der Diabetes-Therapie könnte möglicherweise beim Nikotinentzug helfen

Forscher konnten "Entzugserscheinungen" bei Mäusen mit Metformin stoppen

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  • von Paradisi-Redaktion
Frau mit dunkel lackierten Fingernägeln hält eine zerbrochene Zigarette in die Kamera

Der Wirkstoff Metformin wird eigentlich an Diabetiker vergeben, um ihre Stoffwechselkrankheit zu behandeln. Doch in einem Tierversuch konnten Forscher nun zeigen, dass Metformin eventuell noch eine weitere Wirkung hat: Die Entzugserscheinungen bei einem Nikotinverzicht werden geringer.

Nikotinentzug macht ängstlich

Um die Hintergründe zu verstehen, muss man wissen, dass Nikotin eine sogenannte anxiolytische Wirkung besitzt. Ist das Gehirn einmal davon abhängig geworden, bedeutet der Verzicht auf Nikotin, dass man sich ängstlicher fühlt. Psychologen sind davon überzeugt, dass viele Menschen rückfällig werden, da sie bewusst oder auch unbewusst die beruhigende Wirkung von Nikotin zurücksehnen. Um den Entzug dauerhaft zu schaffen, muss daher die Angst kontrolliert werden. Bislang ist dafür nur das Antidepressivum Bupropion zugelassen, dass jedoch wie alle Antidepressiva nicht leichtfertig genommen werden sollte. Die Forschung sucht daher schon länger nach Alternativen und das bewährte Metformin könnte die Lösung sein.

Metformin sorgte in Versuch mit Mäusen für Rückgang des Angstverhaltens

Das Ergebnis ihrer Suche überraschte das US-Forschungsteam selbst. Sie hatten mit Mäusen experimentiert und nach den inneren Vorgängen bei der Ängstlichkeit Ausschau gehalten. Dabei wurden sie auf das Enzym AMPK aufmerksam. Es ist wichtig für den Energiestoffwechsel und wird bei Nikotinkonsum stark aufgebaut. Erfolgt dann der Nikotinentzug, sinkt AMPK sehr rasch ab und das führte bei Mäusen im Versuch dazu, dass sie weniger fraßen und Glasmurmeln vergruben. Beides spricht für ein ängstliches Verhalten. Gab man den Tieren wieder Nikotin, stieg der AMPK-Wert und sie wurden ruhiger. Dieses Ziel konnte jedoch auch erreicht werden, wenn sie Metformin bekamen. Auch in diesem Falls stieg der AMPK-Wert wieder und das Angstverhalten ging zurück.

Ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, muss jedoch noch geklärt werden. Da Metformin ein bewährtes und gut erforschtes Mittel ist, spricht nichts gegen den zeitnahen Start einer Studie mit Freiwilligen.

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